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Feb
20

Es wird vermisst: Der orange Balken

Wahlzettel der BTW mit angekreutzen Piraten Es wählten in Hamburg 2,1% die Piraten
Bild: byteorderCC-BY

Es ist 17:59 und er spürt, wie die Nervosität in ihm hoch steigt. Er reibt seine feuchten Handflächen an der Hose. 18 Uhr, seine Pupillen weiten sich während sich seine Augen unweigerlich zusammenkneifen, wie bei einem Raubtier, dass erwartungsvoll seine Beute erspäht. Seine Anspannung füllt fast den gesamten Raum. 18 Uhr und eine Minute, aus dem Lautsprecher des Fernseher vor schäppert die  Stimme des Moderators : >>5,4% sonstige, darunter sind die Piraten mit 2,1% die größte Partei<<. Seine Schultern sacken in sich zusammen, der Rücken fängt an sich zu beugen, seine Augen gehen nachdenklich Richtung Boden.

Waren all diese anstrengenden Wochenenden auf den Straßen, all diese Überzeugungsarbeit, all der Kampf, war das alles umsonst?

Er vermisste etwas, er vermisste seine Beute: Den Orangen Balken.

So oder so ähnlich werden es wohl Menschen berichten können, die in der Nähe von Claudius Holler waren, als die Wahllokale schlossen. Warum ich das denke.  Weil ich vor mehr als einem Jahr in einer ähnlichen Situation war: Bei der Bundestagswahl 2009, als Bezirksvorsitzender der Piratenpartei in Oberfranken. Was damals noch ein Achtungserfolg war, ist heute die traurige Realität einer Kleinpartei die sich selbst leider nur all zu oft im Wege steht.

Denn die Probleme sind hausgemacht. Wer sich etwas länger mit den Piraten beschäftigt wird schnell bemerken, dass die Piraten sich selbst eher selten realistisch einschätzen. Aber nur wer weiß, wo er steht, kann erahnen in welche Richtung er einschlagen muss, um sein Ziel zu erreichen. Die Piraten sehen sich selbst aber derzeit nicht als zwei Prozent APO, und dementsprechend wird die geringe Menge an Energie falsch verwendet. So beschwört man regelmäßig Skandale herauf, wenn man irgendwo nicht eingeladen wurde. Die Analysen der Parteienforscher sind dabei meist ziemlich treffend: Es fehlt an Köpfen in der Öffentlichkeit. Wer die Partei näher verfolgt und ehrlich ist, kann dem nur schwer widersprechen. Die Piratenpartei als Gesamtes hat kein Gesicht. Den Vorsitzenden vermutet man eher auf einer einsamen Inseln, medienwirksam und parteiförderlich ist er kaum wahrzunehmen – und das ist charmant formuliert. Einzig der bei den Piraten umstrittene Christopher Lauer fällt in Sachen Öffentlichkeitsarbeit immer wieder positiv auf.

Viel schlimmer als ein Aushängeschild ist aber, dass die Piraten die Köpfe für die einzelnen Themen nicht nutzen. Zwar hat die Partei in Chemnitz zum Beispiel die Familienpolitik ins Parteiprogramm aufgenommen, aber sie verfehlt darin, das Thema konsequent öffentlich zu besetzen. So schmerzhaft das für einige Parteimitglieder sein mag, aber Parteiprogramme sind eher irrelevant, denn sie werden kaum gelesen. Die Menschen haben für so eine intensive Beschäftigung mit der Politik kaum Zeit. Man mag von Schröder halten was man will, aber er hat etwas sehr Wahres gesagt, als er meinte:

Für das Regieren brauche ich nur Bild, BamS und Glotze.

Politik wird in den Medien gemacht und über die Medien vermittelt. Politik wird von Menschen für Menschen gemacht und über Gesichter vermittelt. Die Grünen konnten nur so groß werden wie sie sind, weil sie Joschka Fischer hatten. Er war das Gesicht, dass immer wieder Inhalte zu den Menschen transportierte. Heute funktionieren die Grünen mit vielen Gesichtern, die jeweils für andere Themen stehen und diese – zumindest auf den ersten Blick – glaubhaft besetzen. Versuche bei den Piraten ähnliches zu machen wird stets entgegen gearbeitet. Schließlich möchte man andere Politik machen und die Mitglieder scheinen das oft genug mit Politik anders machen zu verwechseln. Da wird das anders sein gerne eben zum Selbstzweck.

Am Ende entsteht ein anonymer Moloch, der Themen vermitteln soll. Nur ein einziges Mal hat ein Pirat es geschafft durch seine Art ein Thema – auch öffentlichkeitswirksam – zu besetzen: Stephan Urbach hat ACTA zumindest im näheren Umfeld der Partei zum Thema gemacht und die Gefahren die damit verbunden sind vermittelt. Leider war es eher ein kurzer Sonnenstrahl in der Nacht. Dabei hätte man genügend Köpfe, die die einzelnen Themen glaubhaft vertreten können. Allein der Wille dieser Menschen und dem Rest der Partei fehlt. Denn dafür müsste man diesen Menschen vertrauen, ihnen Fehler zugestehen und sie mal machen lassen. Aber für viele Piraten heißt Mitmachpartei auch, überall mitbestimmen zu können. Und dieser Umstand führt dann dazu, dass man sich stets über Interna unterhält, weil diese fürs Bestimmen wichtiger sind als Politik. Liquid Feedback ist hier nur ein Beispiel der internen Themen, die unglaublich viel Zeit und Energie verschlingen.

Dieses Verhalten scheint in der DNA der Partei fest einprogrammiert zu sein. Natürlich ist es für eine junge Partei durchaus normal, innerparteilich nicht immer einer Meinung zu sein, dass kann auch durchaus ihren Charme ausmachen. Aber wenn man die Gründungsjahre der Piraten und der Grünen miteinander vergleicht, kann man einen Unterschied feststellen: Während die Grünen von politischen Menschen gegründet worden ist und man innerparteilich viel über Inhalte stritt, ist die Piratenpartei von Nerds gegründet worden und man streitet viel lieber über Strukur. Man könnte auch sagen, dass die Piraten sich lieber um den Aufbau der Datenbank streiten, während die Grünen sich über den Inhalt gestritten haben.

Problem der Piraten ist allerdings, dass man es bisher nicht geschafft hat, die Streitereien produktiv zu führen und Mehrheiten zu akzeptieren. So wird immer noch der Streit geführt, ob und wie man Liquid Feedback möchte und ob und wie man das Programm erweitern sollte, obwohl hier längst durch Mehrheiten Fakten geschaffen worden sind. Und die Energie, die in diese Streitereien versenkt werden, bringen dem ein oder anderen Mitglied der Partei vielleicht Selbstbefriedigung, Wählerstimmen bringen sie aber definitiv nicht.

Womit wir wieder bei der Wahl in Hamburg währen. Die Hamburger Piraten haben zwar einen klasse Wahlkampf hingelegt, aber es zeigte sich hier mal wieder eins: Auch der beste Wahlkampf in einem Bundesland kann gegen die Vorgaben, die aus dem Bund kommen kaum anstinken. Und das bedeutet auch, dass an der Niederlage in Hamburg die Hamburger nur bedingt schuldig sind, was für sie sicherlich nur ein schlechter Trost sein wird. Die ganze Piratenpartei hat die Wahl in Hamburg verloren, und wenn ich ehrlich bin muss ich eingestehen, dass ich wahrscheinlich einen größeren Anteil an der Niederlage in Hamburg habe als Claudius Holler und die anderen fleißigen Piraten, die in Hamburg auf den Straßen standen und bis zuletzt erbittert um jede Stimme kämpften.

