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Mrz
08

Gruene.de und der faszinierende Umgang mit der Creative Commons

Creactive Commonslog auf die Straße gemalt Erfolgsgeschichte: Die Creative Commons
Bild: Giulio ZannolCC-BY

Eine der größten Erfolgsgeschichten der Bewegung für freie Inhalte im Netz ist eindeutig die Creative Commons. Vor allem für Bilder, Musik und Videos werden die Lizenzen mittlerweile häufig eingesetzt und ermöglichen ein wunderbares Einbinden und Wiederverwenden vieler Inhalte. Auch ich verwende in meinem Blog sehr gerne Bilder unter CC stehend um das Angebot aufzuhübschen. Wer wissen möchte, was er als Blogger für Regeln im Zusammenhang mit der Creative Commons beachten muss, dem kann ich nur die Podcast-Folge über Creative Commons von Netzpolitik.org ans Herz legen.

Eigentlich ist die Verwendung der meisten CC-Bilder in einem Blog recht einfach. Wenn man das Bild sich nicht zu eigen macht – also im Text auf das Bild verweist und so beide untrennbar miteinander verknüpft – genügt es in der Regel den Autor und die Lizenz zu nennen. Ein Backlink zum Autor ist nicht nötig, empfinde ich persönlich als höflich und selbstverständlich. Wenn das Bild unter der Bedingung NC (Non Commercial) steht, darf man es nicht in Publikationen verwenden, die verkauft werden. Die Erweiterung ND (No Derivs) bedeutet, dass man das Bild nicht bearbeiten darf. Dabei sind nicht nur Fotomontagen gemeint, sondern bereits das verändern der Größe oder das Ausschneiden von Bildteilen ist damit untersagt. Natürlich gibt es noch einige Details die es im Einzelfall komplizierter machen können, aber auf alle Details möchte ich jetzt nicht eingehen.

Vor kurzem surfte ich auf gruene.de, weil ich mich für den Demokratiekongress interessierte, wobei mich der Title für das gewählte Symbofoto faszinierte:

Nicht nur wählen gehen, sondern eine transparente Beteiligung an politischen Prozessen. Foto: Awaya Legends/Flickr.com

Nach kurzer Recherche habe ich das Bild auf Flickr auch gefunden und festgestellt, es steht unter der CC-BY. Die CC-Lizenz wird allerdings auf gruene.de auf dieser Seite nirgends erwähnt und auch die Nennung des Autors nur im Title Tag ist – nun ja sagen wir minimalistisch. Ich denke zumindest nicht, dass dies den Bedingungen der CC genügt. Das Bild selbst ist nicht verlinkt und damit sollte der fehlende Verweis auf die CC-Lizenz ebenfalls ein Verstoß gegen die Creative Commens darstellen. Den Autor des Bildes habe ich daraufhin angeschrieben und er antwortete mir, dass er keine Ausnahmegenehmigung erteilt hat.

Mein Interesse war damit geweckt und ich fragte mich, ob das ein Einzelfall oder der Regelfall ist – und ich wurde fündig. Im Beitrag zum Demokratiekongress wurde ein bearbeitetes Bild vom Fotographen zeitfixierer verwendet. Dieses Bild steht unter der CC-BY-SA, dass heißt, dass das bearbeitete Bild unter gleichen Bedingungen lizenziert werden muss. Auch hier fehlt jeglicher Hinweis auf die Creative Commons Lizenz und auch von diesem Autor wurde, nach eigener Aussage, keine Ausnahmegenehmigung erteilt.

Das nicht Erwähnen der CC-Lizenz hat offenkundig Methode, sogar Bilder von Solarzellen werden benötigt und unter der Angabe des Autors aber ohne Angabe der CC-BY-NC Lizenz verwendet. Zwar habe ich diesen Autor noch nicht gefragt, ob er eine Sondergenehmigung erteilt hat, aber ich kann mir die Antwort schon denken. Und ja, dass die Lizenz nicht erwähnt wird, ist sicherlich eher ein kleiner Verstoß gegen die CC, aber es ist doch wirklich unschön wenn es gerade so ein Vorbild macht. Vom fehlenden – nicht notwendig aber doch höflichen – Backlink zum Autor mal ganz zu schweigen.

