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Jul
02

Automobilindustrie im Umbau: Es gibt viel zu tun

Foto eines Autos mit einer GrasmattenverkleidungDas Grüne Auto – pragmatisch gedacht
Bild: wetwebworkCC-BY

In all dem Trubel rund um Fukushima und dem deutschen Ausstieg aus der Atomenergie ist es in der Öffentlichkeit ruhig geworden um einen ökologischen Umbau, der bis Februar häufiger in der öffentlichen Diskussion stand: Der Umbau (Individual)Mobilität – weg vom Öl und hin zum Strom. Im Sinne der Grünen kann das nicht sein, und so macht es mehr als Sinn, diesem Thema eine eigene Session auf dem Zukunftskongress in Berlin zu gönnen.

Die Probleme, die mir bei diesem Umbau einfallen sind auf Anhieb vielfältig. Nicht nur, dass eine der größten deutschen Industrien umdenken muss, was ist in guten Stücken bereits geschafft ist, wie zum Beispiel BMW-I beweist – Nein, auch die ganze Versorgungsstruktur muss sich mit ändern. Von der Autowerkstatt bis hin zur Tankstelle wird sich das Bild der gesamten Branche um des Deutschen liebstes Kind in den nächsten 30 Jahren komplett wandeln.

Die Dimensionen sind gewaltig. Allein in Deutschland wurden im Jahr 2008 fast 2000 Peta Joul im Straßenverkehr in Deutschland verbraucht (Quelle:Umweltbundesamt). Das entspricht in etwa 553 TWh und ist damit nur marginal weniger als der gesamtdeutsche Stromverbrauch. Ganz plastisch ausgedrückt: Es ist die Jahresproduktion von 45 Atomkraftwerken moderner Bauart – unter Annahme von Dauerbetrieb und Vollast. Selbst wenn wir bei der neuen Technologie Effizienzsteigerungen erwarten können und von einem Rückgang des Individualverkehrs ausgehen, werden wir in naher Zukunft unglaubliche Strommengen zusätzlich benötigen.

Aber nicht nur die Energieversorgungslücke ist ein Problem, dass der Umbau der Mobilität mit sich bringt, nein es gibt auch Probleme, die die Politik direkt betrifft. So berechnet sich die KFZ-Steuer nach Hubraum und CO2 Ausstoß – beides fällt bei Elektromotoren weg. Mit knapp 9 Milliarden Euro wäre der Wegfall für den Bundeshaushalt allerdings leichter zu verkraften als die fast 40 Milliarden Euro die der Bund über die Energiesteuer (f.k.A. Mineralölsteuer) einnimmt. (Quellen: Statistisches Bundesamt, Bundeszentrale für politische Bildung). Bei einem Gesamthaushalt von 280 Milliarden Euro und der neuen Schuldenbremse wird kein Finanzminister auf die Einnahmen aus den beiden Steuern verzichten können.

Wie man sieht, bringt der Mobilitätswandel bereits auf den ersten Blick Probleme mit sich, die den Atomausstieg wie einen Nachmittagsspaziergang aussehen lassen. Ein klares Zukunftsthema und damit auf einem Zukunftskongress bestens aufgehoben.

Leider ist das vorher publizierte Thesenpapier reichlich unkonkret. Es spricht im Allgemeinen von dem natürlichen Zwiespalt zwischen Wirtschaftlichkeit und Zukunftstechnologie, welche die Umwelttechnologie ja ist. Es ist nicht leicht beides miteinander zu versöhnen, was – strategisch gesehen – schon immer ein Imageproblem der Grünen war. Wer die Welt zu einem Besseren verändern will, der muss Geld in die Hand nehmen beziehungsweise andere dazu bewegen, und seinen „Ruf“ im Bereich der Wirtschaftspolitik damit nahezu garantiert ruinieren

Nur ist der Ruf erst ruiniert, dann lebt es sich auch ungeniert – das weiß zumindest die altdeutsche Mundart. Meiner Meinung nach ist es politisch gesehen ein großer Vorteil für die Grünen, dass von ihnen keine Jobwunder erwartet werden. Ein wirkliches Problem ist allerdings der im Thesenpapier beschriebene „Reboundeffekt“:

Die Erfahrung zeigt, dass Effizienzgewinne durch Ausweitung der Nachfrage schnell wieder aufgefressen werden (sog. Rebound Effekt). Das klassische Beispiel dafür ist das spritsparende Auto, mit dem dann mehr gefahren wird und das zum Kauf eines Zweitwagens einlädt. Rebound-Effekte können auch auf der volkswirtschaftlichen Ebene auftreten: wenn viele Akteure versuchen, ihre Abhängigkeit vom teuren Öl zu reduzieren. Dann sinkt die Nachfrage und damit der Preis, was wiederum die Nachfrage erneut steigen lässt.