Denn ich war einmal im Bundesvorstand dieser Partei und ich habe dabei eine Menge Fehler gemacht, ich war Teil des von mir analysierten Problems. Ich bin in Bingen angetreten mit dem Spruch: „Ich kann auch mal einen Flamewar führen.“ Ich bin angetreten mit dem Versprechen, den Bundesvorstand näher an die Piraten zu rücken und für mehr Transparenz zu sorgen. Das ist mir in Teilen zwar durchaus geglückt, nur ist das alles so herrlich unwichtig. Ich war damals Teil des Problems der Piratenpartei. Ich war nach innen gerichtet und auf Selbstbeschäftigung fokussiert und ich denke genau deswegen wurde ich auch gewählt. Wenn ich die kurze Zeit im Bundesvorstand heute Revue passieren lasse wird mir bewusst, dass ich mit meinem heutigen Wissen vieles anders machen würde.

Wie viel Zeit ich alleine in die BundesIT – welche mir eher aufgedrückt wurde – und in den ganzen Scheiß rund um LQFB versenkt habe, weil es von mir verlangt wurde, ist unglaublich. Dass diese Energieverschwendung neben den Problemen, die sich in meinem Privatleben auftaten, zu einem Burnout führten war eigentlich unvermeidlich. Burnout für Unwichtigkeiten – Energie falsch eingesetzt. Als ich dann endlich mal Zeit hatte mich um Inhalte – §108e – zu kümmern war das Kind schon in den Brunnen gefallen. Mir fehlte es dann an Lust und die Energie mich gegen die Moserköpfe der Partei, die es ja immer wieder gibt, durchzusetzen. Gedacht als Sommerlochthema versumpfte es immer wieder, weil zum Beispiel das Bundespresseteam nicht mitspielte und Ideen aufbrachte, die zwar wieder zu einer schönen Strukturdiskussion führten aber eben nicht zur Kommunikation nach außen. Und so trage ich unglaubliche Schuld an dem Ergebnis in Hamburg, weil ich an einer Position war die Dinge zu ändern aber die Probleme zu dem Zeitpunkt verkannte und mich ständig um Dinge kümmerte, die für das Weiterkommen bei Wahlen herzlich belanglos sind. Hätte ich die Energie auf Politik verwendet, wäre die Piratenpartei vielleicht schon weiter. Und diese Fehler tun mir aufrichtig Leid.

Das ich nach einer Pause nach meinem Rücktritt der Sache bewusst geworden bin war wohl schlechtes Timing. Bei der Umsetzung bin ich  – zumindest gefühlt – an meinem eigenen Landesverband gescheitert. Wer nicht mehr mitmacht bei Selbstbeweihräucherung und Kampf gegen den bösen Berliner Landesverband steht schnell außen vor. Ein Landesvorstand schrieb mir in einer Diskussion neulich,  dass die Partei einfach noch nicht so weit wie ich sei. Ich wäre einfach zu schnell. Das mag vielleicht richtig sein, aber die Öffentlichkeit wird den Piraten keinen Aufschub mehr gönnen. Spätestens zur Landtagswahl Berlin ist die Piratenpartei, wenn sie denn etwas werden will, zum Erfolg verdammt.

Sollte sie es bis dahin nicht schaffen, wird sie dem Schicksal der ÖDP unterliegen: Die ewige Kleinpartei als Mahnung an die Etablierten, das eine Thema nicht zu vernachlässigen. Und dieses Schicksal wünsche ich den Piraten nicht. Zwar bin ich selbst kein Pirat mehr, aber ich bin immer noch der festen Überzeugung, dass die Politik in diesem Land einen frischen Wind braucht. Über die Zukunft werden die Piraten auf ihrem Bundesparteitag in Heidenheim wohl endgültig entscheiden. Es bleibt nur zu hoffen, dass sich die Piraten diesmal trauen zu vertrauen und frischen politischen Wind in den Bundesvorstand wählen. So schmerzlich es für die Basisdemokraten sein mag, aber für den Erfolg wird politischer Gestaltungswille im Vorstand unabdingbar sein.

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45 Kommentare

3 Pings

  1. Konni Scheller sagt:

    Gib nicht auf. Die Zeit wird kommen.

    Du wirst noch gebraucht.

  2. Aleks A. sagt:

    „This is a tremendous feat. Anybody can succeed once, like a flash in the pan. But to stay at a level and climb from there requires perseverance, method and strategy. This was never a sprint, it has always been a marathon.“
    http://falkvinge.net/2011/02/20/congratulations-piratenpartei-hamburg

    1. Benjamin Stöcker sagt:

      ….Wer nicht mehr mitmacht bei Selbstbeweihräucherung und Kampf gegen den bösen Berliner Landesverband steht schnell außen vor…

      Was willst du mir sagen Aleks? Das es andere anders sehen? Mag sein, vielleicht liege ich auch falsch. In diese Gefahr begibt man sich immer wenn man Meinungsjournalismus macht oder Kommentare abgibt. Realistisch betrachtet kann man doch jetzt schon sagen: Es wahren weniger Stimmen zur BTW und das Obwohl die Konkurrenz auf dem Wahlzettel nicht allzu groß war, das Argument mit der Stimmenverschwendung kaum zieht (es war klar das Rot-Grün gewinnt und vielleicht sogar einfach nur Rot) und man lokal offenkundig einen ganz ordentlichen Wahlkampf geführt hat.

      Wenn du das als einen Schritt nach vorne empfindest dann sei das so, für mich ist es genau das was ich meinte mit, man redet sich das Leben selbst schön. Problemlösung setzen drei Dinge voraus: Problembewusstsein, Problemanalyse und Problemlösungskompetenz. Wenn du kein Problem siehst und ich eins, dann wirst du meines kaum lösen können. Musst du ja auch nicht mehr, nicht wahr?

  3. stefan sagt:

    Ben ich kann dir da absolut nicht zustimmen. Du plädierst hier für eine Partei, die vom Vorstand gesteuert wird. Nicht mehr und nicht weniger, auch wenn du es in blumige Rhetorik packst. Nun, dass kann ja durchaus legitimer Standpunkt sein, doch tut es mir im Herzen weh wenn auch die Piratenpartei eine „der anderen“ wird, nur halt mit neuem Namen. Ist es das nicht, was wir SPD, CDU etc pp. vorwerfen? Dass sie nur scheindemokratisch sind und eigentlich der Vostand alles entscheidet? Genau das führt ja ebben auch dazu, dass Vorstände keine Ahnung von der Basis haben, und die Grünen oder die SPD dann auf einmal „aus versehen“ für Netzsperren sind. Oder so wie jetzt die FDP ne neue Verpackung für die VDS bastelt.

    Ich wünsche der Piratenpartei wirklich von Herzen Erfolg, und ich wünsche mir eine lebendige, demokratische innerparteiliche Kultur. Das ist kein Widerspruch, sondern im Gegenteil der Grund warum die Piratenpartei existiert und Netzthemen nicht von anderen Parteien glaubwürdig vertreten werden.

    Wie Falkvinge sagt, Erfolg ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Die PP hat die Demographie auf ihrer Seite, die PP hat die Demokratie auf ihrer Seite – und die PP hat die Wahrheit auf ihrer Seite.

    Wenn wir daran nicht mehr glauben, ist jeder Erfolg an den Wahllokalen hinfällig. Auch wenn die Piraten 10% bekommen würden, was übrig bliebe wäre nur ein leichter Schatten. Die Grünen haben, trotz Abkehr vieler Ideale immerhin noch den Atomausstieg hingekriegt… Ich weiß nicht ob die Piraten den „Urheberrechtsausstieg“ hinkriegen würden.

