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Nov
16

Ich bin Equalist!

Symbolbild, verändertes Venus/Mars SymbolDas weibliche sticht aus dem männlichen
Das männliche sticht aus dem weiblichen

Über mein Problem mit dem (Wort) Feminismus, Gleichberechtigung und meine Abrechnung mit einer Welt, in der ich mich oft diskriminiert fühle.

Note: Ich weiß, dass ich mich hier mit einem heiklen Thema beschäftige, habe aber dennoch – wie es stets meine Art ist – „frei von der Leber“ schreiben und bin dabei teilweise in einen Rant abgeglitten – Der Text ist durch seine – sagen wir plakative – Wortwahl nicht absolut jugendfrei. Ich bitte vor dem Kommentieren den Artikel ganz zu lesen – und sich auch gut überlegen, ob etwas, was als „Angriff“ gewertet werden könnte, wirklich zweifelsohne von mir so gemeint ist.

Darüber hinaus werde ich in dem Artikel oft die Wörter „Mann“ und „Frau“ sowie „männlich“ und „weiblich“ benutzen. Ich bin mir bewusst, dass damit Menschen – wie zum Beispiel Intersexuelle – in gewissem Maß ausgegrenzt werden, dies ist allerdings leider für diese Diskussion Gang und Gäbe und soll ein anderes Mal von mir aufgegriffen werden

Ich bin ein Antifeminist. So oder so ähnlich hätte ich das wohl vor zwei Jahren noch lautstark festgehalten. Mittlerweile würde ich es wohl nicht mehr so ausdrücken, aber es bleibt in mir ein Unbehagen, wenn ich das Wort „Feminismus“ höre. Warum? Nun, das liegt unter anderem an meiner ersten Begegnung mit dem Begriff: Er ist extrem negativ geprägt:

Mitte der Neunziger – ich war gerade in der Pubertät angelangt – las ich, was eine der bekanntesten deutschen Feministinnen davon hielt, wenn Frauen ihre Partner „entmannten“. Zugegeben, genau erinnere ich mich nicht mehr daran was ich damals alles gelesen hab, aber ich finde die Wikipedia gibt den Kern, der damals bei mir hängen blieb gut wieder:

Schwarzer begrüßte die Tat der US-Amerikanerin Lorena Bobbitt, die ihrem schlafenden Mann John den Penis abgetrennt hatte, nachdem dieser sie angeblich betrogen, zu einem Schwangerschaftsabbruch gezwungen und vergewaltigt hatte. Obwohl Lorena Bobbitt einer Verurteilung nur wegen der Annahme geistiger Unzurechnungsfähigkeit zum Tatzeitpunkt durch die Geschworenen entging, und obwohl ihr Mann später vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen wurde, äußerte Schwarzer:

„Sie hat ihren Mann entwaffnet. (…) Eine hat es getan. Jetzt könnte es jede tun. Der Damm ist gebrochen, Gewalt ist für Frauen kein Tabu mehr. Es kann zurückgeschlagen werden. Oder gestochen. Amerikanische Hausfrauen denken beim Anblick eines Küchenmessers nicht mehr nur ans Petersilie-Hacken. (…) Es bleibt den Opfern gar nichts anderes übrig, als selbst zu handeln. Und da muss ja Frauenfreude aufkommen, wenn eine zurückschlägt. Endlich!“ – Alice Schwarzer: Emma 1995

Liebe Feministinnen: Stellt euch vor, eure erste Begegnung mit dem Feminismus wäre genau so abgelaufen: Irgendein Mann fabuliert darüber, eure primären Geschlechtsmerkmale zu zunähen, denn es sei eine Waffe oder Schwarzes Loch. Er bezeichnet dieses Verhalten als gerecht und freut sich darüber, dass sich das „endlich“ jemand traute. Ich denke auch bei euch hätte die Marke „Feminismus“ generell verschissen, um es mit den Worten der modernen Politik auszudrücken.

Dass ich schon seit Jahren eigentlich Feminist bin – zumindest wenn ich so manchen feministischen PiratInnen glauben darf – lässt mein negatives Gefühl gegenüber diesem Begriff nicht schwinden. Das hat durchaus auch mit dem Worststamm zu tun hat: Geht es doch – dem Worte nach – um die Frauenrechte. Zugegeben, wenn man eine Benachteiligung der Frau annimmt, so muss sie sich die Gleichberechtigung erkämpfen. Nur ist das heute noch so, wo auf dem Papier die Geschlechter ja gleichberechtigt sind?

Oh ja, ich spüre schon wie manche zur spitzen Feder greift um mich nieder zu schreiben, aber ich behaupte: Jede gesellschaftliche (nicht juristische) Benachteiligung des Femininen ist auch automatisch eine Benachteiligung und Diskriminierung des Maskulinen. Wenn man femininen Wesen nachsagt, dass sie beschützt werden müssen, sind masculine Wesen implizit dazu aufgefordert sie zu beschützen. Diskriminierung des einen Geschlechts kann man (fast) immer in die Diskriminierung der anderen Geschlechts umdrehen.