Volkswirtschaftlich ist dieses Spiel aus Angebot und Nachfrage beileibe kein Unbekanntes. Wer aber auf eine Senkung des Ressourcenverbrauches zielt, der hat mit diesem Effekt verständlicherweise so seine Probleme.

Wir steuern also auf Probleme auf vielen Schichten und Ebenen zu, sollten wir unser „Verkehrsverhalten“ im Grünen Sinne verändern. Und gerade von den Grünen dürften auf all diese Fragen Antworten erwartet werden. Antworten, die nicht einfach sein werden und vor allem nicht einfach zu vermitteln sein werden.

Glücklicherweise hatten die Grünen das entsprechende Panel auf dem Zukunftskongress prominent besetzt. Mit Winfried Kretschmann nahm der grüne Ministerpräsident eines der größten „Automobilbundesländer“ Teil und mit Matthias Wissmann – Präsident des VDA und damit der Cheflobbyist der Automobilindustrie – steht sicherlich unter keinerlei Verdacht grünen Träumereien nachzuhängen.

Wer sich die Session lieber anhören möchte als meine Zusammenfassung zu lesen, der kann sie gerne downloaden.

Im Eingangsstatement der Session wurden nochmal die Kernpunkte des Positionspapier wiedergegeben. So wurde Umwelt und Wirtschaft bis vor kurzem noch als Gegensätze wahrgenommen. Als Beispiel führt der Referent einen Hamster an, der die Ansiedlung einer Industrie im kommunalen Bereich verhindert hätte. Mittlerweile ist das allerdings anders. Das ganze würde als zwei Seiten derselben Medaille wahrgenommen. Dabei sehe man Probleme, neben dem Reboundeffekt gibt es eben Abhängigkeiten zu Strukturen die in mehr als einem Jahrhundert gewachsen ist. Die Automobilindustrie hat sich bereits auf den Weg gemacht, allerdings ohne die bisherige Produktpalette sofort einzustellen. Die Frage, die sich die Grünen Stellen müssen, ob es Förderung im Sinne von Fordern und Fördern brauche?

Nach dem Eingangsstatement gab Anja Heiduck den beiden Kontrahenten die Möglichkeit jeweils ein Eingangsstatement abzugeben. Angefangen hat Herr Wissmann.

Er kenne Kretschmann von Sondierungsgesprächen als er noch Stellvertretender vorsitzender der CDU war. Er hat im Blog zu der Veranstaltung einen Eintrag gefunden der im Gut gefiele:

.. Mobilität sei für ihn die Freiheit überall hinkommen….

Natürlich habe diese Mobilität negative Effekte, wie etwa Lärm oder die Veränderung des Klimas. Für Wissmann sei die Frage aber wie man die Freiheiten in der Mobilität erhalten kann bei der größtmöglichen Reduzierung der Schatten dieser Bewegungsfreiheit. Für ihn ist sei Kernherausforderung bei diesem Thema eben nur durch Innovation zu lösen. Damit sei man bereits auch ganz gut vorangekommen. So hätte man bereits eine Verringerung des reinen Schadstoffausstoßes um 98% in den letzten 20 Jahren erreicht. In den letzten 10 Jahren alleine sei eine Verringerung von 20% des CO2 Ausstoß bei deutschen Automobilherstellern erfolgt.

Deutschland sei eines der ganz wenigen Ländern der Welt, in dem es rückläufige CO2-Ausstöße im Straßenverkehr gäbe. Als Beispiel des Fortschritts führt er die S-Klasse von Mercedes an, die weniger als 6 Liter auf 100 Kilometer verbrauche. Natürlich langen diese Anstrengung noch nicht, aber die Automobilindustrie ruhe sich auch nicht aus. So stecken die deutschen Hersteller viel Geld in die Forschung um die Effizienz ihrer Fahrzeuge weiterhin massiv steigern zu können. Er erwartet bei den Verbrennungsmotoren eine Effizienzsteigerung von 20% in den nächsten 10 Jahren. Das ist wichtig, da der Verbrennungsmotor in absehbarer Zeit den Massenmarkt bestimmen würde.