    Die PP muss ihre interne Willensbildung nicht einschränken, weil es scheinbar so ist, dass das von den Bürgern gefordert werden würde. Im Gegenteil. Es fehlt in Deutschland eben eine echte demokratische Partei mit kritischen Mitgliedern, und das kann mE nur die Piratenpartei sein.

    1. Benjamin Stöcker sagt:

      Politischer Gestaltungswille setzt für dich also Ignoranz voraus? Ansonsten zeigst du Anschaulich, dass man verzweifelt meint die Regeln der Politik müssen geändert werden anstatt einfach andere und ehrliche Politik machen zu wollen.

      Dem Rest von dem was du schreibst kann ich nicht folgen, denn es Basiert schon auf der falschen Annahme. Du ließt da etwas, was schlicht nicht da stehen.

      1. Stefan sagt:

        Wo bitte schreibe ich dass politischer Gestaltungswille Ignoranz voraussetzt? Im Gegenteil. Ich finde man soll sich eben nicht ignorant gegenüber den internen und externen Strukturen zeigen, denn sie sind wichtig. Wichtig für die eigene Glaubwürdigkeit, wichtig für die Selbstachtung.

        Die eigene politische Kultur und Strukturen bestimmen essentiell die politischen Ergebnisse. Überspitzt ausgedrückt: Eine Diktatur macht keine gute Netzpolitik.

        Genauso machen (das kannst du gerne nachprüfen) demokratischere Parteien demokratischere Politik. Es gibt einfach keinen Widerspruch zwischen demokratischer Organisation und politischen Erfolg, wäre das so, wäre es der Tod für unsere Demokratie, das will ich nicht hoffen.

      2. Stefan sagt:

        Ach und noch ein Zusatz: Ich bin, wie du und wie etz ebenfalls der Meinung, dass die Piraten sehr selbstreferenziell sind, befeuert durch Twitter und die Mailingliste, die genügend „Buzz“ also innerparteiliche Themen generieren. Das ist bei den Piraten vielleicht besonders ausgeprägt, aber sicher kein Alleinstellungsmerkmal.

        Aber ich sehe auch da nicht wie das negativ mit innerparteilicher Demokratie und Debattenkultur korreliert, oder warum „die Bendenkenträger“ schuld daran sein sollten, dass die Piratenpartei medial nicht zu Potte kommt. Ich selbst war sicher oft einer dieser „Bedenkenträger“ manchmal zu recht, manchmal zu unrecht. Bin ich jetzt schuld dass 108e deiner Meinung nach ein Misserfolg war? Kann ich absolut nicht nachvollziehen, zumal ich bei einigen Infoständen dabei war und einiges an Zeit in Recherche investiert habe. Ich denke gerade _wegen_ unserer offenen Struktur kommen viele gute Ideen zutage, für die andere Parteien Werbeagenturen einkaufen müssen (Bsp: 108e-Flyer).

        Ach ich bin inzwischen auch kein PP-Mitglied mehr, aber aus völlig entgegengesetzten Gründen wie du. Ich sehe genau das Kommen was du hier propagierst. Lediglich ein neuer Meinungsanbieter auf dem politischen Markt – in etwa Grüne mit Laptops. Ob es für sowas Potential gibt – weiß ich nicht.

        1. Benjamin Stöcker sagt:

          Nein bist du nicht. Du hast mich sicherlich nicht auf der Presseliste gebremst. Übrigens war bei dir immer etwas anders: Du hast nicht nur vorschläge gemacht und gesagt wie es sein sollte, wenn man gesagt hat: Machst du das dann? Kam auch ein Ja.

          Das ist weit mehr als die meisten Piraten schaffen, und vor allem die, die ich meine.

          1. Stefan sagt:

            Schön. Das nehme ich mal als Kompliment.

            Aber muss Kritik (oder „motzen“, „bremsen“) sich immer daran messen lassen, ob man auch „was leistet“ (was man von außen eh null beurteilen kann und subjektiv ist)? Ich denke eine kritische und demokratische Piratenöffentlichkeit ist etwas was wir (bzw die Partei) fördern sollten, genau wie wir es auch für den Staat bzw die Gesellschaft tun.

            Es ist immer einfach Kritik entgegnen mit dem Argument, dass der Kritiker ja nur ein destruktiver Troll ist… schwieriger, aber sicherlich konstruktiver, ist es auf die Kritik zu einzugehen. Und noch besser ist es, akzeptierte demokratische Entscheidungswege zu etablieren, mit denen sich Konflikte am besten lösen lassen. Perfekte Lösungen gibt es nicht, aber bessere.

            Ach und ich habe kein Problem damit wenn die Piraten Gesicht zeigen, Menschen funktionieren nun einmal so… was aber auch nicht heißen soll, dass diese Gesichter jetzt auf einmal diese über alle Kritik erhaben sind, oder alle nach ihrer Pfeife tanzen sollen…

            PS: Die Entwicklungsgeschichte der Grünen sehe ich auch anders als du. Sie haben es ohne Joschka Fischer in die Parlamente geschafft (schon bevor sie eine Bundespartei hatten) und natürlich haben sie auch sehr oft über Struktur gestritten (Rotation, Quotierung, Hans-Boell-Stiftung, Satzung…sogar die Parteigründung selbst). Aber alles ja vor meiner Zeit.

            1. Benjamin Stöcker sagt:

              Nun, wenn man sagt: Lasst und A machen, das können wir. Jemand sagt: Lasst uns B machen ist besser, aber keiner in der Lage ist B zu machen (fehlende Kontakte, Können etc) dann mag das schön sein, aber sollte man dann nicht vielleicht A (was vielleicht nur 80% so effektiv ist) nicht dennoch machen?

              Verstehst du was ich meine? Leute die es immer besser wissen, das bessere wird dann aber von keinem gemacht helfen kaum.

              1. Stefan sagt:

                Wenn du damit meinst dass wir bzw die Piraten Vorstandsstrukturen von anderen Parteien übernehmen sollen, dann nein danke. Eine solche Partei möchte ich nicht, ich halte das nicht für angemessen demokratisch; Zumal den Piraten mit dem Internet ein massives organisatorisches Potential gegeben wurde, sie wären dumm das zu ignorieren.

                Bessere demokratische Strukturen und Transparenz sind in der Politik ein evolutionärer Vorteil, der sich auf Dauer durchsetzen wird. Die Partei, die diese Ideale am meisten pflegt hat den größten Vorteil, nicht die Partei die die beste Show inszeniert.

  4. etz_B sagt:

    »Bild, BamS und Glotze« als Maßstab für Piraten-Politik? Das kann doch nicht wahr sein. Billiger Populismus ist das Gegenteil von »anderer und ehrlicher Politik«. Wenn wir Macher machen lassen, dann geht die Demokratie baden – und unser Selbstverständnis gleich mit. Ich kann Dir gar nicht widersprechen, wenn Du sagst (mit meinen Worten), wir würden zuviel im eigenen Saft schmoren und in der eigenen Scheiße rühren. Stimmt. Das müssen wir ändern, dringend. Aber die Kosequenz kann doch nicht sein, statt dessen besinnungslosen Aktionismus, blindwütigen Populismus zu propagieren. Vor dem Handeln muss die Analyse stehen. Und die müssen wir uns erarbeiten. Dafür fehlen leider notwendige Instrumente, wenn der Shitstorm den Diskurs ersetzt, wenn »einfach mal machen« über »erstmal denken« obsiegt. Uns fehlen die Strukturen, in denen wir gemeinsam denken und organisiert entscheiden. Insofern sind die Diskussionen über Strukturen und Arbeitsabläufe notwendig; dass sie im ergebnislosen Palavern enden, ist das eigentliche Dilemma. Ja man könnte auf innerparteiliche Demokratie pfeifen und einen Vorstand einfach mal machen lassen. Aber das wäre dann keine Piratenpartei mehr – und demokratisch wäre es auch nicht.

