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Jan
12

24 Stunden Nachlese: Vom König, Bomben und dem Iran

Krone
Krone von angermannCC-BY-SA

Der König hat mal wieder gebloggt und das hat ja nun des öfteren die Folge, dass es in der Piratenpartei hoch hergeht. Zu seinem letzten Ergüssen möchte ich mich persönlich nicht direkt äußern, sondern eher mal nur zusammen fassen, was andere so schreiben.

Als Ressourcen verwende ich den Piratenmond, der jetzt eine Suchfunktion besitzt und natürlich die Blogsuche von Google.

Um was geht es genau? Stefan „Aaron“ König hat über den Iran gebloggt, genauer gesagt hat er gefordert dieses Land anzugreifen:

Auch wenn ich normalerweise Krieg für kein geeignetes Mittel der Politik halte: dies ist einer der seltenen Fälle, in denen der gezielte Einsatz militärischer Mittel, nämlich die Zerstörung der iranischen Nuklearanlagen, einen weit größeren Schaden vermeiden könnte.

Und das ganze auch nicht irgendwann, sondern jetzt:

Ich fürchte, dass die Zeit für Verhandlungen und Kompromisse vorbei ist. Durch gezielte Schläge gegen die iranischen Atomanlagen muss der Westen jetzt den Machthabern in Teheran zeigen, dass wir uns von ihnen nicht länger auf der Nase herumtanzen lassen.

Herr König scheint mit seiner Meinung hier unter den Piraten ziemlich einsam zu sein. In den Kommentaren zu seinem Blogeintrag wimmelt es nur so von Distanzierungen zu seiner Forderung. Auch die Piratosphäre und die Blogosphäre haut ziemlich einhellig in diese Kerbe. Ich versuche hier mal einen Überblick über die Reaktionen in den ersten 24 Stunden zu geben.

Die erste Reaktion eines Piraten, welche ich finden konnte stammt von Wolfgang. In seinen Blogpost „Was hat er jetzt schon wieder verzapft?“ findet er deutliche Worte:

Die Mittel sind bei weitem noch nicht ausgeschöpft, und Aarons “private” Meinung zeigt nicht nur keinerlei Deckung mit dem Kodex der Gewaltfreiheit auf, sie widerspricht ihm komplett! Aaron – tritt zurück. Halt die Klappe – aber mach aus den Piraten keine Gruppe von Idioten, die den Tod von Unschuldigen hinnehmen

Das ist insofern faszinierend, da Wolfgang die Rücktrittsfoderung im Dezember noch nicht mit tragen wollte.

Anne Alter veräppelte den Namen des Blogs von Aaron (Politicool) und schrieb unter dem Titel „Politiblöd„:

Menschlich ist dieses Blogpost verständlich, wenn auch nicht verzeihlich: Es ist ein bisschen wenig los auf Bundesebene wie auch in den meisten Ländern. Wir beschäftigen uns mit dem drögen Bohren dicker Bretter, will sagen: mit inhaltlicher Arbeit. Damit scheint Herr Koenig es nicht so zu haben, und so wirkt es, als wolle er das Defizit der medialen Aufmerksamkeit dadurch ausgleichen, dass er befremdliche Blogposts unters Piraten- und sonstige Volk bringt. Das ist nichts ungewöhnliches – viele Piraten tun dies. Nur eben auf eine weniger verhaltensauffällige Weise. Für die überwältigende Masse der politisch bloggenden Piraten scheint es kein Problem darzustellen, eine eigene, in der Satzung (noch) nicht verankerte Meinung zu äußern, ohne dass das zu großen Kontroversen führt oder parteischädigend wirkt. Bedenklich ist, dass der oberste Medienkompetenzpirat dazu augenscheinlich nicht willens und/oder imstande ist.

Und sie gibt einen Ausblick:

Aber wahrscheinlich wird es der nächste Bundesparteitag richten müssen, nur dass der innerparteiliche Schaden mit jedem zweifelhaften Post immer größer wird. Aber er wird es richten, da bin ich sicher.

