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Sep
30

Flattr – Kulturrevolution von unten?

Symbolbild: Welt hinter GitternFlattr: Kulturrevolution die Fesseln sprengt? (Bild von AZRainman unter CC-BY)

Ich denke nicht, dass ich den Lesern dieses Blogs – es müssten ja überwiegend Piraten sein – lange erklären muss was Flattr ist. Wer hier Nachholbedarf hat, der kann sich über dieses Micropaymentsystem in einem Blogpost aus meinem anderen Blog ausgiebig Informieren.

Die Frage, die ich hier stellen möchte ist was Flattr für unsere Gesellschaft bedeuten könnte – und wie sollten wir Piraten zu diesem Dienst stehen?

Das erste was mir persönlich sofort an Flattr aufgefallen ist, ist dass er nicht zwischen Produzenten und Konsumenten unterscheidet. Es gibt nur einen „Account Typ“, jeder ist im System erstmal gleich. Das bedingt auch, dass jeder bereit sein muss zumindest ein Minimum (2€) zu geben, damit er Teil des Systems sein darf.

Genau diese fehlende Unterscheidung zwischen „Bezahler“ und „Bezahltem“ kann, wenn man an alten Gedankenmustern festhält, für falsche Schlussfolgerungen sorgen. Ein Beispiel dafür ist Sascha Lobo, seine Erklärung warum er nicht flattrt enthält den entscheidenden Fehler strikt zwischen Kulturschaffenden und Konsumenten zu trennen:

Diese Größenordnungen und die zu erwartende Marktdurchdringung lassen mich vermuten, dass bei Flattr ein mittelgroßer Haufen Blogger das Geld im Kreis herumreicht. Natürlich, und das ist an den aktuellen, interessanten Zahlen zu erkennen, profitieren davon eine Handvoll großer Blogs oder die taz*. Aber schon das flattr-Prinzip – man kann nur geflattrt werden, wenn man selbst flattrt – deutet stark darauf hin, dass die Vielzahl der kleineren Blogs die wenigen, größeren bezahlen werden.

Seine Annahme ist, dass man sich bei Flattr nur anmeldet, wenn man selbst einen Blog hat mit dem Ziel bei Flattr Geld zu verdienen. Ich verstehe durchaus, woher diese Annahme kommt, schließlich tut sich bisher jeder „Paid Content“ im Netz schwer. Man könnte also annehmen, dass Menschen eben nicht für Inhalte bezahlen wollen.

Meine ersten Erfahrungen mit Flattr zeigen aber anderes auf. Wenn ich nach schaue, wer mich flattrt – und manche stellen Flattr so ein, dass man das sehen kann – dann finde ich darunter mir Bekannte Personen, welche selbst keinen Blog betreiben, nicht Youtuben, selten kommentieren und gerade mal mediacore twittern. Wer die Gesellschaft in Kulturschaffende und Kulturkonsumierende trennen möchte, der würde sie als die klassischen Konsumenten einsortieren.

Es melden sich also Menschen bei Flattr an, die genau wissen, dass sie bei dem System draufzahlen werden. Flattr schafft damit, was vielen anderen Diensten vorher extrem schwer fiel: Geld für kulturelle Inhalte im Internet aufzutreiben. Das System ist einfach zu verstehen und leicht zu bedienen, der User kann sein Geld leicht unter den gewünschten Empfängern verteilen. Man könnte auch sagen, flattr erleichtert es dem Erschaffer eines Inhalts ein Dankeschön zukommen zu lassen.

Und die Tatsache, dass es bei Flattr nur einen Typ von Account gibt, bildet die Internetrealität weit besser ab, als es auf den ersten Blick scheint. Was Sascha Lobo und andere nämlich noch lernen müssen: Wir sind jetzt alle Kulturschaffende – Jeder von uns erschafft immer wieder irgendwo ein kleines Stück Kultur. Ob es jetzt das Fotografieren, das Bloggen, das Twittern oder einfach das Kommentieren – deswegen können bei mir auch Kommentare geflattert werden – ist: Das alles ist Kultur.

