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Mrz
09

TAZ-Chefredakteurin: Im Netz veröffentlichte Texte dürfen eher kopiert werden

Vor einiger Zeit wurde die Band Wir Sind Helden von der Werbeagentur der BILD gefragt, ob sie nicht Werbefiguren für das Springer Aushängeschild werden wollen. Die Antwort der Band ist ziemlich deutlich ausgefallen und wurde ganz schnell ein Renner im Netz. Man hätte meinen können die Werbeagentur hätte sich blamiert genug fühlen müssen und vielleicht war auch das verletzte Ehrgefühl der Grund warum sie die Antwort der Band als Anzeige in der TAZ geschaltet haben, wer weiß.

Das Annehmen dieser Anzeige brachte der TAZ auf jeden Fall massive Kritik ein. Nicht nur weil die TAZ gerne gegen das Springer Medienhaus wettert, sondern auch weil der Brief ja ziemlich deutlich machte, dass Wir sind Helden unter keinen Umständen für die BILD als Werbeträger dienen wollten. In einem Radiointerview durfte sich die TAZ Chefredakteurin Ines Pohl für die Werbeanzeige verteidigen. Da das Anzeigengeschäft bei der TAZ – vorbildlicherweise – aus journalistischen Gründen von der Redaktion – also ihrem Verantwortungsbereich – strikt getrennt ist, wusch sie ihre Hände verständlicherweise in Unschuld. Vielleicht hätte sie, wenn sie schon nicht zuständig ist, das ganze dann auch gar nicht kommentieren sollen. Denn Ihre Antwort wie das ganze Urheberrechtlich einzuordnen sei ist, war etwas missverständlich:

Zum Inhalt der Anzeige muss man sagen: Der Brief von Holofernes war ja in der Öffentlichkeit. Es ist nicht so, dass da urheberrechtliche Grenzen meiner Meinung nach überschritten wurden. Sie hat den selber ins Internet gestellt, er wurde zehntausenfach geklickt, es ist ein Supertext.

Gut es war ein Radiointerview, da kann es schon mal passieren, dass man Unbedachtes von sich gibt. Wenn man das ganze aber ins eigenen Blog stellt, sollte man den Lapsus wenigstens per Kommentar gerade Biegen. Tut man es nicht, hinterlässt das Ganze irgendwie doch einen faden Nachgeschmack.

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