Andreas Baum hat dann unter der Flagge des Landesverbandes Berlin als Vorsitzender geschrieben. Man kann also davon ausgehen, das er die Mehrheit in seinem Landesverband hinter sich wähnt wenn er schreibt:

Dein heutiger Blogbeitrag zeigt, dass du als Bundesvorstandsmitglied der Piraten ungeeignet bist. Die in der Vergangenheit immer wieder kontroversen Diskussionsbeiträge auf deinem Blog erwecken den Eindruck, dass es dir vor allem darauf ankommt, viel Wind zu erzeugen. Der Bundesvorstand hat die Geschäfte der Piratenpartei auf Grundlage der Parteitagsbeschlüsse zu führen, und sollte auch so in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden.

Er schreibt dann über die vergangen Eskapaden von Aaron schließt mit einer Rücktrittsfoderung:

Deine politischen Forderungen sind offenbar mit einem sehr großen Anteil der aktiven Piraten dauerhaft nicht in Einklang zu bringen. Es wäre an der Zeit, dieser Tatsache auch gerecht zu werden, und die Konsequenz zu ziehen, Piraten nicht mehr als Bundesvorstand zu vertreten.

Aber nicht nur der Berliner Landesvorstand fühlte sich genötigt auf den Blogpost zu reagieren, auch ein Bundesvorstandsmitglied, Andreas Popp, meldete sich zu Wort. Er schreibt unter dem Titel “ Von der Privat- und der Parteimeinung“:

Es ist schon schwer genug die Privatmeinung von der Parteimeinung zu trennen, wenn man nicht beide in ein und demselben Blog durcheinander mischt, aber als gewähltes Vorstandsmitglied einer Partei muss man einfach noch zehn mal mehr Fingerspitzengefühlt mitbringen. Aaron führt sich hingegen auf wie die Axt im Walde. Jeder der sich zur Wahl für ein Parteiamt stellt muss sich im Klaren sein, dass seine Meinung auf die Leute die ihn gewählt haben zurückfällt und er deswegen genau überlegen sollte, wann und wie er seine Meinung kundtut, auch wenn es sein verfassungsgemäßes Recht ist.

Ebenfalls meldete sich ein Landesvorstand aus Bayern und bezog in seinem privaten Blog Stellung. „Der König will Krieg?“ fragte sich Validom und ging auch gleich auf die bereits aufgekommene innerparteiliche Diskussion ein:

Von mir aus kann man so eine Meinung ja mal äußern. Aber nicht als Bundesvorstand. Wäre ich Bild-Redakteur, wüsste ich was ich morgen schreibe… da ist es egal, dass Aaaron dies als private Meinung kennzeichnet. Bei aller Ablehnung dieser Postion schlägt die Debatte dann aber in merkbefreite Züge um. Da wirft man Kritikern vor, sie würden die Meinungsfreiheit nicht achten. Ich zumindest achte sie – sehr sogar. Aaaron kann diese Meinung auch behalten – aber nicht als Bundesvorstand. Und als solcher schon gar nicht öffentlich äußern.

Aus Hamburg wurden dann auch die ersten Stimmen laut, das der Bundesvorstand doch aktiv Ordnungsmaßnahmen gegen Aaron verhängen möge. So beantragte der Orkpirat die „Beurlaubung des Medienpiraten„.

Ich habe vor­hin eine Email an den Vor­stand des Ham­bur­ger Lan­des­ver­bands raus­ge­schickt. Inhalt: Der Antrag, beim Bun­des­vor­stand eine Beur­lau­bung Aaron Königs zu beantragen. … Ich selbst habe vor nicht ein­mal so lan­ger Zeit die Tren­nung von Par­tei– und Pri­vat­mei­nung pro­pa­giert. Seit­dem hat sich meine Ansicht genau dazu ein wenig gewan­delt: Diese Tren­nung funk­tio­niert nur dann, wenn die geäus­serte Ansicht keine Par­tei­po­si­tio­nen berührt, bzw. gleich­zei­tig offen und direkt eine Stel­lung­nahme zur Par­tei­sicht gebo­ten wird. Eine pau­schale „hey, das hier ist Pri­vat­sa­che, ich bin aber auch im Vor­stand!“ Ansage in der Side­bar genügt mir hier nicht. Wenn ich also hier über irgend ein Thema schreibe, dann ver­orte ich dabei in der Regel auch immer etwaige Dif­fe­ren­zen oder Unsi­cher­hei­ten mei­ner Posi­tion gegen­über der Piratenpartei.