Leider setzen die Grünen aber noch eins oben drauf, denn ich habe noch mehr potentielle Verstöße auf der Seite der Grünen gefunden. So bebilderten sie ihren Kommentar zum Rücktritt von Guttenberg mit einem Bild der Bundeswehr, die Bilder – vorbildlicher weise – unter der CC-BY-ND in Flickr einstellt. Hier fehlt nicht nur der Verweis auf die CC-Lizenz sondern es wurde wahrscheinlich gegen den ND-Zusatz verstoßen: Das Bild wurde klar geschnitten. Das die Bundeswehr gerade den Grünen hier eine Sondergenehmigung für das Bild gaben, kann ich mir nur schwerlich vorstellen.

Das war aber noch nicht alles, denn die Grünen steigern ihren … kreativen … Umgang mit der Creative Commens noch. In ihrem Slider im Header werden Bilder (1,2) verwendet, um die einzelnen Artikel zu bewerben. Diese befinden sich im eigentlichen Artikel nicht wieder oder verlinken gar auf fremde Inhalte. Bei beiden sind weder Autor/Quelle noch eine Lizenz ersichtlich. Während das Eine unter der CC-BY-NC steht, wurde das zweite trotz der ND-Erweiterung geschnitten und verkleinert. Auch hier steht Antwort auf meine Anfrage an die Autoren über eine Sondergenehmigung leider aus, aber das Ganze sieht doch sehr verdächtig aus.

Ich hab noch mehr potentielle Verstöße und vor allem noch mehr verdächtige Bilder gefunden, möchte es aber bei den angebrachten Beispielen bewenden lassen, da man hier das System durchaus erkennen kann. Übrigens ändert an den obigen Ausführungen nichts, dass die Grünen ihre Texte selbst unter die CC stellen, was sie extrem gut im Impressum verstecken. Nicht nur, dass Bilder bei Lizenzierung explizit ausgenommen worden sind, kann man zumindest die ND und SA Erweiterungen der Lizenz damit gar nicht umgehen. Angemessene Namensnennung ist immer Pflicht.

Ich persönlich stelle mir da durchaus die Frage, was ich von so einem – nun ja sagen wir laxen – Umgang mit dem Urheberrecht und der Creative Commons von einer Partei halten soll, die sich selbst gerne als netzaffin und netzkompetent darstellt und sich oft demonstrativ hinter die Creative Commons stellt. Die CC ist nun mal kein Freibierschein, auch wenn ein Verstoß von den Urhebern – wie bei den zwei von mir Angefragten – eher selten verfolgt wird, so sollte man sich an die Bedingungen, schon alleine aus Respekt, halten. Wenn dies bei einem kleinen Blog passiert, mag man noch ein Auge zudrücken, aber von einer Institutionen wie den Grünen, die auf jeden Fall eine Vorbildfunktion haben und sich darüber hinaus ja für den Erhalt des Urheberrechts stark machen, sollte man mehr erwarten können.

Update: Die Redaktion von gruene.de hat Besserung gelobt. Die Meldung wurde sogar auf die Startseite gestellt thumps up

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33 Kommentare

2 Pings

  1. Norbert Ibler sagt:

    Never attribute to malice that which can be adequately explained by stupidity.