Die deutschen Automobilindustrie sei weltweit die einzige, die in mehrere alternativen Antriebsmethoden gleichzeitig investiere. Die ist auch sinnvoll, da es noch nicht festzustellen sei, welche neue Technologie sich am Ende durchsetzen werde. So seien die Batterien für die Elektromobilität nicht ausgereicht genug für den Massenmarkt. Ihm sei allerdings auch klar: Es geht nicht nur um neue Autos, sondern es geht auch um neue Mobilitätskonzepte. So erarbeite die Automobilindustrie bereits heute Warentransportkonzepte zusammen mit der Deutschen Bahn.

Leider gebe es gerade bei den Grünen Vorurteile gegen das Premiumsegment in der Automobilindustrie. Dieses definiere sich nicht aber gar nicht Größe und Gewicht, sondern nach Attraktivität, Qualität, Innovation und Markenwert. So sei der Mini ein Premiumauto.

Wenn man sich frage wo in Zukunft die Jobs in der Automobilindustrie in Deutschland möglich sind, dann ginge dies zwar nicht nur aber vor allem im Premiumsegment – denn nur dieses lasse sich von den deutschen Automobilindustrie wirtschaftlich besetzen. Das zeige sich auch an VW: Das kleinste Fahrzeug, dass in Deutschland Produziert würde wäre der Golf, da es sich beim Polo nicht mehr rechne. Nicht der Staatlicher Zwang wird eine Veränderung mehr zu effizient bringen, denn am Ende wird das der Verbraucher bereits bewirken.

Anschließend hielt Winfried Kretschmann sein Eingangsstatement. Für ihn ist der Wandel in der Mobilität mit dem Atomausstieg vergleichbar. Der sei zwar beschlossen, aber damit beginne erst die Herausforderung. Man müsse zeigen, dass es ein Wirtschaftliches Modell ist, erst dann würde ein Dominoeffekt eintreten. Für ihn als gläubiger Mensch sei es kein Zufall, das er Ministerpräsident in einem der wirtschaftsstärksten Region Europas geworden ist. Die Grünen müssen jetzt beweisen, dass sie mit dem ökologischen Umbau Wirtschaftswachstum kreieren können.

Grundlage für den Wandel sind Unternehmertum und kreative Leistung – und beides sei in Baden Württemberg vorhanden. Für Ihn ist es wichtig, dass man dabei klare Ordnungspolitik macht, die die Industrie stimuliert und nicht stranguliert. Er wurde dafür gewählt, das er das falsche Jammern der Industrie vom richtigen Jammern unterscheiden kann.

Er will damit einen Rahmen schaffen, in der allerdings Technologieoffenheit gelten solle. Natürlich müsse man einzelne Antriebsarten – wie Elektroauto – fördern, allerdings dürfe man dabei nicht übertreiben. Auch er sieht den Verbrennungsmotor in naher Zukunft als die Massenmarkttechnologie, daher seien Effizienzsteigerungen in diesem Bereich Elementar.

Er zeigt Verständnis dafür, dass die Industrie bei den Investitionen vorsichtig ist, da noch nicht feststehe, welche Technologie sich am Ende durchsetze. Ein weg aus diesem Dilemma sei für ihn die universitäre Grundlagenforschung, welche Baden Württemberg natürlich nicht vernachlässigen wird.

Das die derzeitigen Mobilitätskonzepte keine Zukunft auf globaler Ebene haben, könne man doch bereits in Deutschland sehen. So käme man im mittleren Neckarraum dem Stau kaum hinterher bauen. Man braucht also neue Verkehrskonzepte, für die eben interdisziplinäre Forschung nötig ist. Von der Software für Carsharing bis hin zu neuen Antriebskonzepten. Diese Innovationen müssen dann im Premiumsegment schnell einziehen, da man sich hier die Kosten dafür leisten könne und sie so Massenmarkttauglich gemacht werden können.

Anschließend gab es eine moderierte Diskussion. Zu erst musste Wissmann auf die Frage Antworten, was für Ihn die größte Sorge der Industrie ist, ob und wie zum Beispiel die CO2 Ziele erreichbar seien. Für ihn sei ein Problem, wie eine Industrie sich in Deutschland halten kann, wenn die größte dynamik- aus Ländern wie China und Indien kommen. Vor allem wenn dort teilweise völlig anderen Rahmenbedinungen herrschen. So seien zum Beispiel die Energiekosten in Deutschland ein Problem für die Carbonindustrie.

