Das weibliche sticht aus dem männlichenDas männliche sticht aus dem weiblichen Über mein Problem mit dem (Wort) Feminismus, Gleichberechtigung und meine Abrechnung mit einer Welt, in der ich mich oft...

Das weibliche sticht aus dem männlichen
Das männliche sticht aus dem weiblichen
Über mein Problem mit dem (Wort) Feminismus, Gleichberechtigung und meine Abrechnung mit einer Welt, in der ich mich oft diskriminiert fühle.
Note: Ich weiß, dass ich mich hier mit einem heiklen Thema beschäftige, habe aber dennoch – wie es stets meine Art ist – “frei von der Leber” schreiben und bin dabei teilweise in einen Rant abgeglitten – Der Text ist durch seine – sagen wir plakative – Wortwahl nicht absolut jugendfrei. Ich bitte vor dem Kommentieren den Artikel ganz zu lesen – und sich auch gut überlegen, ob etwas, was als “Angriff” gewertet werden könnte, wirklich zweifelsohne von mir so gemeint ist.
Darüber hinaus werde ich in dem Artikel oft die Wörter “Mann” und “Frau” sowie “männlich” und “weiblich” benutzen. Ich bin mir bewusst, dass damit Menschen – wie zum Beispiel Intersexuelle – in gewissem Maß ausgegrenzt werden, dies ist allerdings leider für diese Diskussion Gang und Gäbe und soll ein anderes Mal von mir aufgegriffen werden
Ich bin ein Antifeminist. So oder so ähnlich hätte ich das wohl vor zwei Jahren noch lautstark festgehalten. Mittlerweile würde ich es wohl nicht mehr so ausdrücken, aber es bleibt in mir ein Unbehagen, wenn ich das Wort “Feminismus” höre. Warum? Nun, das liegt unter anderem an meiner ersten Begegnung mit dem Begriff: Er ist extrem negativ geprägt:
Mitte der Neunziger – ich war gerade in der Pubertät angelangt – las ich, was eine der bekanntesten deutschen Feministinnen davon hielt, wenn Frauen ihre Partner “entmannten”. Zugegeben, genau erinnere ich mich nicht mehr daran was ich damals alles gelesen hab, aber ich finde die Wikipedia gibt den Kern, der damals bei mir hängen blieb gut wieder:
Schwarzer begrüßte die Tat der US-Amerikanerin Lorena Bobbitt, die ihrem schlafenden Mann John den Penis abgetrennt hatte, nachdem dieser sie angeblich betrogen, zu einem Schwangerschaftsabbruch gezwungen und vergewaltigt hatte. Obwohl Lorena Bobbitt einer Verurteilung nur wegen der Annahme geistiger Unzurechnungsfähigkeit zum Tatzeitpunkt durch die Geschworenen entging, und obwohl ihr Mann später vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen wurde, äußerte Schwarzer:
„Sie hat ihren Mann entwaffnet. (…) Eine hat es getan. Jetzt könnte es jede tun. Der Damm ist gebrochen, Gewalt ist für Frauen kein Tabu mehr. Es kann zurückgeschlagen werden. Oder gestochen. Amerikanische Hausfrauen denken beim Anblick eines Küchenmessers nicht mehr nur ans Petersilie-Hacken. (…) Es bleibt den Opfern gar nichts anderes übrig, als selbst zu handeln. Und da muss ja Frauenfreude aufkommen, wenn eine zurückschlägt. Endlich!“
– Alice Schwarzer: Emma 1995
Liebe Feministinnen: Stellt euch vor, eure erste Begegnung mit dem Feminismus wäre genau so abgelaufen: Irgendein Mann fabuliert darüber, eure primären Geschlechtsmerkmale zu zunähen, denn es sei eine Waffe oder Schwarzes Loch. Er bezeichnet dieses Verhalten als gerecht und freut sich darüber, dass sich das “endlich” jemand traute. Ich denke auch bei euch hätte die Marke “Feminismus” generell verschissen, um es mit den Worten der modernen Politik auszudrücken.
Dass ich schon seit Jahren eigentlich Feminist bin – zumindest wenn ich so manchen feministischen PiratInnen glauben darf – lässt mein negatives Gefühl gegenüber diesem Begriff nicht schwinden. Das hat durchaus auch mit dem Worststamm zu tun hat: Geht es doch – dem Worte nach – um die Frauenrechte. Zugegeben, wenn man eine Benachteiligung der Frau annimmt, so muss sie sich die Gleichberechtigung erkämpfen. Nur ist das heute noch so, wo auf dem Papier die Geschlechter ja gleichberechtigt sind?
Oh ja, ich spüre schon wie manche zur spitzen Feder greift um mich nieder zu schreiben, aber ich behaupte: Jede gesellschaftliche (nicht juristische) Benachteiligung des Femininen ist auch automatisch eine Benachteiligung und Diskriminierung des Maskulinen. Wenn man femininen Wesen nachsagt, dass sie beschützt werden müssen, sind masculine Wesen implizit dazu aufgefordert sie zu beschützen. Diskriminierung des einen Geschlechts kann man (fast) immer in die Diskriminierung der anderen Geschlechts umdrehen.
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