Und ja, ich fühle mich häufig in meinem Leben durch mein Geschlecht (Sex und Gender) diskriminiert. Jedes Mal, wenn ich mit einem hübschen femininen Menschen in einem Cafe sitze und die (gemeinsame) Rechnung auf meinem Platz landet, ohne dass dies explizit gewünscht wurde, fühle ich mich diskriminiert. Nicht nur, dass es offenkundig im Jahre 2011 für Kellner dieser Republik (stark erhöht übrigens in der Hauptstadt) Normalität zu sein scheint, dass Männer bezahlen. Nein, ich persönlich fühle immer die Ansage mitschwingen

Du armer alter fetter hässlicher Mann kannst solche Frauen eh nur dazu bringen sich mit dir abzugeben, wenn dafür Geld fließt. Ohne implizite Prostitution kann das nicht funktionieren – du bist nichts wert! Zumindest nicht mehr als dein Geldbeutel hergibt.

Sicher, das Empfinden ist übertrieben. Ich versuche mir das auch immer wieder bewusst zu machen – dennoch schießt dieser Gedanke in meinen Kopf und es fühlt sich einfach schlecht an.

Ja ich fühle mich diskriminiert, zum Beispiel durch eine Vielzahl von Frauen. Noch heute hört man von Ihnen.

Natürlich müssen Männer den ersten Schritt machen und um die Frauen werben.

Gesellschaftliche Normalität und die Macht des Faktischen? Zugegeben, wäre ich Frau und heterosexuell, ich würde es mir wohl auch gemütlich machen, denn Frau wird ja oft genug angeflirtet. Wie sagte es eine Bekannte von mir vor einiger Zeit:

Frauen die Schwänzen hinterher laufen machen was falsch, die kommen doch von ganz alleine.

Dass dann dummerweise diese Männer meist nachher natürlich sich als psychisch beziehungsunfähig und notorisch ignorant herausstellen erleichtert das dem Opfer Frau dann alle Männer – und damit auch mir – die Schuld zuzuweisen.

Gut, ich weiß was jetzt in manchem Kopf vorgeht: „Ohhh, der Arme, bekommt gar keine ab“. Sicher, richtig – aber darum geht es nicht. Es geht darum, dass dem so ist, weil ich mit etwas zwischen den Beinen geboren wurde, was die andere Hälfte der Menschheit nicht hat. Es geht um gesellschaftliche Chancen, Akzeptanz und Verhaltensweisen.

Und dieses Ungleichgewicht lässt sich fortsetzen: Während Feministinnen sich zu Recht beschweren, dass Frauen – im Schnitt – weniger verdienen als Männer wird gerne übersehen, dass Männer damit eben meist mehr verdienen als ihre Frauen. Und ja, das ist ein fucking Problem. Das bedeutet nämlich auch, wenn der Mann eine Familie gründen will, wird er in der Regel dem gesellschaftlichen Druck ausgesetzt der Ernährer zu sein, denn objektiv ist es nunmal unlogisch – oder zumindest unrealistisch – dass der Besserverdienende zu Hause bleibt um die (Klein)Kinder zu hüten.

Bild von zwei Glitzer-Pony-KinderspielzeugeLila Glitzerponys für alle Männer!
Bild: ZuviëhCC-BY-NC-ND

Nebenbei, liebe Feministinnen: Es fühlt sich extrem als Hohn und Spott an, wenn man als Mann, der unter anderem auch deswegen verlassen wurde, weil er gerne auch eine Zeit lang „Heimpapa“ sein wollte, von seiner damaligen fast Verlobten verlassen wurde, von euch vorgeworfen bekommt, er sei Sexist, weil er zum Beispiel einzelne Maßnahmen wie die Frauenquote für kontraproduktiv hält. Dabei erlebe ich das männliche Rollenbild ständig und lebe es deswegen zwangsweise täglich. Beispiele gefällig? Ich habe vor einiger Zeit eine junge Mutter gedatet. Irgendwann erzählte sie mir, dass ihre Tochter ja gerne mit „Hello Kitty“ und lila Glitzerponys spiele. Meine spontane Reaktion: „Cool lila Glitzerponys“. Zugegeben, es war mein Nerd-Humor der dabei durchschien und er ist für die meisten Non-Nerds nur schwer zu verstehen. Dennoch fand ich den Blick der darauf folgte mehr als sexistisch: Ich konnte sehen wie mir die Augen die Fragen stellten: „Was bist du denn für ein Mann?“.

Überhaupt: Kindererziehung. Nun ist es ja so, dass ich aufgrund von persönlichen Enttäuschungen nicht mehr daran glaube, dass ich „Die Frau fürs Leben“ finde. Zugegeben, das hat etwas mit mir und meinen Erfahrungen und nicht Geschlechtergerechtigkeit zu tun, aber ich wollte auch immer Kinder. Warum sollte ich eigentlich mit irgendjemanden Kinder zeugen, wenn ich davon ausgehe, die Beziehung „verlebt“ sich nach ein paar Jahren eh. Wenn sich die Frau dann weigert, was hab ich dann von den Kindern? Ich darf zahlen und seh sie einen Tag in der Woche. So urteilen deutsche Gerichte doch gerne. Und wehe man arbeitet sich dann nicht den Arsch auf, um den Unterhalt möglichst hoch zu treiben: Dann ist man der Rabenvater! Zeit für die Kinder? Geschenkt. Dein Geld ist dann das Beste an dir. Da fühlt Mann sich richtig wohl.