    1. Benjamin Stöcker sagt:

      Und man kann versuchen einen Satz aus dem Zusammenhang zu reißen und ein Argument anzubringen das immer wahr ist aber gar nichts mit dem Text zu tun hat.

      Punkt ist – und das werden die Piraten lernen müssen wenn sie jeh in ein Parlament wollen – Wahlen werden in den Medien gewonnen und Wahl ist immer. Und lieber Etz, es ist schon nahezu lächerlich, dass du dich nicht erinnerst, dass bei 108e du einer der Bremser warst. Weil man könnte es ja anders machen und die Blogs anlabern, ist ja viel toller als ne Pressearbeit in dem Fall. Nur liefern konntest und wolltest du nicht, statt dessen lieber nix gemacht. Faszinierend, dass du dich nicht angesprochen gefühlt hast.

      Ansonsten finde ich es faszinierend, dass Demokratie scheinbar mit „Ich bestimme bei allem mit alles“ verwechselt wird. Wo zur Hölle wäre das Problem einen Sprecher für die Familienpolitik zu benennen, der offensiv nach außen auftritt, das Thema besetzt, Pressearbeit macht usw.? Schließlich haben die Piraten hier ja eine Programatik, nur vermittelt die nach außen keine Sau – ist ja auch egal, ihr habt es im Parteiprogramm, da muss das nicht mehr in die Zeitungen!

      kopfschüttelnd

      Ben

      Edit: Unklarheiten im zweiten Absatz präzisiert 😀

      1. etz_B sagt:

        1. Ich habe nichts verhindert. Ich habe eine mehrfach geäußerte Meinung zu PMs, die bei Journalisten nur als Spam wahrgenommen werden.
        2. Ich habe in Sachen 108e eine Anregung unterstützt, gezielt Blogs anzusprechen. Zu dieser Unterstützung stehe ich, weil es eine Idee war, die Öffentlichkeitsarbeit auf eine breitere Basis zu stellen.
        3. Meine Mitarbeit im Bereich Öffentlichkeitsarbeit ist seit November 2009 nicht gewollt, obwohl ich es verschiedentlich angeboten hatte. Warum sollte ich mir also ein Bein dafür ausreißen?
        4. Wahrscheinlich ist der Nachteil, den ich mit mir herumtrage, dass ich über ein Rückgrat verfüge und keine Pöstchen anstrebe. Sei’s drum!

        1. Benjamin Stöcker sagt:

          Meine Mitarbeit im Bereich Öffentlichkeitsarbeit ist seit November 2009 nicht gewollt, obwohl ich es verschiedentlich angeboten hatte. Warum sollte ich mir also ein Bein dafür ausreißen?

          Nun da haben wir etwas gemeinsam.

          Wahrscheinlich ist der Nachteil, den ich mit mir herumtrage, dass ich über ein Rückgrat verfüge und keine Pöstchen anstrebe. Sei’s drum!

          Den Satz verstehe ich jetzt in diesem Zusammenhang gar nicht, aber du kannst das natürlich so empfinden.

  5. Stephan Urbach sagt:

    Ben, ich stimme Dir zu.

    Als Anmerkung, was das Themen besetzen betrift: Man lässt uns nicht. Und mit man meine ich nicht andere Parteien oder die Bevölkerung, damit meine ich die lauten Schreihälse, die imemr wieder kommen und sagen, dass man kein Gesicht zu einem Thema setzen darf. Viele sind dadruch entmutigt und wollen dann auch nicht mehr, obwohl das echt gut klappen kann.

    1. Benjamin Stöcker sagt:

      Och, du weißt ja: Ich bin dir dankbar für alles was du bisher für die Welt getan hast <3

  6. Karl Fleischmann sagt:

    „Zwar bin ich selbst kein Pirat mehr….“

    Seit wann?

    Bist Du also doch zu früh in den Adel gelobt wurden und hast gegenüber Leuten wie mir (seit 2006 dabei) wohl doch nicht das nötige durchhalte vermögen… oder täusche ich mich?

    1. Benjamin Stöcker sagt:

      Die Antwort auf die Frage fällt mir schwer, wahrscheinlich ist es ein eindeutiges Jein. Im Herzen stehe ich den Piraten noch sehr nahe und wäre ich in einem anderen Landesverband, ich wäre wahrscheinlich sogar Mitglied.

      Die Bigotterie mit der mein Landesvorstand arbeitet und die Soziokultur die in meinem Landesverband herrscht treibt die obigen Probleme auf die Spitze. Politik, vor allem Landespolitik – findet kaum statt. Zwar weiß ich nicht, wer mich in den Adel gelobt hat, aber ich glaube dir, dass es Leute gab. Ihre Beweggründe waren die Falschen, wie ich oben beschrieb. Ich war Teil des von mir beschriebenen Problems und diese Einsicht führt bei mir durchaus zu Schuldgefühlen.

      Die Piratenpartei hingegen hat mich politisiert, auch wenn meine Umgebung in der Piratenpartei selbst kaum politisch gestaltet. Ich werde weiterhin Netzpolitik gestalten, derzeit eben aus der Publikative. Mein Podcast wird weiterlaufen – sobald meine Erkältung abgeklungen ist – und der Blog hier bekam nicht ohne Grund eine eigene URL, er wird weiterbetrieben.

      Weitere Projekte stehen bereits auf dem Whitepaper und sobald ich Zeit und Geld habe wird noch weitere Inhalte von mir kommen. Darüber hinaus bringe ich mich derzeit im AK-Zensur ein und werde schauen wo der CCC vielleicht meine Hilfe einsetzen kann. Wenn du das als Aufgabe siehst, dann werde ich das hinnehmen müssen. Für mich persönlich fühlt es sich nicht unbedingt so an. Ich kämpfe nur mit anderen Mitteln als die Piratenpartei.

  7. aloa5 sagt:

    Das hat einiges richtiges.

    Richtig ist sicher das es eben zu wenig um Inhalte geht und das diese Inhalte um die es schon intern nicht geht auch folgerichtig z.B. vom Vorstand schon gar nicht nach außen getragen werden.

    Was Du aber zu fordern scheinst ist eine Gesine Lötsch. Das kann es offensichtlich auch nicht sein. Nach so einer Aktion geht es ja erst richtig los wie man beim Thema BGE-Demo sehen durfte. Wenn man ob der PR vergisst das eine Partei Mitglieder braucht steht man ggfs. recht schnell auf verlorenem Posten. So etwas wie Gesine Lötsch, Schröder oder auch unser noch schwaches Pendant Lauer kann man tagtäglich haben. Was dabei heraus kommt ist eine Partei welche so etwas wie HartzIV beschließt oder den demokratischen Sozialismus oder um in realistischeren Regionen zu bleiben eine Eurasische Landbrücke.

    Ja, Stefan Urbat. Man kann Glück haben wenn man Vorstandsposten besetzt oder auch Pech. Man kann statt Schröder, Lötsch oder einen IM auch einen Urbat o.ä. erwischen welcher die richtigen Themen welche vorwärts tragen ans Licht der Öffentlichkeit bringen. Das ist nur eher wenig wahrscheinlich.

    Wider sprechen kann man Dir auch in zwei andern Punkten.
    – Bei LQFB ist nichts „längst von der Mehrheit entschieden“. Bzw. eigentlich schon, denn die Mehrheit von 10000 Mitgliedern beteiligt sich nicht daran, es sind nur noch 300 ./. ein paar unverzagte (Tirsales, mich und andere kannst Du getrost abziehen). Fehlt nur noch Dein Frontschwein Lauer der dies nach außen trägt….
    – Du scheinst zu glauben das mitohne Bundesvorgaben in HH die %-Zahlen explodiert wären. Ich glaube das gehört zu der von Dir oben angesprochenen Schwäche das Piraten sich selbst eher schlecht einschätzen zu können. So viel mehr ist derzeit einfach nicht drin. Es wären vielleicht zwei mehr Zehntel gewesen wenn man mehr gemacht hätte. Man kann immer etwas verbessern.