Der Landesvorstand Hamburg ist diesem Antrag auch gefolgt, er liegt dem Bundesvorstand vor.

Der ehemalige Bundesvorsitzende, Dirk Hilbrecht, setzt sich intensiv mit den Forderungen Aarons auseinander:

Es stellt sich zudem die Frage, was denn genau „ange­grif­fen” wer­den sollte. Wel­che Nukle­ar­an­la­gen sol­len zer­stört wer­den — und vor allem wie? 1981 hat die israe­li­sche Luft­waffe einen sol­chen Schlag schon ein­mal gegen das weit gehend fer­tig gestellte Atom­kraft­werk Osirak/​Tammus im Irak geflo­gen — übri­gens aus ähnli­chen Über­le­gun­gen. Die­ser Schlag war so nur mög­lich, weil das Kraft­werk noch nicht in Betrieb gegan­gen und noch nicht Uran befüllt war — andern­falls hätte die Gefahr eines radio­ak­ti­ven Fall­outs mit unab­seh­ba­ren Kon­se­quen­zen bestan­den. Bei bereits betrie­be­nen Anla­gen wird sich die­ses Pro­blem nicht auf diese Weise lösen lassen.

Zum Schluss hält er allerdings fest, dass er Ordnungsmaßnahmen oder Rücktrittsfoderungen explizit nicht mit trägt:

Ich halte deine Über­le­gun­gen für falsch. Ich halte sie aber nicht für ein Pro­blem für die Pira­ten­par­tei. Ganz im Gegen­teil: Nur unkon­ven­tio­nel­les Den­ken und auch mal neue Ansich­ten kön­nen uns als poli­ti­sche Bewe­gung vor­an­brin­gen. Inso­fern: Mach weiter!

Das Piratenweib setzt sich mit den angeführten Beweisen des Spiegels auseinander und stellt die Frage: Piraten als Kriegsbefürworter?

Aaron König befürwortet Krieg, um Nuklearanlagen zu zerstören? Wie wahnsinnig ist das denn? Krieg wegen unbewiesener Behauptungen von Geheimdiensten? Und woher weiß er, dass auch der Krieg gegen Iran nicht schon von langer Hand im Pentagon vorbereitet wird? Geht er vielleicht dort ein und aus? Und selbst wenn wir mal davon ausgehen, dass dort Atomanlagen sind? Was ist dann? Sogar der Spiegel gibt sich an dieser Stelle skeptisch

Kai von chinesepoleweapon schrieb einen offenen Brief an Aaron König.

Israel möchte auch bald wieder international die Waffen kreuzen und der Jemen ist auch bald dran, wegen Terror und so. Ja, wegen der Terrorkeule. Alle sind sie Terroristen. Aaron, hast du bei Herrn Schily und bei Herrn Schäule ein Praktikum gemacht? Ich bin für Meinungsfreiheit, weißt du? Aber dann darfst du natürlich auch die Kritik an deiner Person nicht scheuen. Besonders gut wäre es auch, wenn du mal die Kommentare in deinem Blog lesen würdest.

Am Schluss fordert er ebenfalls Aarons Rücktritt.

Das bisherige stellt sicher keine vollständige Liste aller Einträge dar, allerdings ist die Richtung meiner Meinung nach Eindeutig. Ich konnte bisher keinen Blogeintrag finden, der Aaron nicht in der ein oder anderen Weise kritisiert. Alles hier erwähnte wurde innerhalb von 24 h nach der Veröffentlichung vom Blogeintrag Aarons geschrieben und gibt denke ich ein gutes und repräsentatives Bild aller Veröffentlichungen ab.