  2. esix sagt:

    hallo.

    selbst das vergrößern und das verkleinern verstößt gegen die cc by nd ? dann kann man ja nahe zu kein bild welches unter cc by nd steht verwenden, weil z.b. die blog systeme automatisch die größen von bildern anpassen?

    mfg
    esix

    1. Benjamin Stöcker sagt:

      Jap, das kann problematisch werden – bereits eine Verkleinerung kann gegen die Lizenz verstoßen. Vielleicht finde ich dafür noch eine Quelle. Aus dem Grund verwende ich die ND-Bilder auch nciht im Slider (Startseite, oder direkt hier über dem comment-Bereich)

      lg

      Ben

      1. esix sagt:

        wobei das wahrscheinlich auch wieder ansichtssache sein kann, mit dem verkleinern (weil es wird ja nix verändert vom inhalt) fast die gleiche debatte wie beim nc (ist man nun kommerziell wenn man flattr hat oder nen werbebanner auf seinem blog!? gibt da ja auch so 2 fronten die aufeinander knallen)

        ich finde die cc super, aber leider ist sie zu uneindeutig und egal was man macht, man kann doch irgend wie von irgend wem angepisst werden! weil man z.b. cc sachen in eine buch druckt und das buch verkauft (aber sich eigentlich nur den aufwand und kosten des drucks erstatten lässt durch den kaufpreis) und und und

        leider, sehr sehr viel unklar in meinen augen.

        darf man aus texten zitieren (nach harvard) ohne cc-by-?? anzugeben?

  3. Philipp sagt:

    Man kann auch überall eine Absicht unterstellen… Und statt zu honorieren, dass Texte unter CC lizensiert werden, auch nochh zu kritisieren, die Lizenz sei “versteckt“ worden, naja. Das ist mir zu weit hergeholt.

    1. Benjamin Stöcker sagt:

      Wo habe ich bitte böswillige Absicht unterstellt? Bei der Menge an Verstößen ist es sicherlich nicht Unachtsamkeit sondern eher Unwissenheit – was ich kritisiere.

      Und wir könne jetzt streiten ob die Texte wirklich unter der CC stehen, denn ich denke die Lizenzvereinbarung sehen das erwähnen der Lizenz leicht anders vor. Was daran stört einen Hinweis in den Fooder zu machen, wie es nahezu bei jedem CC-Blog der Fall ist, erschließt sich mir nicht wirklich.

      1. Philipp sagt:

        “hat Methode“ – wenn das mal keine Absichtsunterstellung ist 😉 Nix für ungut, ich finds ja gut, dass du sensibilisieren willst 🙂

        1. Benjamin Stöcker sagt:

          Da muss ich dir Recht geben, das kann man wirklich so verstehen :o)

  4. Philipp sagt:

    Wenn du die Herren und Damen drauf hinweist, damit sie es verbessern können, hats wenigstens einen Sinn gehabt, sonst ist es bloße Lästerei.

  5. kapeka sagt:

    Und wer muss hier zurücktreten? Wo ist die Anti-Raubkopier-Demo gegen die Grünen?

  6. Deus Figendi sagt:

    Ich hab da jetzt wenig Ahnung von Blog-Software (das CMS, welches ich benutze behält Binärdateien genau so, wie ich sie hochlade wenn ich das will).
    Aber ich vermute mal, dass eine Veränderung durch CSS kein Problem darstellt, in dem Fall wird die Transformation erst im Browser durchgeführt. Mit CSS3-Transforms kann man die Bilder dann entsprechend auch neigen oder spiegeln etc.
    Wenn man sich Mühe gibt geht auch beschneiden (overflow:clip).
    Vieles davon dürfte allerdings Pixel-geschubse erfordern und entsprechend ein Layout, welches pixelgenau ausgerichtet ist und das will doch niemand 🙂

    Ansonsten schrieb ich eben auf Netzpolitik.org schon: Manchmal ist es nicht so einfach die infos passend unter zu bringen und ich schreib die Lizenzen (bei kombinierten Werken) meist noch in die Meta-Daten der Datei, dann sind sie auf jeden Fall direkt an/in der Datei naja und dann irgendwo ne Fußnote oder so.

    1. joe_lue sagt:

      Fußnoten kann man ja schnell mal vergessen^^ scnr

      Ob das Skalieren von Bildern schon unter einen Verstoß an CC-ND herankommt, ist imho doch etwas übertrieben. Beschneiden hingegen schon, da würde ich dann auch keinen Unterschied zwischen „richtiger“ Bearbeitung im Grafikprogramm und CSS-/JS-Frickeleien machen.