    Wir sind zu wenig in den Medien Präsent. Aber das hat auch Stefan mit seinem Engagement bei ACTA nicht geschafft. So einfach ist das nicht, auch dann nicht wenn man sich intern einig ist. Außer das man etwas zu sagen hat muss es Abnehmer dafür geben.

    Ich habe noch einen schicken Tweet welcher etwas dazu passt:
    http://twitter.com/hmilz/status/39590847519526913
    “ Die Grünen hatten in den 80ern ein Thema, das jeder verstand, die Piraten haben viele, die keiner versteht.“

    Womit wir wieder beim Programm sind. Du hast ja Recht. Wie sagte Daniel Flachshaar doch vor drei Tagen so schön zu meiner Anmerkung:
    http://flachshaar.net/2011/02/16/klingonen-in-der-piratenpartei/
    Ich habe geahnt, dass diese über ein Jahr alte Geschichte wieder rausgekramt wird. ……Heute sieht das allerdings anders aus und das Presse- und das Webredaktionsteam sind dankbar für jeden verwertbaren Input….

    Man benötigt intern wie extern sowohl Sender als auch empfangsbereite Empfänger von Input. Mit dem inhaltlichen „Sender“ nach außen hast Du recht. Da muss man etwas tun. Da sind wir nach fünf Jahren immer noch die Partei mit Inhalten die außer 2% der Menschen keiner versteht. Ob man jedoch einen internen Sender hat oder ob extern überhaupt Interesse am Empfang besteht?

    Was wir jedoch nicht brauchen sind Personen mit Sendungs*bewusstsein*.

    Grüße
    ALOA

    1. Benjamin Stöcker sagt:

      Von einem funktionstüchtigen Vorstand zum Kommunismus. Das ist mal eine Brücke die du da schlägst 😉 Ansonsten machst auch du den gleichen Fehler den viele Piraten machen: Gestaltungswille richtet sich nach Innen. Sollte eine Partei ( und damit unbedingt seine Exekutive also der Vorstand) nicht Gestaltungswille für ein Land haben?

      Auf deine LQFB Argumentation gehe ich nicht ein, denn hier zeigt sich mal wieder, das Demokratie und definierte Entscheidungswege nur dann akzeptiert werden, wenn sie einem in den Kram passen. Was soll auch schon so ein Parteitagsbeschluss, waren ja grad mal 10% der Mitglieder anwesend.

      Nur zum Kommentar von Daniel: Also mich trieb die AG-Pressearbeit im Dezember/Januar in den Wahnsinn. Die Aigner kündigte ihr Radiergummi-Gate zum Beispiel Tage vorher an. Auf meine Mail kam es nur zur Diskussion ob der Radiergummi ein DRM ist. Währen sich die Verbraucherministerin vorangekündigt zum Obst machte, lachte das halbe WEB aber die Piraten schwiegen.

      Ansonsten ALOA kann ich grade dir raten: Tauch erst einmal auf einem BPT auf und kämpf für deine Ideen. Bisher bemerke ich nur, dass alle anderen es Falsch machen, du selbst aber noch nie Verantwortung innerhalb der Partei übernommen hast – ich mag da aber auch vielleicht irren. Grundvertrauen von dir in andere, das wäre mal was.

      Ben

      1. aloa5 sagt:

        Natürlich soll eine Partei einen Gestaltungswillen haben. Die Brücke wurde nicht zum Kommunismus geschlagen. Lötsch ist eine vom Vorstand und hat Ihre Nase mit diesem Gestaltungwillen nach draußen gestreckt. Ich sage lediglich das dies nicht sonderlich glücklich für die Partei verlaufen ist weil die Zilerichtung des gestaltungswillens außer ihr und ihrem vermutet eher schmalen Klientel auch innerhalb der Partei niemandem genutzt hat. BGE-Demo/LQFB – q.e.d..

        Was die Entscheidungswege angeht: dem ist so. Natürlich. Wenn es nun 97% der Piraten nicht in den Kram passt was der damalige Parteitag beschlossen haben mag oder auch nicht dann gibt es eben Demokratieflucht und Verweigerung. Das magst Du beweinen und den 97% der Piraten antidemokratisches Verhalten vorwerfen – Deine Sache. Womöglich hat man aber auch einfach Schrott beschlossen und das inzwischen auch aufgrund interner Diskussionen gemerkt. Das ist allemal besser als Basta-Schröder zu HartzIV zu verhelfen weil man ihn eben mal so gewählt hatte. LQFB ist in allen Länderinstanzen außer Berlin absolut tot und auch im Bund.

        Fähig sind diejenigen welche Fehler erkennen und korrigieren können. Diejenigen welche beschlossenes deshalb durchzwingen weil sie eben beschlossen wurden haben meines Erachtens ein Problem. Das gilt auch für Bundestage, S21, Lissabon, VDS – whatever. Hat man einen Fehler erkannt, korrigiert man. Das als undemokratisch zu Brandmarken kannst Du auf einer S21-Demo auf der pro-Seite anbringen. Dort waren die Daten so bekannt wie bei LQFB.

        Ansonsten ALOA kann ich grade dir raten: Tauch erst einmal auf einem BPT auf und kämpf für deine Ideen. Bisher bemerke ich nur, dass alle anderen es Falsch machen, du selbst aber noch nie Verantwortung innerhalb der Partei übernommen hast – ich mag da aber auch vielleicht irren.

        Ich war in Bingen. Ich war bereit meine Ideen zu verteidigen… wäre es denn im inzwischen vierten Anlauf dazu gekommen das man überhaupt darüber gesprochen hätte.

        Ich habe Teile des Grundsatzprogrammes geschrieben und habe eine AG welche auch einen guten Output bringt und bringe mich im Forum ein. Auch das ist Verantwortung und das Kämpfen für meine Ideen. Ich verbrate jedoch in der Tat einen großen Teil meiner Zeit damit die teilweise merkwürdigen Ideen anderer zu bewerten.
        Ich kann ja auch gar nicht anders. Habe ja nichts zu tun. Denn was an wirklich inhaltlich schwerem vorgebracht wird ist nach wie vor innerparteilich nicht diskursfähig.

        Ich vertraue anderen, habe kein Problem mit Orca, Tirsales oder anderen. Mich kotzt es aber an wenn sich immer noch dort wo es müsste gar nichts bewegt aber an Stellen wo man es nun wirklich nicht brauchen kann wie bei „LQFB“ oder „BGE“, „Parteiausschluss“ o.ä. alles konzentriert. Als ob man nichts besseres zu tun hätte als eine Utopie auszubuddeln, ein einfaches Parteimitglied auszuschließen und einen toten Hund für Abstimmungen zu begraben.

        Null Inhalt, noch mehr Utopien, Internas anstatt das erarbeiten und Vermitteln der Themen für das tägliche Leben der Menschen.

        „Tauch erst einmal auf einem BPT auf“
        Sagte der Darsteller zum Theaterkritiker – oder der Politiker zum Wähler. Das macht die Bundespolitik noch nicht besser. Weder die der Partei noch die in Deutschland – oder doch? 😉

        Grüße
        ALOA

        1. Benjamin Stöcker sagt:

          Dann gehe zu einem BPT und beantrage es. Beim letzten Bundesparteitag waren Änderungen am LQFB beantragt und eine überwiegende Mehrheit der Piraten wollte darüber nicht Diskutieren und Bestimmen.