Und im Allgemeinen? Nun haben Männer ja immer noch unfehlbar zu sein! Beispiel gefällig? Ich war mal im Bundesvorstand der Piratenpartei. Und die Amtszeit war nicht sonderlich glücklich, um es mal charmant auszudrücken. Direkter gesagt: Es war scheiße, ich habe Fehler gemacht. Natürlich haben diese Fehler Gründe, welche zum guten Teil noch nicht mal bei den Piraten liegen. Das Ganze ist jetzt mehr als ein Jahr her – für die Piraten ist das eine Ewigkeit, in der Zeit krempelt sich da einmal die Partei um. Dennoch ist das immer wieder Thema wenn Piraten mich umgeben und dennoch werde ich dafür gestichelt, gefragt und dumm angeschaut. Zugegeben, geschenkt: Ich komm mit so einem Scheiß ganz gut zurecht. Aber ich bin mir sicher: Wäre ich eine Frau, würde das Ganze so nicht passieren. Frauen dürfen Fehler machen, fehlbar sein. Männer dürfen das in der Regel nicht: Gesellschaftlich werden ihnen Fehler länger nachgetragen, sie haben unfehlbar zu sein. Man könnte sagen: Fehler sind für die Gesellschaft weiblich. Und ja, das ist ein Problem – und meiner Meinung vor allem eins für Männer!

Ja liebe Feministinnen, es ist richtig, dass die beherrschenden Rollenbilder endlich verschwinden müssen. Ich will nicht mehr obligativ doof angeguckt werden, wenn ich nicht weiß das Schweinsteiger sich ja irgendwie verletzt hat. Ich will nicht mehr immer der Starke sein müssen, der in jedem Moment der Schwäche von anderen ein „Mimimi“ oder ein übergefaktes „Ohhh“ hört, anstatt einfach mal Verständnis zu erhalten. Ich hasse es, dass 95% der Frauen die ich kennenlerne in mir einen Prinzen sehen, der irgendwie sie und ihr vermaleidetes Leben rettet. Ich bin es verfickt nochmal leid, dass ich gefragt werde warum ich keine Karriere anstrebe und eben kein dickes Auto fahre. Ja verdammt, ich hab ein kleines Gemächt und ich brauch trotzdem keine scheiß Statussymbole oder eine junge Blondine um meine Männlichkeit zu erhöhen.

Wie ihr seht, liebe Feministinnen teile ich durchaus einen Teil eurer Ziele und dennoch bin ich kein Feminist. Wäre das Wort nicht noch schlimmer verbrannt als Feminismus, ich müsste mich wohl Maskulist nennen. Denn ich hätte auch gerne Gleichberechtigung, und zwar nicht nur für euch sondern auch für mich: Weiß, Maskulin, Mann und jung. Ich habe es satt für alles Leid der Welt verantwortlich gemacht zu werden.

Ja in gewissen Dingen habe ich es leichter als andere: Die Gesellschaft erlaubt mir leichter Karriere zu machen. Die Gesellschaft erlaubt mir meine Frau – wenn ich eine hätte – bei den Kindern zu parken und dabei mein Ego-Ding-durchzuziehen. Nur: Das wird im Gegenzug auch alles von mir erwartet und in mich hineinprojeziert: Ich habe auch Karriere zu machen, ich habe das Geld ranzuschaffen, ich habe keine Schwäche zu zeigen und ich habe verdammt nochmal Fußball zu gucken, Bier zu trinken und sowieso hab ich die weibliche Welt ins Bett kriegen zu wollen. Und dann kommt ihr, liebe Feministinnen und erzählt mir, dass die Gesellschaft die Frauen benachteilige, ja diskriminiere und ich es doch gut habe. Denn ich habe was ihr gerne hättet. Ob ich das so möchte, hat mich nur niemand gefragt.

Und jaa, jedes mal wenn ich das Wort „Feminismus“ höre, dann fühle ich mich auf der Anklagebank. Oft lese und höre ich:

Wir armen Frauen werden von euch Männern unterdrückt.

Und das hört sich dann ganz schnell irgendwie danach an:

DU behandelst MICH ungerecht.

Und mein Problem ist: Ich bin mir keiner Schuld bewusst. Ich denke über mich nach und frage mich, wo ich Frauen in meiner Umgebung schlecht oder anders behandle als Männer. Vielleicht hat sich der Feminismus bei mir auch einfach überlebt, frage ich mich dann.

Ich bin ein Mann Anfang 30 wie viele Männer meiner Generation: Erzogen von alleinerziehenden, voll berufstätigen Müttern und großen Schwestern. Bei mir gab es in der Jugend das Rollenbild „starker Mann“ und „schwache Frau“ einfach so nicht. Der Vater war der witzige Kerl den man alle 2 Wochen mal gesehen hat und mit dem man dann schwimmen war – oder so.

Erziehung? Die strenge harte Hand? Die ging bei mir von meiner Mutter aus. Von meiner Schwester. Den weiblichen Erziehern im Hort, den weiblichen Lehrern. Wenn ich meine Kindheit so betrachte, dann waren Männer eigentlich immer die, die hintenan standen: Weniger Zeit, weniger zu sagen, mehr zu zahlen. Männer? Das gearschte Geschlecht!

Vielleicht sehe ich deswegen die Welt anders. Vielleicht komme ich deswegen in einer Welt mit gesellschaftlichen Normen aus dem 19 Jahrhundert nicht immer zurecht. Ja ich verstehe sie nicht, zumindest nicht immer. Julia Schramm schoss mit ihrer Diagnose zwar über das Ziel hinaus, traf aber einen Kern unglaublich gut:

Der durchschnittliche, männliche Pirat hat in der Vergangenheit meist nur starke Frauen erlebt, wurde verschmäht, unterdrückt, verhöhnt. Der Vorwurf der Frauenfeindlichkeit trifft ihn ins Mark, haben doch die Jahre der Suche nach einem respektvollen Umgang beim Flirten eine hohe Frustration aufstauen lassen. Mehr noch: In der Pubertät gemobbt und verprügelt, ausgestoßen und exkludiert trifft der Vorwurf des „Privilegienpenis“ auf blankes Unverständnis.