Das Schlusswort möchte ich einem der bekanntesten Blogger Deutschland geben. Fefe schreibt uns Piraten etwas in das Stammbuch:

Bei den Piraten ist glaube ich noch nicht angekommen, dass sie jetzt genau so behandelt werden wie die CDU. Wenn da der Pofalla Mist faselt, blogge ich darüber als „die CDU will jetzt“. Und in diesem Fall blogge ich daher: „die Piraten wollen jetzt den Iran bombardieren“. Dieser Typ ist im Vorstand, der spricht jetzt für alle Piraten.

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4 Pings

  1. Stefan sagt:

    hm du hast du krone falsch verlinkt…

    ansonsten thx für die zusammenstellung 🙂

  2. inkorrupt sagt:

    [Vorstände]Sarrazin und die Kopftuchmädchen
    Mirco da Silva | Piraten Sachsen midas at piraten-sachsen.de
    Sa Okt 17 14:44:24 UTC 2009

    Aaron Koenig schrieb:
    > und hier ein paar Gedanken zur Sarrazin, seinen umstrittenen
    > Äußerungen und der verfehlten Einwanderungspolitik in Deutschland:
    > http://www.politicool.de

    Hallo Herr König,,

    bitte nehmen Sie sich die Piraten-Kommentare* zu Ihrem (und
    kommentar-zensierten und urheberechtlich geschützten**) Blogeintrag zu Herzen, und ziehen Sie wenigstens Ihr FCSTP-T-Shirt aus.

    Wenn Sie darüber hinaus der Partei was Gutes tun und trotzdem weiter so einen gequirlten Schwachsinn verbreiten wollen, dann trete Sie bitte umgehend von Ihrem Amt zurück.

    Dank & Gruß
    Mirco da Silva | Vorsitzender PIRATEN Sachsen | Crew Royal
    GSM: +491621860696 [VF: http://ur1.ca/c2gf%5D
    PGP-Pubkey: http://ur1.ca/c2g1
    Fingerprint: 4DD0 67E4 8331 588A 9FC4 E7B8 48A1 59F6 F94B 8E5C

    *http://blog.pantoffelpunk.de/zermatschtes/aaron-zieh-wenigstens-das-st-pauli-shirt-aus
    **http://wiki.piratenpartei.de/index.php?title=Piratenplanet&diff=348210&oldid=344559

    ————

    Hi Ben,

    unter dem Titel „Fange an zu sammeln oder Schweige.“ habe ich Dir zur Auffrischung Deines Gedächtnisses ein paar Mails zusammengestellt.

    gruuß!
    inkorrupt

    [Vorstände]Verlust wichtiger Mitglieder wegen Vorstandsäußerungen
    Mirco da Silva | Piraten Sachsen midas at piraten-sachsen.de
    Do Okt 22 12:32:06 UTC 2009

    ValiDOM schrieb:
    > Jens und Andi’s Interview mit dieser komischen Zeitung war ein Fehler,
    > die man mal macht. Das weiter zu verkaufen als sei es gut gewesen, ist
    > der wahre Fehler. Genauso ein Fehler ist es aber, deswegen als

    > Zu Sarazin: ja, er spricht da Probleme an. Allerdings auf die falsche
    > Weise. Er hat es geschafft, eine Debatte aus zu lösen, die lange
    > eingeschlafen war.

    Das kann man so sehen.
    Ich neige dazu mich einer anderen Sichtweise anzuschliessen:
    http://blog.pantoffelpunk.de/zermatschtes/aaron-zieh-wenigstens-das-st-pauli-shirt-aus

    „Heute (bzw. gestern) hat Aaron sich über die Aussagen Thilo Sarrazins, die von der NPD so begeistert aufgenommen wurden, ausgelassen.
    Selbstverständlich findet es Aaron unanständig, ganze Volksgruppen zu verunglimpfen und die Assoziation zu Konzentrationslagern findet er auch unschön.

    Ungelesen empfehle ich Aaron das neue Buch von Günter Wallraff;
    vielleicht sollte sich Aaron auch Hagen Rether über die Einladung zum
    Tee mal reintun, das geht schnell, ist lustig und tut nicht so weh.