          Sie scheinen mit dem Mittelweg („LQFB stellt nur ein Meinungsbild der Teilnehmenden Piraten dar“) zufrieden zu sein. Und dann gibt es Leute wie du, argumentieren mit schweigenden Mehrheiten etc. Du zeigst damit das Problem der Piraten ganz offenkundig auf: Mehrheitsentscheidungen sind nur dann akzeptabel, wenn sie einem passen.

          Und dann wurden Beschlüsse zum BGE und anderen Dingen gefasst. Das ist noch nicht das Problem der Piraten, aber diese Diskussion hier ist eh Zeitverschwendung. Denn öffentlichkeitswirksam wirst du ohne jetzt auch nicht automatisch, nicht wahr?

          Ben

          1. aloa5 sagt:

            Sie scheinen mit dem Mittelweg (“LQFB stellt nur ein Meinungsbild der Teilnehmenden Piraten dar”) zufrieden zu sein. Und dann gibt es Leute wie du, argumentieren mit schweigenden Mehrheiten etc. Du zeigst damit das Problem der Piraten ganz offenkundig auf: Mehrheitsentscheidungen sind nur dann akzeptabel, wenn sie einem passen.

            Mehrheiten sind relativ. In Baden-Württember resultieren diese relativen Mehrheiten z.B. bei der Beantwortung der Wahl-o-Maten-Fragen aus einer Massen von 62% aller Piraten im LV. Mit diesen Verhältnissen habe ich kein Problem – auch wenn da einige Hammer drin sind welche ich der schlechten Informationslage geschuldet sehe kann ich gut damit leben.
            Mehrheitsentscheidungen wie sie bei LQFB von 3-6% aller Piraten getroffen werden sind wohl nicht als „Mehrheit“ zu begreifen. Daher kann bei LQFB eben nicht mehr als wenig verwertbares herauskommen. Auf Systemfehler kann man daher sehr wohl hinweisen. Dann ist es nämlich wohl eher so das Mehrheitsentscheidungen z.B. aus einem System wie LQFB exakt dann entnommen werden wenn sie einem passen – als Rechtfertigung nämlich wenn man im Vorstand sitzt und zufällig auch dieser Meinung ist. „Von den abstimmenden war die Mehrheit dafür“. Das es nur 158 Piraten waren – unwichtig?

            Da werden wohl eher die passenden Mehrheiten gesucht. 😉 Ja, und diese ausgesuchten sog. „Mehrheiten“ passen mir nun einmal gar nicht, da hast Du wohl recht. Ich habe mir dabei aber nichts vorzuwerfen.

            Denn öffentlichkeitswirksam wirst du ohne jetzt auch nicht automatisch, nicht wahr?
            Natürlich nicht. Wie Du festgestellt hast beschäftigen wir uns ja lieber mit Interna als mit dem Programm. Also gibt es immer noch keinen direkten programmatischen Anhaltspunkt. Und ohne den bräuchte man – wie Du sagst – eine Vorstand der sich hinstellt und von sich aus bereit ist sich einmal um etwas derartiges zu kümmern. Den haben wir wiederum m.E. nicht. Die kümmern sich um LQFB oder auch Mal um nichts.

            Was für mich bedeuten würde das ich in den Vorstand müsste um jemanden – nämlich mich selbst – zu haben der sich um das kümmert wenn es schon der Rest der Partei nicht auf die Reihe bekommt sich um Ausarbeitungen zu scheren und Parteitag um Parteitag für Vorstandswahlen und Querelen verbrät. Womit im übrigen wiederholt auch Dein Einwand „gehe zu einem Parteitag und beantrage es“ geklärt wäre. Seit 2008.1 gibt es Anträge von mir. Das nichtbehandeln von Anträgen welche sich außerhalb von Vorstandswahlen, besonders wichtigen Satzungsänderungen und überaus wichtigen LQFB- sowie BGE-Entscheidungen und Ausschluss- sowie Genderproblemen befinden hat in der Partei bereits jahrelange Tradition.

            Um bei Deinem Mehrheitsentscheid zu bleiben: ich darf mich ja nicht darüber mpkieren. Die Mehrheit hat entscheiden sich nicht dafür zu interessieren. Ich frage mich etwas warum Du Dich denn über diese Mehrheit mokierst…. 🙂

            Ich eine Rohfassung eines Artikels zur Sozialpolitik der Piraten für die Flaschenpost erstellt. Gefion gefällt´s. Kommt nächste Woche. Fällt vielleicht in Deine Kategorien. Es ist kein Problem für mich etwas zu tun. Nur mache ich nichts nur damit ich es getan habe. Wenn ich das will schreibe ich Antworten in Deinem Blog. 😉

            Grüße
            ALOA

  8. inkorrupt sagt:

    Hi Ben,

    glaub mir, die raffen’s einfach nicht. Lass uns ne Piratenpartzwei gründen, gerne mit Dir als BuVo..
    Dafür würde ich sogar nach DIngenskirchen.. äh. ..Heidenheim kommen.

    gruuß
    inkorrupt

    1. Benjamin Stöcker sagt:

      Ich werde keine Konkurrenzpartei zur Piratenpartei gründen oder mich an dieser Beteiligen. Ich wüsste nicht, in wie weit das zielführend wäre für das eigene Seelenheil eine eigene Kleinpartei zu gründen.

      1. inkorrupt sagt:

        Schade, daß Du so im politischen Konkurrenzdenken verhaftet bist, daß sich DIr die Chancen einer Weiterentwicklung nicht erschliessen. Ich mache Politik jedenfalls nicht für mein eigenes Seelenheil, sondern für meine Kinder.

        1. Benjamin Stöcker sagt:

          Politik für deine Kinder dient nicht deinem Seelenheil? Ich sehe keinen Sinn darin eine neue Kleinpartei zu gründen – Ich würde hier von Energieverschwendung ausgehen, solange du nicht ein öffentlichkeitswirksames Gesicht herbeizerrst das für Medienrummel sorgen wird.

          Was ist eigentlich mit deinen Plänen geworden in den BuVo der Piraten zu gehen?

  9. Gregory Engels sagt:

    Lieber Ben,

    Ich gebe dir Recht in vielen Punkten, die du anbringst.
    Jedoch muss man mal auch die Dinge in Zusammenhang sehen: In Hamburg habe die Piraten ihr Ergebnis verzehnfacht gegenüber der letzten Landtagswahl von 2008. Dass es nominell weniger Stimmen sind, als bei der BTW ist irrelevant, man darf eine Wahlart nicht mit einer anderen vergleichen.

    Hoffentlich wird jetzt aber ein Lernprozess in der Partei einsetzen, der vielleicht einige aus Ihren Wolken wieder herunter steigen lässt.

    Auch teile ich Deine Ansicht nicht, dass, sollte der Erfolg bei der Wahl in Berlin ausbleiben, es spätestens dann die Zukunft der PP besiegeln würde. Wir hätten dann vielmehr Zeit 2012 uns intensiv auf de Superwahljahre 2013 und 2014 vorzubereiten.

    Als letztes kann ich dir noch nahelegen, dass du ja dein Landesverband auch wechseln kannst. Ich bin mir sicher, dass z.B. in Hessen einige sich über Dich freuen würden 🙂

    1. Benjamin Stöcker sagt:

      Als letztes kann ich dir noch nahelegen, dass du ja dein Landesverband auch wechseln kannst. Ich bin mir sicher, dass z.B. in Hessen einige sich über Dich freuen würden

      Und einige sicherlich auch nicht. Das ist allerdings auch nicht die Frage, liegt mein Lebensmittelpunkt derzeit doch in Oberfranken und damit Bayern. Wenn ich also mich mit Landespolitischen Themen befasse, dann unweigerlich mit den Themen in Bayern.

