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Mai
02

Kurz geranted: Der Satan ist tot

Es gibt Momente, in denen – manchmal – hin und wieder – also ganz ganz selten – bei mir der Glaube an jeglichen Verstand in den Medien verschwindet. Heute ist mir dieses Gefühl wieder begegnet.

Osama bin Laden ist tot. Das ist scheinbar ein guter Grund für Medien zu feiern, die Welt ist jetzt endlich etwas sicherer, denn das Böse in Persona hat diese Erde verlassen. Es wird vorsichtshalber auch nirgends erwähnt, dass der gute man Teil DER Bin Laden Familie ist, die sich super gut mit dem Bushs aus Amerika – genau diese Präsidenten – versteht.

Auch ist es nicht von Relevanz, dass es das ach so heldenhafte Amerika war, dass Bin Laden über Jahre gefördert und aufgebaut hat. Wenn der Teufel gegen den Kommunismus kämpft, dann werden die Hörner ganz schnell zum Heiligenschein. Und genau diese Bigotterie kotzt mich an. Hält man seine Hörer für zu dämlich solche Informationen überhaupt zu verstehen? Ist das reine Absicht? Ist es für die Medienschaffenden selbst leichter, wenn die Bilder immer einfach sind? Oder sind schon die Menschen in den Massenmedien selbst so unkritisch geworden, das sie nicht denken und eine schwarz weiße Welt ohne Graustufen sich wünschen und nicht nachdenken wollen?

Ich weiß es nicht, ich weiß nur eins: Wenn das nächste mal der Sarazin, die NPD oder die Berliner Rechtspopulisten von der Freiheit um die Ecke kommen, dann sind sie alle wieder betroffen, dass die Rechten ja mit ihren vereinfachenden Thesen wahrgenommen werden, wetten?

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  1. Ein paar Stimmen zum heutigen Bin Laden Tag sagt:

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