    Vielleicht sollte sich Aaron König also einfach einmal mit dem
    Alltagsrassismus auseinandersetzen, den die Migraten hier tagtäglich zu
    spüren bekommen und dazu dann auch in einem Artikel über ein so
    wichtiges und elementares Thema wie Integration etwas schreiben.

    Aaron König schließt seinen Artikel mit dem Statement, dass, “wer aus
    Kulturen stammt, in denen diese Werte keine große Rolle spielen, muss sie annehmen und verinnerlichen, um hier dauerhaft leben zu können.”,

    ohne auf diesen Alltagsrassismus einzugehen oder auf wissenschaftliche Erkenntnisse hinzuweisen, dass die Kriminalitätsrate viel eher mit dem sozialem Status bzw. dem Bildungssstand, der wiederum in Deutschland eng an den sozialen Status gekoppelt ist, zu erklären ist als mit der
    ethnischen Herkunft.

    Und weil Aaron König das so verkürzt sieht, dankt Aaron König Thilo Sarrazin für den Anstoß einer Diskussion.“

    Und Du tust es ihm irgendwie gleich, validom.. :-/

    > Neu ist das aber alles nicht. Nur ist das verdammt noch mal nicht
    > unser Thema derzeit und deshalb hat auch ein Vorstand seine Klappe zu
    > halten.

    Das wäre angebracht, und das Nuhr’sche Prinzip war auch mal irgendwie
    Parteikonsens.

    Mit dem im Juli gewählten Vorstand hat sich das aber grundlegend geändert.

    Mit Aaron König haben wir jetzt sogar einen eigenen Piraten-Profalla an Bord, der munter die vielfältigen Möglichkeiten der Fettnäpfchensuche auslotet, und die Treffer-Hitliste anführt. Auch wenn Jens, Andreas und Nicole versuchen fleissig aufzuschliessen.
    Ich denke nicht, dass wir so weitermachen sollten, und ich halte keine der Persönlickeiten im BVOR für unersetzlich.

    Ulis (und Woljfgangs) Mail habe ich, unter Annahme deren
    Einverständnisses, als verlinkbare Diskussionsgrundlage ins Wiki gestellt:
    http://wiki.piratenpartei.de/Benutzer:MDS/Verlust_wichtiger_Mitglieder_wegen_Vorstands%C3%A4u%C3%9Ferungen

    Sollte dieses Einverständnis wider Erwarten nicht vorliegen bitte ich um
    Nachricht, danke.


    mit freundlichen Grüßen
    Mirco da Silva | Vorsitzender PIRATEN Sachsen | Crew Royal
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    [Vorstände]BPT 10.1
    Mirco da Silva | Piraten Sachsen midas at piraten-sachsen.de
    Fr Okt 23 10:45:20 UTC 200

    > Dagegen spricht natürlich, dass die Organisation eines Parteitages
    > Kräfte bindet, die eventuell an anderer Stelle im Wahlkampf besser
    > eingesetzt werden können.

    Dafür einen BPT noch mit ausreichend Vorlauf vor der heißen
    Wahlkampfphase z.B. in NRW auszurichten spricht die traurige Tatsache, dass der aktuelle Bundesvorstand (bzw. deren BPS) hinreichend bewiesen hat, dass er mangels Bedenken und politischem Einfühlungsvermögen kein Problem damit hat, mit minderintelligenten Statements und Strategieempfehlungen von Bundesseite aus massiv in Landtagswahlkämpfe einzugreifen.

    Als Beispiel seien dazu die Kooperationsempfehlung des
    Bundespressekoordinators zugunsten des direkten politischen Konkurrenten GRÜNE/B90 nur 14 Tage vor der Wahl in Sachsen, oder die unsägliche Attestierung der reellen Chancenlosigkeit durch den Bundesvorsitzzenden kurz vor der Wahl in Schleswig-Holstein genannt, die uns nicht nur meiner Auffassung nach weit hinter unseren tatsächlichen Möglichkeiten blieben lies.

    Wer sagt, dass man statt Piraten auch gleich die Grünen wählen kann, oder die Stimme für die eigene Partei mehr oder weniger sowieso verschenkt ist, darf sich nicht wundern, wenn weite Teile der potentiellen Wählerschaft statt uns lieber gleich der Konkurrenz ihre Stimme gibt.