Herr Kretschmann wurde anschließend gefragt, ob die Differenzen zwischen der Politik und der Industrie nur temporär wären. Hierzu müsse man seiner Meinung nach nur eine Broschüre der Automobilindustrie von vor 5 Jahren anschauen, die Entwicklung gehe doch eindeutig in die richtige Richtung. Für die energieintensive Wirtschaft müsse man in Deutschland was tun, allerdings sei die Politik bereits heute nicht untätig. Im allgemeinen muss man sich aber auch überlegen, wie man Energieeinsparungen in der Industrie durch Effizienzsteigerungen erreichen kann.

Die Moderationen hielt fest, dass es zwar gut sei, dass die Grünen die Win-Win Situationen beim Ökologischen Umbau herausstellen, aber es besteht dabei die Sorge, dass dadurch der Umbau insgesamt verlangsamt wird. Kretschmann antwortete, dass er darauf achten muss Härten zu vermeiden, das habe er bei der Diskussion um seine „Weniger Autos sind manchmal mehr“ Aussage bemerkt. Natürlich müsse die Politik bei dem Thema Tempo machen, allerdings muss die Politik dabei Brüche vermeiden. Er möchte daher zwar eine harte aber verlässliche Ordnungspolitik. Genau aus diesem Grund habe er dem aktuellen Atomkonsens zugestimmt, da sich so jeder darauf einstellen könne.

Zuletzt wurde Wissmann gefragt, ob er dran glaube, dass das technologische „Vorangehen“ der Treiber für die deutsche Automobilindustrie ist. Wissman glaube nicht nur daran, sondern könne dies täglich sehen. Wenn man in einem Hochlohnland wie Deutschland dauerhaft erfolgreich sein möchte, ginge dies nur mit einem ständigen Wissensvorsprung. Genau auf diese weise hat sich die deutsche Automobilindustrie weltweit immer höhere Marktanteile erarbeitet. Für ihn stellen sich nur 2 Fragen ernsthaft. Wer an den wachsenden Märkten durch seine Produktion einen Anteil haben wird und wie umweltfreundlich diese Fahrzeuge sein werden. Weltweit gesehen wird aber die Anzahl der verkauften Autos auf absehbarer Zeit definitiv steigen. Dazu wirft Kretschmann ein, dass jede gebaute S-Bahn dazu da ist, dass weniger Autos benötigt werden. das sei für ihn höchst banal, einsichtig und wünschenswert.

Anschließend gab es Raum für Publikumsfragen, wobei das in guten Teilen eher Publikumsstatements waren. Meistens Antwortete nur Wissmann auf die Fragen konkret. Winfried Kretschmann war da ganz Politiker und antwortete mit charmanten allgemein Phrasen. Die erste Anmerkung aus dem Publikum war, dass die Automobilindustrie davon ausgeht, dass sich die Autoflotte weltweit in den nächsten 10 Jahren verdoppeln wird. Gleichzeitig würde aber die Menge des geförderten Öl um 30% sinken. Wissmann wurde gefragt, womit diese Autos eigentlich alle fahren sollen. Er Antwortete, dass bereits jetzt die Industrie 50% der Forschungsgelder in alternative Antriebe stecke, obwohl sie in den nächsten Jahren höchstens 5% Marktanteil haben werden. Die Industrie investiere hier bereits in die Zukunft, genau aus den genannten Gründen.

Fritz Kuhn gefiel es nicht, wie undifferenziert der Premiumbegriff sei. Er meint Premium müsse ökologisch gedacht sein, so sei der alte SMART aufgrund des Spritverbrauches kein Premium Fahrzeug. Er frage sich, ob die Automobilindustrie benötigte Innovationsstrategie von selber mache oder ob nicht staatliche Rahmenbedingungen die das Tempo forcieren notwendig würden. Der Staat könne an vielen Stellen eingreifen. Bei Firmenwagen zum Beispiel oder mit einer allgemeinen Geschwindigkeitsbegrenzung, die viele technische Probleme lösen würde. Drauf antwortete Wissmann, das es in Deutschland keine Option sei sich aus dem Premiumsegement zurück zu ziehen, diesen Fehler haben die Franzosen gemacht. Allerdings könne man Premium neu definieren. Bedarf an den passenden Rahmenbedingungen bestünde natürlich, allerdings müssen diese auch fair sein. Es ginge zum Beispiel nicht an, dass ein ineffizienter Kleinwagen die Grüne Ampel bekäme, aber der effizienteste Großwagen nicht. Man könne beide Fahrzeuge einfach nicht vergleichen.