Ja, liebe Feministinnen, ich habe Unverständnis und noch viel mehr: Ich bin es leid, es geht mir auf meine Eier, wenn ich – gefühlt – immer wieder höre ich sei Schuld, Teil des Problems. Denn ich fühle mich maskulin. Ja ich bin ein Mann und ich kann es nicht mehr hören, dass diese 12 cm zwischen meinen Beinen mir ein besseres Leben per se beschert, sowieso eine Waffe ist und jede Frau das verdammte Recht hat es mir abzuschneiden.

Denn des öfteren renne ich gegen genau die gleichen Mauern wie ihr liebe Feministinnen, nur von der anderen Seite. Und dennoch kann und will ich mich nicht als Feministin bezeichnen, denn mein Kampf hat nichts mit dem Weiblichen zu tun, sondern mit mir, den Männern – ja mit allen Menschen. Und deswegen bin ich Julia Schramm dankbar, dass sie über einen neuen Begriff für das Problem nachgedacht hat. Equalismus heißt ihr Zauberwort. Zugegeben, er soll dazu dienen die Piratenpartei zu infiltrieren, aber er ist so herrlich geschlechterübergreifend und unbelastet. Liebe Feministinnen, Liebe Welt:

Ich bin Equalist!

Ich bin Equalist, weil ich mit Frauen gleichberechtigt leben will und will das Frauen mit mir und meinen Geschlechtsgenossen gleichberechtigt leben können.

Ich bin Equalist, weil nicht das Geschlecht sondern Intoleranz und Vorurteile in der Gesellschaft das Problem sind und diese von beiden Seiten der Mauer gelöst werden müssen, sonst reißen wir sie nie ein.

Ich bin Equalist, damit ich verdammt nochmal auch mit Rosa Glitzerponnys spielen darf ohne ausgelacht zu werden.

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19 Kommentare

  1. Arte Povera sagt:

    Vielen Dank für diesen Blogbeitrag :). Ich habe ihn sehr gern gelesen. Ich fürchte allerdings, ich muss leider darauf bestehen, dass du nicht den Feminismus per se kritisierst ;). Bzw. kritisierst du nur einige Strömungen/Personen, und deine Kritik an diesen ist eine feministische, die wiederum 1A aus dem Munde anderer Personen aus anderen Strömungen kommen könnte. Und ich fürchte, ich muss dir auch attestieren, eigentlich Feminist zu sein. Du musst dich nicht so nennen, aber das ändert nichts daran, dass deine Überzeugungen eben feministische sind (nur nicht die der Strömungen und Personen, an die du denkst, wenn du das Wort hörst). Jemand, der will, dass Deutschland von einem König regiert wird, ist ja auch Monarchist, auch wenn er das Wort nicht mag. Das heißt natürlich nicht, dass du dich so bezeichnen musst – musst du natürlich nicht, wenn das Wort für dich nach „Schwanz ab!“ klingt.

    Aber da der Plan, alle Piraten mit dem Begriff zu versöhnen, mich noch um den letzten Rest Freizeit bringt und dennoch zum Scheitern verurteilt ist, hier die eigtl. viel wichtigere Message: Ich habe mich sehr über deine Schilderung der Probleme, die man als männlich sozialisiertes Eichhörnchen in dieser Gesellschaft hat, gefreut. Wie auch anlässlich des Gesprächs bei der OM hat mir das geholfen, Erfahrungen zu verstehen und für meine geschlechterpolitischen Überzeugungen fruchtbar zu machen, die ich selbst nicht machen kann und für die ich deshalb auf Berichte wie deinen angewiesen bin. Ich stimmt dir in der Analyse zu, dass heutzutage die größten Teile der Arbeit für „Frauen“ mit der für „Männer“ (und sonstige Eichhörnchen) zusammen gemacht werden müssen, weil es zwei Seiten der Medaille sind (sowas hatte ich hier http://kegelklub.wordpress.com/2011/11/04/eichhornchendebatten-howto-oder-hausaufgaben-fur-den-bundesparteitag-beta/#comment-138 auch kürzlich geschrieben). Und ich denke, geschlechterpolitische Arbeit läuft dann besonders gut, wenn wir uns alle bewusst machen, dass es uns alle betrifft und wir letztlich alle nur mehr Freiheit gewinnen können. Dafür sind Blogbeiträge wie der hier super. 🙂

  2. Jorges sagt:

    Hi Ben, mir gefällt Dein Artikel, über die meisten Abschnitte konnte ich einfach ein +1 vergeben (in manchen, insbesondere was Balzverhalten angeht, pauschalisierst Du aber zu sehr und siehst es zu einseitig). Aber insgesamt ein guter Artikel!

    @Arte_Povera: Ich freu mich ja wirklich, dass dann inhaltlich offenbar große Einigkeit mit dem Feminismus besteht. Es geht also nur um das Label. Und verstehe ich wirklich nicht, warum so gerne an dem Begriff „Feminismus“ festgehalten wird.