    Dem Landesverband NRW möchte ich hinsichtlich der dort anstehenden Wahl hiermit empfehlen sich über das schwer kalkulierbare Risiko, dass u.a. die weitere Anbiederung an Rechtspopulisten und sonstige Überraschungen aus dem Füllhorn des politischen Dilletantismus durch einzelne BVOR-Mitglieder für die Früchte ihrer Arbeit mit sich bringt gut zu
    überdenken, und ggfs gegen Alternativen abzuwägen.

    Dazu werde ich mich aber zeitnah noch einmal detailliert in einer gesonderten Mail an den Vorstand des LV NRW wenden, und die Erfahrungen aus dem Landtagswahlkampf in Sachsen zusammenfassen.

    Die darüber hinaus zur Schau gestellte Beratungsresistenz bezüglich der Aussenwirkung des BVOR lässt nicht nur mich zu dem Schluß kommen, dass es der Partei u.U. sehr zum Vorteil gereichen würde, wenn wir, anstatt weiter auf das Wunder der plötzlichen Einsicht zu hoffen, unser Schicksal lieber selbst in die Hnnd nehmen sollten, und als deutliches Zeichen der Wehrhaftigkeit und realen basisdemokratischen Verhältnisse
    einzelne BNVOR-Mitglieder ihres Amtes entheben, und durch die fähigsten Piraten aus dem nun wesentlich größeren Pool an möglichen Kandidaten ersetzen sollten.

    Ich bitte alle mitlesenden Vorstände diesbezüglich zeitnah die Stimmung an den Stammtischen zu eruieren, und diese mit den von mir hier vertretenen Thesen abzugleichen. Wenn sich dort eine ähnliche Unzufriedenheit feststellen lässt, wie sie mir allerorten zum Ausdruck gebracht wird, sollte dies für uns alle, insbesondere aber für den NRW-Landesvorstand Handlungsauftrag sein.


    mit freundlichen Grüßen
    Mirco da Silva | Vorsitzender PIRATEN Sachsen | Crew Royal
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    [Vorstände]BPT 10.1
    Mirco da Silva | Piraten Sachsen midas at piraten-sachsen.de
    Fr Okt 23 16:35:05 UTC 2009

    Benjamin Stöcker schrieb
    > Welche eigenen Ansprüche stelle ich denn?

    Die „Nürnberg“-Rufe kann man so interpretieren.

    > Suggestiv mag das sein, aber
    > bei weitem nicht Wahr.

    VIielleiht solten wir uns darauf einigen uns klar auszudrücken, und
    nicht zu chatten? 😉

    > NRW wird sich melden, wenn sie Hilfe wollen, dann
    > kann man drüber reden, wie wir das realisieren. Ansonsten ist immer
    > Irgendwo eine Wahl. Wenn wir nur darauf Rücksicht nehmen, haben wir uns
    > weder bis zur nächsten Bundestagswahl organisiert, noch haben wir uns
    > Programatisch weiter aufgestellt.

    Wieso Du in dieses Schwarz-Weiß-Denken von wegen „nur dies“ oder nur jenes“ verfällst, kann ich nicht nachvollziehen.

    Bis zur nächsten BTW sind noch 4 Jahre Zeit, und die werrden wir auch brauchen um fähige Leute heranzubilden.

    Ohne programatische Weiterentwicklung sind wir für fähige Leute aber nicht interessant genug, deshalb mein Vorschlag diesbezüglich nicht bis Mitte nächsten Jahres zu warten.

    > Beides wird zu internen Streit führen
    > und beides wird Medial unter Umständen negativ begleitet werden.

    Wenn Du Streit über Inhalte und Personalentscheidungen wegen der befürchteten medialen Begleitung fürchtest, haben wir völlig unterschiedliche Auffassungen darüber was diese Partei eigentlich bewirken soll.