    2. Benjamin Stöcker sagt:

      In dem Fall werden die Datein definitiv vom Server verändert ausgeliefert, der Schnitt scheint vorher erfolgt zu sein, die größenänderung kann durch das CMS passiert sein, also Serverseitig.

      1. Deus Figendi sagt:

        Äh ja, sollte auch eigentlich eine Antwort auf esix sein, ist mir irgendwie verrutscht, als ich meine E-Mail-Adresse nicht angegeben hatte 🙂
        Ich wollte nur sagen: Wenn man sich sehr sehr viel Mühe gibt kann man ND „umgehen“ wenn man die Bearbeitung dem Benutzer überlässt, wie der mein CSS auswertet ist ja nicht mein Bier ^^
        Insbesondere diese beiden Sonderfälle: skalieren und beschneiden lassen sich damit ganz gut realisieren und ich schätze auch mal, dass die meisten Leute, die was unter ND-Lizenz stellen eigentlich auch kein Problem damit hätten.

  7. Danilo sagt:

    Die Idee von Creative Commons ist doch, das Teilen und Wiederverwenden zu vereinfachen. Die Diskussion ob ein Vergrössern eines Bildes – welches das Bild an sich ja nicht verändert – gegen die Lizenz ist, ist in meinen Augen irrelevant. Beim Zuschneiden ist es etwas anderes, da wird möglicherweise die Aussage des Bildes verändert. Da spielt es auch keine rolle ob es im Browser oder auf dem Server geschnitten wird.

  8. Gondlir sagt:

    Interessant, welche Mühe Du Dir gemacht hast, um von verschiedenen Leuten Informationen zu erhalten. Hast Du auch schon mal mit dem Gedanken gespielt, einen Teil dieser Mühe zu verwenden, um die Onlineredaktion der Grünen zu kontaktieren, und damit der vermuteten Unwissenheit ein Ende zu bereiten?

    Leider merkt man dem Artikel deutlich an, dass er nicht als Hinweis und Unterstützung der grünen Onlineredaktion gedacht war. Stattdessen schimmert ständig die klammheimliche Schadenfreude durch, dem politischen Konkurrenten eins auszuwischen. Schade, es hätte stattdessen nämlich auch konstruktive Kritik sein können.

    1. Benjamin Stöcker sagt:

      Ja, allerdings erst nach der Veröffentlichung. Ich mag zwar nur „Freizeitjournalist“ sein, aber n bissi Story möchte ich dann schon haben. Du kannst mir aber erklären welchen politischen Konkurrenten ich eins auswischen möchte – in wie fern stehen die Grünen zu mir persönlich in Konkurrenz?

  9. Herr Schmidt sagt:

    Ich könnte mir vorstellen, dass auch noch ein paar der anderen Bilder mit CC-Problemen zu kämpfen haben. Wie wäre es denn mal mit einen GreenPlag-Wiki bis die Grünen endlich ihren Doktortitel zurückgeben?

    1. Benjamin Stöcker sagt:

      Eine Hetzjagt muss man jetzt beim besten willen nicht starten 😉

  10. Steffen sagt:

    Hab das mal zur Info an einen Grünen-Ansprechpartner weitergegeben, was auch mit einem entsprechenden „Danke für den Hinweis“ quittiert wurde.

    1. Benjamin Stöcker sagt:

      Mir wurde nicht geantwortet – aber ich kann mir vorstellen das dauert bei Mail-Adressen im Impressum in der Regel, da kommt ja viel.

  11. sausi sagt:

    Mir scheint, Dir kam es auf die schöne Story an, den Effekt. Dabei hast Du leider wohl die gute Recherche ein bißchen vernachlässigt. Das darf auch „Freizeitjournalisten“ nicht passieren, die anderen

    Du kritisierst, das Bild sei entgegen den Lizenzbestimmungen verändert worden. Dabei lässt die Lizenz dies ausdrücklich zu. Dort steht: „Sie dürfen: (…) Abwandlungen und Bearbeitungen des Werkes bzw. Inhaltes anfertigen“
    Und der Vorwurf, die CC-Lizenz für alle Texte sei im Impressum „versteckt“, ist hanebüchen. Ein solcher Hinweis gehört ins Impressum. Wo sonst sollte das stehen? Bei den Kontakten?