Wir leben in einer Zeit, in der die Sendekanäle eben nicht mehr beschränkt sind wie noch zu Zeiten des Radio, Fernsehen und der Printmedien. Jeder kann sofort zum Sender werden. Und sobald man Informationen sendet, nimmt man Teil am kulturellen Kreislauf. Selbst wenn diese Information nur eine Kopie ist.

Ist es nicht genau das, was wir Piraten immer predigen? Ist es nicht genau das der Charme und die Freiheit im Netz, die wir erhalten wollen, in dem wir zum Beispiel für Netzneutralität eintreten und gegen Zugangserschwerungsgesetze kämpfen?

Es ist die Freiheit zum Senden, Kultur zu schaffen und an der Weiterentwicklung unserer Gesellschaft teilzuhaben die wir Piraten erhalten und fördern wollen.

Und dabei betonen wir Piraten doch ständig, dass das Geschäftsmodell der Content-Lobby zum Tode verurteilt ist und das Internet aufgrund seiner Struktur und Wesens die Art des Bezahlens von Kultur zwangsläufig verändern wird.

Symbolbild: Frau mit einer Che Guevara MaskeIn jedem von uns steckt ein Revoluzer (Bild von p22earl unter CC-BY)

Ja, Flattr ist nicht die Antwort auf alle Probleme dieser Welt. Man wird mit Flattr voraussichtlich nicht Millionen verdienen können. Aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung, es ist einen Versuch wert! Vor allem, da anzunehmen ist, dass Flattr die Vielfalt im Netz fördern würde – denn vor allem Open Content müsste durch das System mehr Geld erhalten als vorher. Flattr ist zutiefst demokratisch und würde bei einer starken Verbreitung dafür sorgen, dass User eben auch mal mit den Füßen abstimmen können.

Für mich ist klar, dass es eine politische Pflicht der Piratenpartei ist Flattr zu fördern. Eine freiwillige Kulturflatrate – und genau das ist Flattr – ist erstmal eine charmante Idee die zutiefst „piratig“ ist.

Aber wie könnte die Piratenpartei so ein System offensiv fördern? Nun in Liquid Feedback gibt es bereits Anträge zu Flattr, welche ich allerdings alle ablehne.

Da gibt es zum Beispiel den Vorschlag einen eigenen Flattr Dienst zu starten. So etwas könnte sicher irgendwann sinnvoll sein, wenn sich die Idee, die hinter Flattr steht, durchsetzt. Ich bin mir sogar sicher, dass der Erfinder von Flattr an Interoperabilität mitarbeiten würde. Derzeit ist es aber zu früh für so eine Entwicklung. Das Pflänzchen ist schlicht noch zu klein um davon schon Triebe abzuscheiden. Ein Split würde nachhaltigen Schaden anrichten.

Dann gibt es noch den Vorschlag Flattr auf den Seiten der Piratenpartei einzusetzen um so Geld in die stetig klammen Parteikassen zu spülen. Das halte ich aus mehreren Gründen für falsch:

Wir – die Partei der Transparenz – würden damit anonyme Spenden erlauben. Wir wüssten nicht wer uns Geld spendet und wie viel. So könnte uns jemand jeden Monat Tausende Euro zuspielen, ohne dass wir es überhaupt nachvollziehen können. Ob die Bundestagsverwaltung davon so begeistert wäre wage ich persönlich stark zu bezweifeln.

Aber neben dem Aspekt der Transparenz des Spendenwesens gibt es noch etwas Anderes, dass mir missfällt: Wenn wir Piraten das System fördern wollen, wäre es dann nicht kontraproduktiv Geld aus dem System ziehen zu wollen? Sicherlich, die Bekanntheit des Systems wird durch eine Verwendung auf den Seiten der Piratenpartei steigen, aber darauf aufmerksam machen könnte man auch ohne die endgültige Verwendung.