    >> Soweinig wie ich es gutheisse, dass Wolfgang Dudda als Fahnenflüchiger
    >> gedisst wird, sondern eine kritische und konsequente Selbstbetrachtung
    >> einfordere, sowenig begrüße ich den Begriff Meuterei im Zusammenhang mit
    >> meinem Wunsch einzelne BVOR-Mitglieder wegen erwiesener Unfähigkeit
    >> gegen andere Piraten auszutauschen.
    >>
    > Weis gar nicht, warum du Meuterei falsch empfindest.

    Weiß garnicht weshalb Du mich unter Inkaufnahme möglicher Nebenwirkungen unbedingt falsch verstehen willst, Ben.

    > Wenn die Piraten im
    > Mittelalter mit ihrem (gewählten) Kapitän nicht mehr zufrieden waren,
    > haben sie gemeutert. Genau das willst du tun, ist dein demokratisches
    > Recht und ich fordere auf dich es zu Benutzen. Wenn ich das tun wollen
    > würde, was du den so willst, wäre ich schon am Unterschriften sammeln.
    >
    > Vn daher: Fang an!

    Gestattest Du mir zu diesem Zweck, dass ich mich an die Vertreter der Partei wende, damit diese ihre Funktion als Multiplikatoren ggfs wahrnehmen, oder soll ich lieber unter Inkaufnahme möglicher Nebenwirkungen mit massiven X-Postings die Länderlisten vollspammen?

    Was hälst Du für den vernünftigeren Weg?

    > Wenn du dann die benötigte Zahl nicht erreichtst,
    > dann schweige aber auch 😉
    >

    Schweigen?

    So richtig mit „Klappe halten“ und „nix mehr sagen“ und so?

    Hm..

    Wann genau läuft denn die Frist ab, die Du mir stellst um10% Zustimmung zu erreichen?

    >> Diese Art von „Meuterei“ sollte in diesem Zusammenhang für Piraten nicht
    >> der Ausnahmezustand sondern eine Selbstverständlichkeit sein.
    >>
    >
    > Wenn jeder das mit dem Bundesvorstand sieht so wie du, sogar unsere
    > Demokratische Pflicht 😉
    >

    Dann untertsütze mich doch bitte bei meiner Pflichterfüllung und vermittle mein Begehr zu gegebener Zeit möglichst neutral an die Piraten Deiner Untergliederung.

    Nur weil mal ein Beisitzer kielgeholt werden soll, muss man ja
    nichtgleich die Welle machen, oder?

    Danke.

    >> Du bist schlecht informiert, Ben.
    >> Weder „mach ich net“, noch bin ich ein Ninja:
    >>
    >
    > Moment, da hatte ich doch gefragt warum man das fragt. Was bekam ich als
    > antwort? Das ist ja nur so Interesse halber. Die Antwort war so
    > vorherzusehen, das die Anfrage reine Zeitverschwendung war. Die hätte
    > ich dir genauso gegeben.
    >

    Bitte? *bahnhof*

    >> Ich werde Dich aber gerne über die weitere Entwicklung informieren.
    >>
    >
    > Must du nicht, das bin ich. Oder hast du schon eine Unterschriftenliste?
    > Zur Sammlung von Unterschriften aufgerufen? Nein? Dann bin ich Informiert.
    >

    Woher hast du die Information mit dieser ominösen Unterschriftenliste?

    Welches Verfahren ist zur Sammlung von Unterschriften notwendig?

    Lässt Du mich an Deinem Wissen bzw. Deinen Quellen teilhaben?

    So von Pirat zu Pirat quasi?

    >>> Das kann ich dir jetzt schon sagen, Oberfranken (ca 200 Mitglieder)
    >>> überwiegend dagegen, da bin ich mir ziemlich sicher.
    >>>
    >>>
    >> Bitte sei so gut und frage sicherheitshalber mal nach.
    >>
    > Nope, wenn du mir nicht glaubst, komm an unsere Stammtische. Die sind
    > nicht so weit von dir Weg. Mach dir selbst ein Bild.
    >

    Vielen Dank für Deine „Hilfe“ bei der demokratischen Pflichterfüllung.

    Wo finde ich Eure Mailingliste?