Michael Kramer, MdE, hielt fest, dass wir dringend neue Mobilitätskonzepte benötigen. Wenn die Chinesen nur halb so viel Auto fahren würden wie die Deutschen könnte es keiner mehr. Es gäbe schlicht zu wenig Stahl und Öl. Die deutsche Automobilindustrie hätte nur dann eine Überlebenschance, wenn sie sich zu einer ganzheitlichen Mobiltätsindustrie wandelt: So könnte man Züge, Fahrräder, Auto, LKWs und Busse aus einer Hand anbieten. Wissmann antwortete, dass die Industrie bereits an neuen Logistik und Mobilitäskonzepten arbeite, die deutsche Automobilindustrie habe bereits viele Kooperationen gestartet. Es gäbe allerdings in den Grünen Reihen den Irrtum, nämliche dass neue Mobilitätskonzepten weltweit zu weniger Autos führen würde. Es wird in Zukunft definitiv weltweit mehr Autos verkauft werden.

Ein weiteres Mitglied des Publikums hielt fest, dass die größte Herausforderung in Deutschland die inteligente Verknüpfung von vielen Verkehrskonzepten sei. Er Frage sich allerdings, warum deutsche Zulieferer für ausländische Kleinwagen teile billiger liefern können als für die deutsche Produktion. Wissmann antwortete, dass man im Hochlohnland Deutschland Kleinstwagen nicht Wettbewerbsfähig herstellen könne. Das zeige sich am Beispiel VW: Das kleinste in Deutschland produzierte Auto sei der Golf, der Polo werde zum Beispiel im Ausland produziert. Er erwarte, dass in Deutschland sich nur die Produktion von Premiumautos halten könne.

Kretschmann antwortete auf alle Anmerkungen gemeinsam. Für ihn ist natürlich klar, dass der ÖPNV in Deutschland gefördert werden muss. Die eigentliche Herausforderung sei aber der integrale Tacktfahrplan. Wir müssten eben öfter in Software und seltener in Hardware machen. Was man allerdings machen könnte ist den Druck zu spritsparenden Fahrzeugen auf die Automobilindustrie erhöhen. Man darf allerdings nicht zu viel erwarten, da Veränderungen immer Zeit bräuchten, allerdings kann die Politik immer mit guten Beispiel voran gehen. So werde sich zum Beispiel der Fuhrpark seiner Regierung natürlich drastisch ändern. Natürlich sind Premiumautos und der damit verbunden Luxus was feines und man solle das nicht verbieten. Wer sich hier die Werbebroschüren ansieht, der kann aber auch sehen, dass es Verbesserungen gebe. So würde heutzutage der Benziverbrauch deutlich herausgestellt. Auch ein Tempolimit sei in seinen Augen natürlich sinnvoll. Er hielt fest:

Was dem Ami die Waffe ist dem Deutschen das Rasen.

Danach kam es noch zu einer zweiten Fragerunde, die ich persönlich eher eine Vorwurfsrunde an den Hern Wissmann nennen würde. Wer sich dafür interessiert, sie findet sich ab Minute 70 in der Aufzeichnung.

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3 Kommentare

  1. crackpille sagt:

    Spannend wird es für die dt. Autoindustrie mit automatisch fahrenden Autos. Denn dann könnte Car-Sharing auf eine ganz neue Ebene gehoben werden, mit vielen Komfort-Vorteilen.

    Und angesichts der Effizienz-Spielräume (wieviel Prozent ihres Lebens stehen Autos nur rum, altern und verbrauchen Platz?) wäre da ein Einsparpotential, was die Automobilwirtschaft mit einer rapiden Verringerung der Nachfrage richtig hart treffen dürfe.

    1. Benjamin Stöcker sagt:

      Das wäre dann kein Car-Sharing sondern eigentlich der Öffentliche-Personen-Individualverkehr, oder? Aber ich gebe dir durchaus recht, funktioniert voraussichtlich aber noch lange nicht wirklich gut.

  2. Friedrich-Matthias sagt:

    Benzin muß nicht unbedingt aus Erdöl gemacht werden. Ich möchte mal wissen, wie im Elektroauto im Winter die Heizung funktionieren soll?

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