    Offenbar wirkt doch da ein Riesen-Ausschluss-Mechanismus: Leute mit den gleichen Zielen werden abgeschreckt, weil sie den Begriff mit ganz anderen Zielen konnotieren. Und das kann man ihnen gar nicht verdenken, steckt doch in „Feminismus“ ganz klar ein Bias zu einem Geschlecht hin. Für mich ist das so, als würde ein Anti-Rassist sich als „Negrist“ bezeichnen.

    Dabei ist man doch in progressiven Kreisen sonst ganz beweglich, wenn es um neue Begriffe geht. „Ausländer“ ist da ein wunderbares Beispiel: Es wird nun bevorzugt „Migrant“ gesagt, um auch Menschen mit einzuschließen, die zwar die deutsche Staatsbürgerschaft haben, aber eben trotzdem eine Migrationsbiographie.

    Warum also immer noch „Feminismus“, wenn man sich doch um alle kümmern will? Du hast es mir bislang erklärt als Tribut an die traditionsreiche Bewegung. Nur gehören doch zu dieser Geschichte eben auch die teilweise obskuren Ansichten Alice Schwarzers, von denen viele andere „Feministen“ sich lösen wollen? Ich versteh das wirklich nicht.

    Wie gesagt, gerade wenn der Begriff „Feminismus“ als so starker Ausschlussmechanismus wirkt, ist es doch nur sinnvoll, ihn durch was inhaltlich passendes ersetzen. Gerade doch auch, weil die Inhalte sich geändert haben. Denn ich denke mal nicht, dass die Feministen vor 100 Jahren sich schon Gedanken über die Benachteiligung der Männer gemacht haben.

  3. Name: sagt:

    Hey Ben,

    sehr guter Text und Inhalt.

    Vorschlag – als Ausgleich kannst du doch in Zukunft Leuten nicht-feministischen Aussehen (z. B. mir) das Essen zahlen…

    😉

  4. Basti sagt:

    Hi Ben,
    ich hab schon eine ganze Weile nichts mehr zu diesem Thema gelesen was mir so aus dem Herzen spricht!
    Ich muss zugeben dass ich mir zu der ganzen Feminismus-Frauenquoten-Geschichte noch keine wirklich konkrete Meinung gebildet habe (ich bin jemand der gerne umfassende Informationen zusammenträgt und dann ganz bewusst darüber nachdenkt um seine aktuelle Position festzulegen), aber generell kann ich dir einfach nur zustimmen.
    Klar ist das hier und da pauschalisiert und klar hier und da etwas krass hingestellt, aber die Kernaussage trifft einfach zu.

    Ich bin gerne Gentleman – ich halte Frauen prinzipiell gerne die Tür auf, ich trag auch gern mal schweres Zeug für sie und ich hab auch prinzipiell gar kein Problem damit mal auf ein Getränk einzuladen. Einfach nur für ein nettes Lächeln. Aber meinem Gefühl nach wird das einfach verdammt häufig als selbstverständlich angesehen und bei Forderungen nach Gleichberechtigung völlig übersehen. Dieser Gegensatz ist ein Aspekt, der mich persönlich massiv ärgert: Auf der einen Seite wird nach Gleichberechtigung gerufen, auf der anderen Seite will man aber bitte die kleinen Privilegien auf gar keinen Fall verlieren. Denn die Frauen die das bewusst nicht mehr möchten, die absichtlich aus Prinzip selbst zahlen oder mal einladen wollen, sind meiner Erfahrung nach eine verschwindend geringe Minderheit…

    Ich finde, dass Frauen die gleichen gesellschaftlichen Chancen haben sollten wie Männer.
    Aber eben auch:
    Ich finde, dass Männer die gleichen gesellschaftlichen Chancen haben sollten wie Frauen.
    Denn das ist genau wie du sagst auch nicht der Fall, gerade im Bereich Kindererziehung, Sorgerecht und Unterhalt.
    Die Forderung nach dem Einen sollte mit der Forderung nach dem Anderesn Hand und Hand gehen. Gleichberechtigung ja, Feminismus nein.

    Und wer dann nach Gerechtigkeit für Frauen schreit, der bösen unterdrückenden Männer wegen, hat den Themenkomplex imho einfach nicht durchdrungen, sondern beschränkt sich (absichtlich oder unabsichtlich) nur auf seinen kleinen Ausschnitt.

  5. karl sagt:

    Danke für den Text, soweit klingt er vernünftig (mit Ausnahme der Negativbeispiele, vor allem unsere Alice alias Emma). Die Erziehung unserer Kinder wird aber trotzdem meine Frau übernehmen, einfach, weil ich als Mann nicht mit der Fähigkeit ausgestattet wurde, die Kinder stillen zu können 🙂 Und, klar, der Mann verdient mehr, das liegt aber in 95 % der Fälle rein an der Frau. Hätte sie mal Informatik studiert statt „was mit Kindern“ oder ein Orchideenfach…

    1. Benjamin Stöcker sagt:

      Sagst du gerade, dass die Erziehung der Kinder die Frau machen soll, weil sie in der Lage ist 3-6 Monate lang Milch zu produzieren? Das ist ja mal so etwas von kein Argument, das schmerzt richtig! m(

      1. Maria sagt:

        (Voll schade btw, dass du nur auf das Milch-Argument eingehst, nicht aber auf die Abwertung bestimmter Berufe. Wollt ich noch sagen.)