    >> 10% Zustimmung reichen um einen außerordentlichen BPT einzuberufen.
    >>
    > Nach meiner Erfahrung sind so ca. 20-30% der Piraten überhaupt aktiv.
    > Davon brauchst du also 30-50%. Das klingt schon schwerer. Ansonsten
    > wieder: Fange an oder Schweige.
    >

    Gestattest Du mir bitte meinen Arbeitsrhytmus selbst zu bestimmen?

    Danke.

    Da wir uns zumindest einig sind, dass Meuterei ne ganz normale Sache ist, sollten wir eigentlich die Vorraussetzung schaffen dieses Verfahren zu einem permanenten Prozeß zu machen

    Ich stell mir so einen (virtuellen) Meuter-Briefkasten vor, in den jeder sein Votum abgeben kann, der was zu meutern hat.

    Und wenn der Meuter-Briefkasten, dass geforderte Quorum erreicht hat.. usw.

    Was hälst Du davon?

    >> Mehr steht ja erstmal nicht zur Debatte.
    >>
    > Fange an zu sammeln oder Schweige.

    Deine Methode der permanenten Wiederholung von Imperativen kenne ich nur aus der Schule, vom Militär und aus psychologischer Fachliteratur.

    Was willst Du damit bezwecken?

    > Wenn du dann mal angefangen hast, werden wir sehen ob es 10% der Piraten
    > so sehen wie du, oder nicht. Solange du allerdings nicht anfängst, tu
    > nicht so, als wäre es so.
    >

    Offenbar ist Dir trotz deutlichem Hinweis entganen, dass die Modalitäten des Verfahrens noch nicht so klar sind, wie Du Dir das vorstellst.

    Oder D weißt mehr als ich, aber dann teile doch bitte Dein Wissen.

    Es vermehrt sich, und Du weißt hinterher garantiert nicht weniger.

    Ehrlich.


    mit freundlichen Grüßen
    Mirco da Silva | Vorsitzender PIRATEN Sachsen | Crew Royal
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    ——————————-

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    [Vorstände]Verlust wichtiger Mitglieder wegen Vorstandsäußerungen
    Mirco da Silva | Piraten Sachsen midas at piraten-sachsen.de
    Do Okt 22 19:13:22 UTC 2009

    Aaron Koenig schrieb:
    > Ich werde zur Zeit bei JEDEM Gespräch über Politik gefragt, wie ich zu
    > Sarrazin stehe.

    Toll.

    Wieder einmal ist es Dir gelungen persönliche Akzente zu setzen, und den
    Schwerpunkt der politischen Debatte zu bestimmen.

    Anstatt die politische Agenda der Partei zu fördern und
    Piratenstandpunkte zu kommunizieren, bist Du, wie Du selbst einräumst, mehrheitlich damit beschäftigt Deine persönliche Agenda zu verargumentieren.

    Aaron, such‘ Dir bitte eine andere Plattform zur Befriedigung Deines Selbstdarstellungsbedürfnis.

    Die Ziele der Piratenpartei sind einfach zu wichtig, als das sie Deinen persönlichen Zielen untergeordnet werden dürften.

    Wegen Deiner nachweislichen Unfähigkeit zur Einsicht dieser
    Notwendigkeit fordere Dich hiermit noch einmal auf von Deinem Amt zurück zu treten.

    Bitte erspare der Partei den Kraftakt Dich gegen Deinen Willen gegen einen loyaleren Piraten auszutauschen.

    Danke.


    mit freundlichen Grüßen
    Mirco da Silva | Vorsitzender PIRATEN Sachsen | Crew Royal
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  3. Benjamin Stöcker sagt:

    @midas,

    Natürlich darfst du deine gesammelten Emails hier posten, da du zur Zeit ohne Homepage bist, tu dir ruhig keinen Zwang an :o)

    lg

    Ben

  4. Mario H. sagt:

    Auch von mir ein Dankeschön. Es geht aktuell schon hoch her – wie so oft, wenn Aaron König sich meldet. Und jedes Mal finde ich meine Entscheidung, nicht bei den Piraten eingetreten zu sein, gut.

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