Da das Geld, dass jeden Monat in Flattr fließt relativ konstant sein dürfte bei gleich bleibender Mitgliederanzahl, würde so ein Einsteigen der Piratenpartei den Verdienst der anderen voraussichtlich schmälern und damit das System unattraktiver machen.

Wir sollten aber doch eigentlich genau das Gegenteil tun, wir sollten doch das System attraktiver machen, oder? Da Flattr ein Schritt hin zu einem Kulturvergütungssystem ist, dass uns Piraten nahe liegt ist eine offensive Förderung angesagt. Als Konkurrenz zu den bereits bestehenden Initiativen, habe ich eine LQFB Initiative gestartet, welche ich bei positivem Meinungsbild auch dem Bundesvorstand vorlegen werde:

Der Bundesvorstand möge beschließen, dass die Piratenpartei Deutschland einen Account beim Micropaymentsystem Flattr erstellt. Der Account wird so eingestellt, das bis zu 100€ im Monat (1200€ / Jahr) vom Bundesverband der PIRATEN verteilt wird.  …Weiterlesen…

Ja, das kostet die Partei Geld. Ja, wir fördern damit auch eine Firma, die Gewinnabsichten hat. Aber so ist das in der Politik! Die Grünen haben auch kein Problem damit die Solarbranche zu fördern – und dort sind auch nicht Weltverbesser unterwegs, dort wird auch Geld verdient.

Wir Piraten sollten kein Problem damit haben ein Kulturflatratesystem zu fördern. Denn Flattr – beziehungsweise die Idee die dahinter steht – wird am Ende nur überleben, wenn die kritische Masse an Nutzern überschritten wird.

Und ist die kritische Masse erst einmal überschritten, wird sich das System von selbst weiterverbreiten – wie das bei Twitter oder Facebook bereits der Fall ist. Dann wäre es schlicht normal, dass man seine Flattr ID bei Accounts angeben kann, zum Beispiel auf Twitter, Facebook, in Kommentarbereichen von Blogs oder Flickr. Was für eine wunderbare schöne Welt, ich könnte mich zum Beispiel für die von mir verwendeten Symbolfotos erkenntlich zeigen.

Und wir Piraten können mit dem Finger zeigen und sagen: „Seht her, so funktioniert das jetzt im 21. Jahrhundert. Das ist gerechter, fairer, moderner, demokratischer als ein System mit beschränkter Auswahl an Sendern und einer Verwertungsindustrie die uns drangsaliert und herum diktiert“.

Flattr hat das Zeug der laufenden Kulturrevolution, die durch das Internet unausweichlich ist, noch einmal einen ordentlichen Schub zu verleihen. Genau deswegen sollte Flattr gefördert werden. Und liebe Piraten, wer soll das machen, wenn nicht wir?

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11 Kommentare

1 Ping

  1. Slash sagt:

    Fortsatz: Und das ist durch und durch konkrete, ergebnisorientierte, effiziente Partei-Arbeit, die bei uns in dieser Qualität viel zu selten vorkommt.

    Ich habe noch einige nebulöse Vorbehalte gegen deine Initiative. Allerdings find‘ ich sie dem zum Trotz beachtenswert. Und damit sie die Beachtung erhält, die ihr zusteht, spring‘ ich vorbehaltlich in den Unterstützer-Pool.

    Ergänzend zu deinem Blog möchte ich hinzufügen, dass Piraten Flattr unterstützen sollten, weil damit ein Umdenken in der Gesellschaft angeregt wird. Das ist das wichtigste, damit zeitgemäße Geschäftsmodelle greifen können; der Otto-Normalverbraucher muss im Internet flexibel werden und gedanklich vom alt-verkrusteten Dogma des Sacheigentums wegrücken. Wenn sich dieser Sinneswandel in unserer Gesellschaft etabliert; dann ist die Gesellschaft – ja, treffender kann man es nicht sagen – piratisiert, und das mit allen Konsequenzen, die daraus folgen.