    2. Maria sagt:

      „Hätte sie mal Informatik studiert statt “was mit Kindern” oder ein Orchideenfach…“

      Äh… bitte? Pädagogische Berufe sind minderwertiger als technische oder blablabla-ige, weil …? Immerhin wird sich da nach Möglichkeiten um die Kinder gekümmert, die du ja, wie’s scheint, in die Welt setzen willst und für die du dann auch bestimmt das Beste willst – oder zumindest wollen solltest.

      Aber hey, ich bin auch der Meinung, dass Informatiker wichtiger sind als alles andere, besser, wenn die die Kindererziehung übernehmen! Und natürlich ist ein Mann, der Informatiker wird/ist, auch sehr viel mehr wert als ein Mann, der sich für einen pädagogischen Beruf entscheidet. Pädagogik, minderwertiger Frauenberuf – selbst schuld!

      Alter. >m(

  6. Grabsteinschubser sagt:

    Sehr gut 🙂

  7. kritiker sagt:

    Vielleicht bin ich gendermäßig einfach nur noch nicht so progressiv wie du, aber mir kommt es etwas so vor, dass du zu sehr auf eine Benachteiligung der Männer fixiert bist, die du etwas verstärkt wahrnimmst. Du sagst ja selbst, dass du gerade die Benachteiligung der Frauen umdrehst und (mit manchmal etwas weit hergeholter Erläuterung) auf die Männer projizierst. Ist ja was Wahres dran, aber der Beitrag scheint mit einfach aus sehr einseitiger Perspektive – verständlicherweise sind die Perspektiven bei Männern und Frauen ja auch immer unterschiedlich, da jeder tendenziell sich selbst als ungerecht behandelt sieht.

    Die meisten Männer würden sich aber nicht trauen, eine solche Sichtweise zu vertreten – aus politischer Korrektness, da in unserer Gesellschaft stets die Frau das Rollenbild der Benachteiligten hat.
    Insofern bist du aus meiner Sicht, was den letzten Punkt angeht, ein wahrer Equalist.

    Übrigens: Frauenquoten, da muss ich dir extrem zustimmen, find ich dann aber auch echt idiotisch.
    Da wird die gleiche Trennung und Beurteilung nach dem klassischen Geschlechterbegriff vorgenommen.
    Lass mich das mal vergleichen mit der Zeit, als es in den USA noch die Regeln zur „Rassentrennung“ gab.
    Schwarze mussten z.B. in ein extra Zugabteil, was sicherlich sehr viel kleiner und unkomfortabler war.

    Frauenquoten wären ja nun so, als ob man damals einfach die Zugabteile der Weißen und der Schwarzen gleich groß gemacht hätte, statt sie einfach in einem Abteil zu vereinigen und Diskriminierung a la „Schwarze müssen im Zug den Weißen Platz machen.“ zu bekämpfen.

    Zurück zu den Frauenquoten: Lieber nach Qualifikation bewerten (idealer Zustand) als prinzipiell Frauen aussortieren (ist-Zustand) oder prinzipiell fair zu einem Gleichstand hin nach Geschlecht auszusortieren (soll-Zustand).

  8. Maria sagt:

    „Nicht nur, dass es offenkundig im Jahre 2011 für Kellner dieser Republik (stark erhöht übrigens in der Hauptstadt) Normalität zu sein scheint, dass Männer bezahlen. Nein, ich persönlich fühle immer die Ansage mitschwingen
    Du armer alter fetter hässlicher Mann kannst solche Frauen eh nur dazu bringen sich mit dir abzugeben, wenn dafür Geld fließt. Ohne implizite Prostitution kann das nicht funktionieren – du bist nichts wert! Zumindest nicht mehr als dein Geldbeutel hergibt.
    Sicher, das Empfinden ist übertrieben. Ich versuche mir das auch immer wieder bewusst zu machen – dennoch schießt dieser Gedanke in meinen Kopf und es fühlt sich einfach schlecht an.“

    Entschuldigung, aber: Dass dieser Gedanke für dich aufkommt, würde ich nicht dem Feminismus zuschreiben, ehrlich nicht. Das klingt für mich sehr viel mehr nach Minderwertigkeitskomplexen – und ich meine diese Feststellung nicht beleidigend oder abwertend oder [andere Adjektive, die mir gerade nicht einfallen] . Diese Sitte, dass Männer für Frauen zahlen, besteht ja nicht, weil Männer generell arm, alt, fett und hässlich sind, sondern weil Frauen früher kein eigenes Einkommen hatten und damit auf den Mann angewiesen waren. Wenn du heute noch indirekt angehalten wirst, für beide zu zahlen, ist das ein Relikt davon und hat nichts damit zu tun, wie dieser Kellner (jeder Kellner!?) dich sieht. Ich vergleiche das mal mit dem Siezen: Wenn ich andere Leute sieze, mache ich das, weil ich sie vielleicht noch nicht so lange gut kenne und höflich sein will. Inzwischen sieht man das zu großen Teilen aber nicht mehr so und ich werde regelmäßig von Menschen u30 (oder auch u40) angeschissen, „so alt bin ich aber auch noch nicht!“ Bäm. Relikte von althergebrachten Höflichkeitsnormen, die sich nur langsam abbauen, nichts persönliches.