  10. Sleeksorrow sagt:

    Ich teile die Meinung von Gregory Engels und möchte hier noch ein paar Kleinigkeiten erläuternd hinzufügen:

    2% liegen unter der Hoffnung. Das tut weh. Ist es ein fehelr, auf einen Einzug zu hoffen? Nein, denn nur mit dieser Hoffnung, kann man den Wahlkampf überzeugend und voll motiviert leisten. Hier kann Realismus sehr kontraproduktiv sein.

    2% sind, wie Gregory sagt, im Vergleich zur LTW 2008 extrem viel. Ob der BTW Vergleich nun hinkt oder nicht, vermag ich nicht zu beurteilen. Aber angenommen, man könne es vergleichen, so finde ich es erstaunlich, daß hier wieder das Ergebnis von 2% eingefahren werden konnte, obwohl es im Vergleich zur BTW09 keine großen Themen gab wie Zensursula und VDS. Wir sind nach der BTW also nicht im Hype-Loch verschwunden, sondern haben den Drive mitnehmen können. Jetzt höhlt steter Tropfen den Stein.

    Und das ist auch der Grund, warum Fatalismus hier unangebracht ist. Egal, wie es in Berlin ausgehen mag, wir erreichen immer mehr Menschen. Mit jeder Wahl, egal wie sie aus geht, erreichen wir neue potentielle Wähler, interessieren mehr Verdrossene für Politik, geben wir mehr Politikern anderer Parteien Nüsse zu knacken. Aber was viel wichtiger ist: Mit jeder Wahl steigern wir unsere Glaubwürdigkeit, daß wir keine Spaßpartei sind, daß wir keine Eintagsfliege sind, die auf einem Hype angeflogen kam, um dann beim ersten Gegenwind unterzugehen und zu sterben. Viele unserer Wähler beobachten uns. Beobachten, wie wir reagieren, beobachten, wie die anderen auf uns reagieren. Wähler mußten sich Jahrzehnte lang verarschen lassen, natürlich kommt da nicht eine Piratenpartei an, haut 1,5 Jahre auf die Trommel (ja, die Zeit vor der BTW09 zähle ich nicht) und wird dann auf Händen in die Parlamente getragen.

    Ob wir dieses Jahr auftrumpfen, oder 2012 oder 2013 oder später spielt überhaupt keine Rolle. Und wir sammeln bis dahin Erfahrung um Erfahrung, wie man mit Medien richtig umgeht, wie man welche Themen dem Bürger nahe bringen kann, wie man den Unterschied zwischen Schreihälsen und der echten Basismeinung erkennen kann, wie man Wahlkampf macht.

    1. Benjamin Stöcker sagt:

      Nun ich sehe das anders, aber mir Fatalismus vorzuwerfen – also zu sagen es sei Schicksal, dass die Piraten 2% haben – finde ich dann doch faszinieren. Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied, das gilt auch für Parteien. Wenn aber 2% den Piraten genügen um zufrieden zu sein, dann habe ich den Gestaltungswillen der Partei unterschätzt.

      Es gibt dinge, die lassen sich irgendwann nur unter besonderen Umständen drehen, so ist das in der Politik. Die ÖDP erreicht seit Jahr und Tag in Bayern 2%. Das bleibt schön konstant, und wird nicht mehr obwohl die öffentlichkeitswirksamer talentierter agieren als die Piraten (zumindest in Bayern). Das Schicksal einer Kleinpartei ist es klein zu bleiben bis zu einem externen Ereignis.

      Als Partei die den Anspruch hat die Republik zu verändern sollten 5% das gesetzte Minimum Ziel sein, ansonsten kann man offen zugeben: „Ich will doch nur spielen“.

      1. Sleeksorrow sagt:

        Hmm sollte ich den Begriff „Fatalismus“ falsch verwendet haben? Denn das, was Du sagst, passt genau gar nicht zu dem, was ich ausdrücken wollte. Und seltsamerweise auch nicht zu dem, was Du im Artikel meiner Meinung nach sagtest.

        Also der Reihe nach:

        a) Mit dem Begriff Fatalismus (sorry, wenn ich ihn flapsig verwendet habe) meinte ich Deine Aussage, daß wenn wir es in Berlin nicht schaffen, dann alles zu Ende sein wird. Das ist es absolut nicht, diese Meinung werde ich niemals mit irgend jemandem teilen.

        b) Mit 2% sollten wir absolut nicht zufrieden sein. Genau das Gegenteil. Anstatt bei 2% (egal ob in Hamburg oder Berlin oder sonstwo) die Flinte ins Korn zu werfen und zu sagen, daß wir jetzt erledigt sind, müssen wir genau so weitermachen. Auch und vor allem, wenn der Wert momentan gleich bleibt, denn normalerweise sinkt der Wert nach dem Hype. Das Ziel ist mind 5% und das Ziel werden wir erreichen. Und wenn nicht jetzt, dann ein andermal! Nicht niemals.

        c) Wir haben uns in einem Jahr unglaublich weiterentwickelt. In meinen Augen extrem positiv, aber das spielt hier keine Rolle. Der wichtige Punkt ist: Wir lernen von Monat zu Monat, von Jahr zu Jahr extrem viel dazu. Mit unserem Unwissen über Medienwirkung, Aussenwirkung, Wahlkampf, etc haben wir es geschafft, den Einstiegshype ungebremst mitzunehmen. Was passiert dann erst, wenn wir noch 1, 2, 3 Jahre lernen, wie man das alles besser macht, dann auch ein klein wenig Geld zur Verfügung haben, um Wahlkampf mit sinnvollen Mitteln zu bestreiten anstatt daß für jeden Euro ein Pirat privat bluten muß.

        Mit fast keiner Erfahrung und fast keinen Mitteln haben wir jetzt viel erreicht. Wir sind von einer Stagnation soweit entfernt wie nur denkbar, denn bei einer Stagnation wären unsere Werte nach unten gegangen. So ist nun mal eine Hype Kurve, und wir haben uns entgegen dieser entwickelt und nehmen weiter Fahrt auf.

        1. Benjamin Stöcker sagt:

          Nein, es wird nicht alles zu Ende sein, aber man wird aus eigener Kraft es nciht mehr schaffen dem Status der Kleinpartei zu entwischen. Das Schicksal der ÖDP, welche in Bayern auch immer wieder 2% schaffen.)

          Die Lernkurve die du siehst, sehe ich leider nicht. Das wird der Unterschied zwischen uns beiden sein. Wahlen und Politik wird in der Öffentlichkeit gewonnen und gemacht und das heißt zum Beispiel Medien. Ich sehe hier kaum Fortschritt.

          1. Sleeksorrow sagt:

            In dem Fall muß es sich um ein Paralleluniversum handeln, das zwischen uns herrscht, denn hier in BaWü haben wir gerade erst begonnen, zu lernen, wie man die Medien rockt. Wir hatten eine saustarke Landespressekonferenz, bei der die Journalisten tatsächlich das Programm gelesen haben und daraus zitierten. OpenShip ist ein weiteres Projekt, bei dem wir die Medien zu rocken versuchen, und ich bin fast sicher, daß das klasse ankommt. Die Liederbücher für Kindergärten haben riesiges Echo. Die Plakate werden von den Leuten „verschönt“ und wir werden von den Anhängern der anderen Parteien beschimpft. Ein fettes Zeichen, daß wir absolut wahrgenommen werden. Mehr Lob kann man von politischen Gegnern nicht bekommen.