    So, und jetzt zur Initiative an sich:
    – Der Vorstand ist zu ausgelastet und zu sehr an anderen, dringlicheren Stellen gefordert, um sich mit Flattrn zu beschäftigen
    – Mit der Übertragung der Flattr-Aufgabe hat der Vorstand eine zu hohe Entscheidungshoheit in einer Piratenpartei, die u.a. Basis-Demokratie als identitätsstiftenden Kernbereich begreift
    – Reicht man die Aufgabe an die Basis weiter, könnte dies möglicherweise die „innerparteiliche Bildung“ fördern… ach scheiße, ich krieg’s nicht prägnant hin: Ich mein damit, dass durch die geschaffende Möglichkeit für die Basis, Geld zu verteilen, erst mal ein gesteigertes Interesse am Informieren aufkommen könnte, um ordentlich mitreden zu können welcher Artikel geflattrt werden soll. Die intern diskutierten Artikel erhalten durch die Mitsprache-Möglichkeit in Echtzeit wiederum mehr Aufmerksamkeit innerhalb der Partei und werden intern stark publiziert. Und dadurch sind alle Piraten dann besser informiert und sachkundiger. Das mein ich mit geförderter „innerparteilicher Bildung“. So, und dann gibt’s noch einen zweiten Punkt, der an dem angefügt ist – aber der ist strittig: Hinwendung zu Inhalten, Abwendung vom mit-sich-selbst-beschäftigen. Meinungsbildungstool haben wir mit doodle, LQFB, etc. ja mittlerweile zu genüge, um dies zu realisieren. Aber das ist erstmal zweitrangig; es sollte zunächst einmal die Idee an sich betrachtet werden, es der Basis zu überlassen, im Namen der Piratenpartei zu flattrn.

  2. Slash sagt:

    Und noch ein Kritikpunkt. Die Ideologisierung der Initiative ist unpiratig.
    Sicher eint uns eine Werte- und Zielwolke, allerdings stehen wir
    vorwiegend für eine aufklärerisch-sachliche, neue Art von Politik,
    die sich nicht in festgefahrenen links-rechts-Schemata verorten lässt.
    Und das wiegt mehr als der Umstand, dass wir kein total bunt zusammen
    gewürfelter Haufen sind.
    Ich würd’s begrüßen, wenn du den Titel ändern könntest oder zumindest
    eine Klarstellung in der Begründung einfließen lassen könntest oder
    einen Hinweis, dass für den richtigen Antrag dann ein anderer Titel
    folgen wird.

    1. benjamin.stoecker sagt:

      Hallo Slash,

      von mir aus Delegiert das der Vorstand an LQFB, mir persönlich soll es recht sein. Ich wollte das schlicht nicht in den Antrag schreiben, soll der Vorstand doch entscheiden wie er seine Arbeit an wen delegiert – Ich wollte an dieser Stelle keinen Druck aufbauen. Das der Vorstand diese Aufgabe sinnvollerweise delegiert ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit – obwohl unser Bundesvorstand damit ja des öfteren mal so seine Probleme hat, leider 🙁

      Titel von Initiativen in LQFB kann man (leider) nicht ändern. Ich persönlich finde das Wort Ideologisch nicht unangemessen, denn es macht klar, dass damit gezielt Publikationen gefördert werden sollen, die uns Gedanklich nahe stehen.

      Das dürfte zum Beispiel netzpolitik.org sein, die TAZ Artikel zu S21 etc.