    „Ja ich fühle mich diskriminiert, zum Beispiel durch eine Vielzahl von Frauen.“

    Die Beispiele, die du nach diesem Satz bringst, finde ich kritisch. Du bringst Beispiele von „normalen“ Frauen, die sich zu großen Teilen – ebenso wie der Großteil der Gesellschaft – ganz sicher noch keine Gedanken über ihre sexistischen Geschlechterrollen gemacht haben. Ich mache mir erst seit einiger Zeit Gedanken darüber (ich bin auch erst 20, zu meiner Verteidigung) und es ist wahnsinnig neu und überwältigend und ich kann absolut nachvollziehen, dass sich niemand dessen bewusst ist, solange man sich nicht Gedanken drüber macht. Man sieht es ja nicht und erst wenn man’s gesehen hat, kann man’s nicht mehr nicht sehen. Es ist nicht deren persönliche Bosheit, dass sie so denken. Sie wissen es nicht besser. Die junge Mutter, die das mit den Ponies komisch findet? Die weiß es einfach nicht besser und kann (und muss, finde ich!) das noch lernen. Und du unterstellst ihr Gemeinheit und Boshaftigkeit, statt sie zu fragen, warum sie so reagiert und/oder ihr deinen – wie du selbst sagst, für Nichtnerds eher unverständlichen! – Nerdhumor zu erläutern. Genau so kann ich Hitlerwitze machen und mich dann beschweren, dass Leute, die mit meinem Humor nicht vertraut sind, mich scheiße finden. Ganz toll.

    Was ich damit jetzt sagen wollte. Einmal: Genau so wie du nicht mit den typischen Protzmännern über einen Kamm geschoren werden möchtest, möchte ich als feministisch und/oder/… equalistisch gesinnte Frau nicht mit allen Frauen über einen Kamm geschoren werden. (Und auch nicht mit allen Feministinnen, von denen sich manche auch nicht ihres Sexismus bewusst ist, das ist mir klar.) Du schreibst diesen Text und – zumindest in dem Rant-Teil oder was ich als solchen ausmache – wird mir als Frau Diskriminierung vorgeworfen. Das will ich nicht, so.
    Außerdem: Hier Beispiele von Frauen zu bringen, die sich dir gegenüber sexistisch verhalten, aber irgendwie nicht mit denen darüber geredet haben – sorry, find ich auch kritisch. Ich unterstell dir jetzt einfach mal, dass du die junge Mutter nicht zur Rede gestellt hast wegen ihres urteilenden Blickes, weil es ja eher unangenehm ist wegen sowas unangenehm zu werden und überhaupt, aber: Hey, wenn man nichts sagt, kann auch keiner was lernen. So ist das doch.

    Schön finde ich auch „Natürlich müssen Männer den ersten Schritt machen und um die Frauen werben.
    Gesellschaftliche Normalität und die Macht des Faktischen? Zugegeben, wäre ich Frau und heterosexuell, ich würde es mir wohl auch gemütlich machen, denn Frau wird ja oft genug angeflirtet.“
    AHAHAHA, nicht. Als Frau generell angeflirtet werden, bloß weil man Frau ist? Sorry, vielleicht liegts bei mir nur an der Hässlichkeit oder was weiß ich, aber ich finde das trotzdem realitätsfremd.

    „Und im Allgemeinen? Nun haben Männer ja immer noch unfehlbar zu sein! (…) Frauen dürfen Fehler machen, fehlbar sein. Männer dürfen das in der Regel nicht: Gesellschaftlich werden ihnen Fehler länger nachgetragen, sie haben unfehlbar zu sein. Man könnte sagen: Fehler sind für die Gesellschaft weiblich. Und ja, das ist ein Problem – und meiner Meinung vor allem eins für Männer!“

    Ich denke da bspw. an Margot Käßmann und sage ganz entschieden: Äh… nein?!!

    „Ja liebe Feministinnen, es ist richtig, dass die beherrschenden Rollenbilder endlich verschwinden müssen. Ich will nicht mehr obligativ doof angeguckt werden, wenn ich nicht weiß das Schweinsteiger sich ja irgendwie verletzt hat. Ich will nicht mehr immer der Starke sein müssen, der in jedem Moment der Schwäche von anderen ein “Mimimi” oder ein übergefaktes “Ohhh” hört, anstatt einfach mal Verständnis zu erhalten. Ich hasse es, dass 95% der Frauen die ich kennenlerne in mir einen Prinzen sehen, der irgendwie sie und ihr vermaleidetes Leben rettet. Ich bin es verfickt nochmal leid, dass ich gefragt werde warum ich keine Karriere anstrebe und eben kein dickes Auto fahre. Ja verdammt, ich hab ein kleines Gemächt und ich brauch trotzdem keine scheiß Statussymbole oder eine junge Blondine um meine Männlichkeit zu erhöhen.“

    Das sind alles Dinge, die ich nicht tue und bei denen ich auch der Meinung bin, dass nicht nur Frauen sich so verhalten. Wenn du in deinem Text schon den Feministinnen und Frauen allgemein Vorwürfe machst, hättest du nicht bitte auch noch die Männer mitreinnehmen können, bei denen mancher dich bei dem Thema „Glitzerponies“ nicht nur komisch angucken, sondern auslachen und vielleicht sogar mit „Schwuchtel“ betiteln würde? Echt, der Punkt „nicht nur Frauen, sondern ALLE, die GANZE Gesellschaft drängt mich in dieses Stereotyp“ fehlt mir hier ganz arg.

    So, das wär dann auch endlich, was ich sagen wollte. Ich hab leider die Zitate nicht mit den angebotenen HTML-Tags hervorheben können, weil ich ne Frau bin und von sowas keine Ahnung habe. (Vorsicht – Humor!)