            Und nochmal, ich hab’s ja bisher nur gefühlt 10 mal erwähnt: Die Mitgliederzahlen und Wahlergebnisse bleiben konstant, obwohl es keinen Hype mehr gibt und obwohl es keine Aufhängerthemen gibt. Das ist für mich das deutlichste Zeichen, daß es absolut richtig läuft, nur nicht so schnell wie anfangs erhofft. Wir leben im Internet unheimlich schnell. Wenn Du das in der Geschwindigkeit vom Reallife erwartest, klar, dann bist Du jetzt der Meinung, daß wir seit Äonen auf der selben Position bleiben. Aber dem ist nicht so. Von September 2009 bis März 2011 ist da draußen in der Politik nicht mehr als ein gemütlicher Wimpernschlag. Und wer da schon in Tränen ausbricht, weil wir innerhalb der kurzen Zeit nicht von 2% auf 6% gekommen sind, der braucht nen Realitätscheck.

            Und dennoch geh ich in jeden Wahlkampf mit der festen Überzeugung, daß wir die Hürde überschreiten, das ist der einzige Weg, diesen Kraftakt zu bewältigen, der von uns gefordert wird. Und danach zu sehen, daß das geringere Ergebnis nicht schlecht ist, hat nichts mit Realitätsverlust zu tun und schon garnicht mit schön reden, sondern mit Selbstmotivation, um das leider zwangsläufig resultierende Motivations-Loch zu überbrücken, anstatt reinzufallen.

            Wenn es in Berlin auch nur 2% geben sollte, dann mußt Du Dich leider allein in den Keller setzen und weinen, ich werde weiter machen, weil ich weiß, daß wir auf dem besten Weg dazu sind.

            1. Benjamin Stöcker sagt:

              Das es in einzelnen Landesverbänden, darunter von mir aus BaWü ganz gut läuft, glaub ich dir. Vor allem da in BaWü der Herr Schrade seine Finger im Spiel hat.

              Ansonsten habe ich keinen Grund zu weinen wenn die Piraten nur 2% erreichen, keine sorge.

              1. Sleeksorrow sagt:

                > Ansonsten habe ich keinen Grund zu weinen wenn die Piraten nur 2% erreichen, keine sorge.

                Das lese ich: „Ich glaub immer noch, daß die Piraten dann verloren haben, aber mich störts nicht, sollen sie doch drauf gehen“.

                Hättest Du Deine Grundeinstellung gegenüber den Piraten doch nur gleich genannt, hätte mir viel Schreibarbeit erspart.

              2. Benjamin Stöcker sagt:

                Was die Leute immer so lesen oO. Erst argumentierst du, dass 2% doch ganz ordentlich sind und ich sage, nach Berlin wird es dabei bleiben, es sei denn es kommt ein Externes Ereignis. Das Schicksal liegt in eurer Hand. Warum soll ich weinen?

  11. crackpille sagt:

    Mein Namensvetter, ich stimme dir zu – es gibt einen zu starken Fokus auf Parteiinneres.

    Deshalb auch brauchen wir funktionierende Entscheidungsstrukturen, die Ergebnisse statt endloser Diskussionen hervorbringen und gegen Störer und Trolle immun sind. Wenn das kein Vorstand mit politischer Gestaltungsmacht sein soll (wie bei den Altparteien), ist Liquid Democracy die einzige Alternative. (In diesem Kontext daher eine kurze Werbung für meine Ini zum liquid-demokratischen Beschluss von Positionspapieren)

    Wenn wir die haben, kommt Schritt 2. Ein Vorstand, der …
    … den Willensbildungsprozess der Partei nicht führt, sondern moderiert, wo es erforderlich, dass er seine persönlichen politischen Ziele dem Wohle und demokratischen Willen der Partei unterordnet.
    … in der Lage ist, diese Ziele und Grundwerte der Partei nach außen hin glaubhaft in seiner Person zu verkörpern

    Grüße,
    crackpille.

    1. Benjamin Stöcker sagt:

      You just won. Hey, wir reden mal wieder über LQFB. Aber bitte, ich lasse mich mal auf das Spiel ein. Du kennst die einschätzung des Datenschutzbeauftragen des Landes Berlin zu Liquid Feedback, vor allem in Bezug auf den Folgen die durch „Es hat entscheidungsgewalt“ folgen?

      Nein nein? Na dann zurück zu los und mal schnell zum Herrn Lauer, der gibt dir das sicher gerne.

      Ansonsten beweist du gerade vorzüglich nichts verstanden zu haben. Die Beschlusslage zu vielen Themen in der Partei ist klar, spätestens sein Chemnitz. Öffentlich besetzt werden sie deswegen nicht. Das wird sich durch Entscheidungsfindung in einer Software nicht ändern. Oder brauch ich wirklich LQFB um zu wissen, dass der Digitale Radiergummi alla Aigner schlicht DRM und Bullshit ist? Ich denke nicht, dennoch schwiegen die Piraten.

      Von daher, lieber Crackpille, feier deine Software, die bisher zu anderen Zwecken dient und versuch es in Heidenheim, mal schauen ob eine Mehrheit der Piraten dir folgt. Für die von mir angebrachten Probleme ist es irrelevant. Obwohl, nicht ganz. Kontraproduktiv, wird doch Misstrauen fest in der Satzung verankert.

  12. etz_B sagt:

    Statt eines populistischen »Jetzt alle mal hier lang« scheint mir der Beitrag des Tagesspiegels doch eine deutlich nachhaltigere Analyse abzuliefern.

    1. Benjamin Stöcker sagt:

      Du hast die URL vergessen…

      1. Sleeksorrow sagt:

        Google meint, es könne sich um diesen Link handeln:

        http://www.tagesspiegel.de/politik/wahlen-2011/trockendock-statt-kaperfahrt/3867776.html

  13. Heiko Müller sagt:

    Danke für den Artikel. Hast du nicht vor, in Heidenheim für den Buvor zu kandidieren? Mein Vertrauen hättest du zumindest. Einige der piratigen „Mitstreiter“ haben jedenfalls nur deshalb den orangenen Balken im Blickfeld, weil er direkt vor deren Stirn festgenagelt ist. 😉

    1. Benjamin Stöcker sagt:

      Hallo Heiko, danke für dein Vertrauen. Diese Worte hätte ich jetzt von dir in dieser Deutlichkeit nicht erwartet. Ich schätze aber, dass du damit in der Minderheit wärst. Selbst wenn nicht, das Verhalten die mir Piraten in den letzten Wochen gerne entgegen bringen spricht für mich nicht gerade für einen Wiedereintritt, eher das Gegenteil ist der Fall, ich werde immer weiter davon getrieben.

  1. 2011: Wahlen zur Hamburger Bürgerschaft « deliktdenkt sagt:

    […] die man glaubwürdig vertreten konnte, entsprechende hinterfragenswürdige mediale Strategien, innere Selbstzerfleischung. Die Bewertung von Christopher Lauer, (Bundesvorstand) „Mutmachenden Ergebnisses“ […]

  2. Lukas' Netzecke » Blog Archive » Das fehlende Zen der Piratenpartei sagt:

    […] [1] Es wird vermisst: Der orangene Balken (freiheitsworte.de) [2] 17 Prozent für die Piratenpartei (Piratenpartei Deutschland) [3] Berichte des Soziologischen Forschungspraktikums zum Thema “Politische Beteiligung” (Universität Bamberg) (PDF) [4] Paulus, die Korinther und die Piraten (Stonies Blog) […]

  3. Freiheit muss man ausatmen! » Blog Archive » Über Piraten der Fankurve sagt:

    […] meinen Senf auf dieses Brötchen schmieren:Benjamin Stöcker hat sich vor einiger Zeit in einem Blogposting über den mangelnden Wahlerfolg in Hamburg über die fehlende Professionalität im […]

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