    Du kritisierst, die Größenänderung würde ebenfalls gegen die Lizenz verstoßen. Grober Unfug. Dann hätte sich auch flickr eines Lizenzverstoßes schuldig gemacht. Das gilt auch für Microsoft, Ubuntu, Apple oder das von Dir benutzte Betriebssystem, das eine Verkleinerung des Bildes erstellt. Auch Du hättest gegen diese Lizenz verstoßen, denn das Bild in Deinem Artikel ist ebenfalls verkleinert.

    Das von Dir benutzte Bild steht übrigens unter derselben Lizenz wie das von Dir monierte zum grünen Demokratiekongress.

    1. Herr Schmidt sagt:

      Auf welches Bild beziehst du dich denn im ersten Absatz? Ben hat ja einige Bilder angesprochen, daher ist die Zurodnung nicht ganz klar. Bei den Bundeswehr Bildern ist beispielsweise recht deutlich auf die CC-SA-ND Lizenz hingewiesen und darin steht nun mal klar: „No Derivative Works — You may not alter, transform, or build upon this work. “

      Wobei ich bei Skalierungen auch sagen würde die sind wohl nicht betroffen. Wer aber nur Ausschnitte aus dem Bild nimmt macht imho eine Bearbeitung und das ist nicht mehr von der Lizenz gedeckt.

    2. Benjamin Stöcker sagt:

      Ich habe bei dem Bild zum Demokratiekongress gar nicht beanstandet das die Größe verändert oder das es Bearbeitet wurde. Das ist nach der Lizenz für DIESES Bild ja erlaubt. Die ND-Erweiterungen war an anderen Bildern.

  12. Robert Heinrich sagt:

    Vielen Dank für die ausführliche Beschäftifung mit unseren Inhalten und die konstruktive Kritik. Unsere Online-Redaktion wird das morgen überprüfen und entsprechend ändern. Robert Heinrich (Leiter Öffentlichkeitsarbeit, GRÜNE)

    1. Benjamin Stöcker sagt:

      :o)

  13. hast dir nen pokal verdient sagt:

    Titel gut. Aufmacher auch. Rest schlecht.

    Driftet ins plakative ab und macht den Eindruck, als ob du im eigentlichen Sinne nicht mit der falschen Verwendung von Lizensen bei den Grünen ein Problem hast, sondern eher mit den Grünen selbst.

  14. frank sagt:

    Du schreibst: „Wenn das Bild unter der Bedingung NC (Non Commercial) steht, darf man es nicht in Publikationen verwenden, die verkauft werden.“
    Ganz so einfach ist das leider nicht.

    http://creativecommons.org/licenses/by-nc/3.0/de/ sagt nämlich
    „Keine kommerzielle Nutzung — Dieses Werk bzw. dieser Inhalt darf nicht für kommerzielle Zwecke verwendet werden. “

    Der Begriff „kommerziell“ ist in Deutschland nicht klar geregelt, eine Interpretation als „gewerblich“ liegt nahe. Und damit unterliegen die Inhalte einem weitreichenden Nutzungsverbot. Die Grünen-Webseite dürfte klar darunter fallen.

    1. Benjamin Stöcker sagt:

      Das es nicht ganz so ist weiß ich durchaus und habe ja geschrieben, dass ich das ganze vereinfacht habe.

      Ganz so wie du das schreibst ist dem auch nicht, zumindest wenn man den Verlinkten Podcast von Netzpolitik.org hört wird einem erklärt, dass umstritten und juristisch nicht einwandfrei geklärt ist. So gibt es durch aus eine Fraktion, die die gewerbliche Nutzung erst beim Verkauf sieht oder wenn offenkundig Geld für das Bild fließt.