  3. Wobble sagt:

    Ich find deine Initiative ist auch die sinnvollste, der dort zur Wahl stehenden Optionen. Deswegen hat sie auch meine Unterstützung. Womit ich aber Bauchschmerzen habe ist, dass gleich 100€ im Monat dafür ausgegeben werden sollen. Ich denke du kriegst mehr Zustimmung, wenn du den Betrag erstmal niedrig hältst. Man kann das ja noch nachträglich erhöhen.
    Desweiteren, würde ich an deiner Stelle in der Initiative explizit darauf aufmerksam machen, dass man die Entscheidung, was geflattrt wird, z.B. über LF machen kann.

    PS: Ich bin auch einer derjenigen, die nur Artikel flattrn und selber noch nie nen Flattr-Button irgendwo platziert haben. Und ich hab gerade wieder Geld nachgeladen 🙂

    Ich sehe, dass man hier auch flattr-Buttons für Kommentare anzeigen lassen kann. Was muss ich da bei „Flattr ID“ angeben? Meine Flattr UserID?

    1. benjamin.stoecker sagt:

      Hallo Wobble,

      Ich habe bei dem Betrag derzeit bis zu geschrieben und gehe davon aus, dass der BuVo den Betrag wenn eh beschneiden würde.

      Das die Entscheidung was geflattrt wird in LF fallen kann ist mir Bewusst – ich persönlich hätte auch kein Problem damit. Das würde aber ein Shitstorm sonders gleichen starten. Das allein ist kein Argument, aber da das Geld eh dem Bundesvorstand untersteht kann er auch alleine auf die Idee kommen und entscheiden.

      Mir persönlich ist schlicht nicht wichtig wie entschieden wird, sondern nur das entschieden wird 😉

      lg

      Ben

  4. Slash sagt:

    Ja, da wird’s aber ganz schön eng für. 2 Tage sind nicht fiel, um 15 direkte Unterstützer ins Boot zu holen.
    Die schmerzliche Erfahrung musste ich mit meiner initiative „Vollberechtigte öffentliche Teilhabe am Webseiten-Wettbewerb“ ( https://lqfb.piratenpartei.de/pp/initiative/show/1024.html ) machen =/ …
    Hast du schon über die MLs auf die Initiative aufmerksam gemacht und sie an ’nem Stammtisch angesprochen ? Das würd‘ helfen…

    Viele Grüße,
    / aka Oliver

  5. Irgendwer sagt:

    Das Unternehmen bzw. Dienst „flattr“ selbst zu fördern halte ich als Pirat für äußerst kritisch, die „flattr“-Ideologie zu fördern dagegen schon eher. (Lobby und so..)
    Auch möge die Piratenpartei fordern den/so einen Dienst zu (weiterzu-)entwickeln damit er dezentralisiert ist und kein Unternehmen dahinter steht.

    „Piratenpartei soll Flattr und idiologisch nahen flattrbaren Inhalt fördern“
    das würde ich so jedenfalls nicht unterstützen.

    1. Slash sagt:

      Um Kkonstruktiv zu bleiben, müsstest du aber dann auch schon eine konkrete Alternative ins Feld führen.

      Flattr unterstützen = konkret

      Idee Flattr unterstützen = nicht konkret

      1. benjamin.stoecker sagt:

        Das sehe ich übrigens ähnlich. Es gibt keine Alternative zu Flattr derzeit. Der Entwickler hat sich zu einer Dezentralisierung auch geäußert – er macht da durchaus mit, wenn das System erst einmal soweit ist.

        Da hinter Flattr fast die gleichen Menschen stehen wie hinter Pirate Bay gehe ich davon aus, dass das auch nicht dahin gesagt war.