      Das ist bei den Grünen nicht der Fall. Ob eine Verwendung eines NC Inhaltes daher für die Grünen wirklich nicht möglich ist, wage ich nicht zu behaupten, wenn schon Jura-Profis hier Probleme mit einer klaren aussage haben. Obwohl es natürlich anzuraten wäre bis zu einer sicheren Klärung darauf zu verzichten.

      1. Deus Figendi sagt:

        Gewerblich gewerbsmäßig ist juristisch recht klar umrissen und ist ein sehr breit greifender Begriff. Die Seite einer Bundespartei fällt mit Sicherheit darunter. Simpel gesagt fällt darunter alles, was nicht total amateur-stümperhaft dahin gekliert ist („meine erste Frontpage“).

        Warum du die Kurzzusammenfassung als Refferenz verwendest ist mir unklar Frank. Die Lizenz selber definiert dieses „kommerziell“ da braucht man nicht nach anderen Begrifflichkeiten (kommerziell ~ gewerblich) suchen:

        Die Rechteeinräumung (…) gilt nur für Handlungen, die nicht vorrangig auf einen geschäftlichen Vorteil oder eine geldwerte Vergütung gerichtet sind („nicht-kommerzielle Nutzung“, „Non-commercial-Option“). Wird Ihnen in Zusammenhang mit dem Schutzgegenstand dieser Lizenz ein anderer Schutzgegenstand überlassen, ohne dass eine vertragliche Verpflichtung hierzu besteht (etwa im Wege von File-Sharing), so wird dies nicht als auf geschäftlichen Vorteil oder geldwerte Vergütung gerichtet angesehen, wenn in Verbindung mit dem Austausch der Schutzgegenstände tatsächlich keine Zahlung oder geldwerte Vergütung geleistet wird.

        Nun halte ich es für streitbar ob das Einbinden von NC-Werken auf einer Partei-Seite als „geschäftlicher Vorteil“ zu werten ist.
        Wer irgendwie direkt Geld verdient mit einer Netz-Seite (z.B. durch Werbung, Flattr o.ä.) fällt meiner Meinung nach wahrscheinlich darunter. Es bietet sich dann an einfach zu fragen, man muss ja keinen ausführlichen Vertrag schließen, eine Anfrage „guck mal das ist meine Seite und ich würde gerne dieses Bild verwenden, darf ich?“ tuts doch und hab ich vor der CC-Zeit ständig gemacht. Die häufigste Antwort war „yea, but gimme credit!“

        1. Benjamin Stöcker sagt:

          Weil in dem Podcast zwei Volljuristen sich unterhalten die beide bei Creative Commons mitarbeiten – man sollte als mal annehmen, dass sie echt wissen von was sie reden :o)

  15. Robert Heinrich sagt:

    Wir haben zu der Angelegenheit auch auf gruene.de nochmal Stellung genommen:
    http://www.gruene.de/einzelansicht/artikel/hinweis-der-redaktion.html

    1. Benjamin Stöcker sagt:

      Das ist Anständig. Dass die Meldung sogar auf der Startseite auftaucht zollt mir Respekt ab!

      *thumbs up*

  1. Wie man Creative Commons Inhalt nicht nutzt : netzpolitik.org sagt:

    […] der Grünen zeigt aktuell wieder anschaulich, wie man Creative Commons Lizenzen falsch nutzt. Benjamin Stöcker hat zahlreiche Beispiele einer falschen Nutzung gesammelt. Creative Commons lizenzierte Inhalte bedeuten eben nicht, dass […]

  2. Lizenz für Blogartikel: Creative Commons | Bens IT-Kommentare sagt:

    […] verfügen, stolpern in diese Falle. Dieses beschreibt Benjamin Stöcker in seinem Artikel Gruene.de und der faszinierende Umgang mit der Creative Commons und macht dabei selbst einen Fehler. Er vergisst die Titelnennung des verwendeten Bildes. Dass […]

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