  6. Jan Odenbach sagt:

    Das Flattr- Konzept ist möglicherweise ein interessantes Geschäftsmodell.
    Wahrscheinlich ist es aber eine privatwirtschaftlich organisierte Unternehmung und keine gemeinnützige Organisation. Von daher halte ich eine Förderung von Seiten der Piratenpartei für unangebracht und fürchte auch einen Konflikt mit dem Parteien-gesetz.
    Aber was spricht dagegen das Flattr-Modell auf den üblichen Kommunikationskanälen der Partei bekannt zu machen und die Parteimitglieder zu eine persönlichen Mitgliedschaft aufzufordern. Die Leute können dann ganz „basisdemokratisch“ entscheiden, was sie davon halten, im positiven Falle käme sogar mehr Geld rein und die Parteiarbeit wäre auch nicht mit einer zusätzlichen organisatorischen Aufgabe belastet.

    Grüße Janosh

  7. Johannes Knopp sagt:

    Bei Twitter hab ich dich wohl falsch verstanden und mich auf den falschen Aspekt, ob Parteispenden via Flattr legal sind, konzentriert. Sorry, wenn ich da etwas rumgenervt hab, war keine Absicht. Dennoch bin ich mit deinen anderen Argumenten nicht ganz einverstanden:


    Wir – die Partei der Transparenz – würden damit anonyme Spenden erlauben. Wir wüssten nicht wer uns Geld spendet und wie viel.

    Ist das per se ein Problem für die Partei des Datenschutzes? Wenn jemand bei einem Infostand stehen bleibt und dann 2 Euro ins Sparschwein wirft, wirst du wahrscheinlich nicht verlangen, dass die Personalien aufgenommen werden. Und für eine solche Spende halte ich einen Flattr-Klick. Der Sinn der Transparenz an der Stelle ist doch, mögliche Einflussnahmen durch Geldgeschenke Offenzulegen. Aufgrund der kleinen Beträge bei Flattr-Spenden sehe ich diese Gefahr nicht und aus diesem Grund ist Anonymität an der Stelle auch kein Problem.


    So könnte uns jemand jeden Monat Tausende Euro zuspielen, ohne dass wir es überhaupt nachvollziehen können. Ob die Bundestagsverwaltung davon so begeistert wäre wage ich persönlich stark zu bezweifeln.

    Tausende Euro sind über Twitter nicht ohne heftigen Aufwand zu übertragen. Man muss jeden Monat jede Menge Klicks leisten und viele Accounts haben, wenn so eine Aktion nicht auffallen soll. Just won’t happen.

    Deine These, dass man Geld aus dem System Flattr abzieht, wenn man die Piratenpartei anmeldet kann ich nicht nachvollziehen.

    Da das Geld, dass jeden Monat in Flattr fließt relativ konstant sein dürfte bei gleich bleibender Mitgliederanzahl, würde so ein Einsteigen der Piratenpartei den Verdienst der anderen voraussichtlich schmälern und damit das System unattraktiver machen.

    Das sind gewagte Annahmen. Tim Pritlove und andere sagen eher, dass ein attraktiveres Angebot dafür sorgt, dass man mehr Geld pro Monat verflattrt. Vielleicht sorgt ein Flattr-Account der Piraten ja auch dafür, dass sich mehr Leute anmelden und somit mehr Geld ins System fließt? Die Behauptung, dass das System unattraktiver wird, weil die Piratenpartei daran teilnimmt kann ich jedenfalls nicht nachvollziehen.

    Deine Forderung, einen Account anzulegen und selbst Geld zu verflattrn find ich gut!

    Ich fände die Nutzung eine Win-Win Situation: Es kommt mehr Geld in die Kasse der Partei und die wunderbare Idee des Social Payment wird gefördert. Ich hoffe ich konnte meine Gedanken dazu jetzt besser ausdrücken als in 140-Zeichen-Nachrichten 🙂

  1. Podiumsdiskussion über Kulturflatrate der Grünen im Bayerischen Landtag | Under Skull and Bones sagt:

    […] Diskutanten erklärt, wie er es den konkret machen will. Ich persönlich würde mich ja über eine Förderung von Flattr sehr freuen, meine Parteikollegen wollten dies allerdings derzeit nicht. Wahrscheinlich ist dies […]

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