  9. Maria sagt:

    Oh Mist, ich hab doch was vergessen:

    Alice Schwarzer ist NICHT der Feminismus. Und nicht jede Frau, nichtmal jede Feministin ist der Meinung, dass Penis abschneiden gerechtfertigt ist, bloß weil’s ja nur nem Mann schadet.

    An diese Gedanken solltest du dich vielleicht mal gewöhnen und damit dein Verhältnis zu Feminismus, Feministinnen, Frauen ändern.

    1. Benjamin Stöcker sagt:

      Ich bin mit meinem Verhältnis zu Frauen und dem Feminismus durchaus zufrieden, aber danke für den sicher nett gemeinten Rat.

      1. Maria sagt:

        Hm. Ich guck mir deinen Text lang und breit an, schreibe Sachen dazu, die ich mir denke und das ist deine Reaktion. Nenn es menschliche Eitelkeit – auch wenn es das nicht ist, sondern einfach nur Anspruch an Diskussionskultur – oder wie du willst, aber ich find es immer etwas blöd, wenn ich meine Gedanken zu etwas darlege und der/die andere dann in keinster Weise, mit keinem Wort, nichtmal mit einem (absolut inakzeptablen) „find ich alles scheiße“ darauf Bezug nimmt.

        Also, voll schade.

        Und dann bleibt mir eigentlich nur noch zu sagen: Dass du, als jemand, der so einen Blogtext verfasst, mit deiner Einstellung zu Frauen und Feminismus zufrieden bist, sagt doch eigentlich schon alles. Da muss ich nicht weiterreden, das sehe sogar ich, obwohl ich gerne bis zum Erbrechen diskutiere. Außerdem wirst du wahrscheinlich eher nicht aufhören, mich ständig mit anderen Frauen/Feministinnen in einen Topf zu schmeißen und hey, warum sollte ich mir das antun, wer wird schon gerne verallgemeinert.

        Und, ohne dich beleidigen oder verletzen zu wollen (ernsthaft!): Wie hast du es eigentlich bei deiner damaligen fast Verlobten geschafft, ihre Einstellung zu diesen Sachen zu ignorieren, bis ihr fast verlobt wart und es dann erst zu merken? Und warum hast du eigentlich (scheinbar) so viel mit sexistischen Frauen zu tun? Ist nur so als gedankliche Anregung von außen gemeint, n bisschen Fremdwahrnehmung gespiegelt zu bekommen kann ja auch helfen.

        1. Benjamin Stöcker sagt:

          Wann habe ich dich (persönlich) eigentlich mit anderen Feministinnen in einen Topf geschmissen? Seh das mal so: Ich habe auf deinen Kommentar wenigstens geantwortet, das habe ich auf die meisten Kommentare hier nicht – und du siehst nur einen Teil weil ich mehrere Maksulisten/Nazi Kommentare schlicht gelöscht habe. Ich habe übrigens nicht mit einem „finde ich alles scheiße was du schreibst“ reagiert.

          Vielleicht habe ich auf Kommentare nicht reagiert, weil ich nicht hier an dieser Stelle über dieses Thema bis zum Erbrechen diskutieren möchte? Vielleicht weil ich weiß was das für ein „Haifischbecken“ ist, bei der schon kleine Abweichungen zur eigenen Meinung von manchen mit scheinbar blinden Hass quittiert wird? Ich werde das Thema nämlich durchaus diskutieren, voraussichtlich in einem Podcast mit zwei bekennenden Feministinnen. Zumindest, wenn ich mal wieder nach Berlin reisen sollte, derzeit fehlt mir dazu leider die Zeit.

          Ansonsten kann ich sagen: Ich habe die Einstellung bei meiner Ex-Freundin nicht ignoriert, aber ich bin ein extrem toleranter Mensch, der offen und ehrlich ist, mit anderen Menschen in der Regel Respektvoll umgeht und genau dieses Verhalten erwartet. Sie hatte eine andere Meinung als ich, na und? Ich denke im Allgemeinen ist es das Problem der modernen Gesellschaft, das wir von unserem Gegenpart in einer Beziehung zu viel erwarten – vor allem zu viele gleiche Ansichten. Mit Toleranz und Gelassenheit kann man meiner Meinung nach Differenzen in einer Beziehung auch ganz gut lösen.

          Ich bin da aber im Allgemeinen ein sehr ungewöhnlicher Mensch, dessen bin ich mir klar: Ich lüge zum Beispiel nicht um nicht selbst verletzt werden zu können, wie es gerne Menschen machen. Wenn ich zum Beispiel Interesse an einer Frau hege, teile ich das meist einfach mit, auch wenn mir klar ist, dass es in diesem Fall nicht auf Gegenseitigkeit beruhen wird. Im allgemeinen habe ich mir eins vorgenommen und lebe es seit fast 6 Monaten: Ich lüge nicht mehr. Nie. Ich schweige höchstens.

  10. Maria sagt:

    Nein, du hast nicht mit einem „finde ich alles scheiße“ reagiert – du hast gar nicht reagiert. Abgesehen von deinem „bin ganz zufrieden, danke“, was halt auch nur auf meinen kurzen Zusatz Bezug nahm.
    Und ich fühle mich mit anderen in einen Topf geschmissen, wenn du sagst, dass Frauen dies und das und jenes tun, dass sie das oft sagen, dass Feministinnen dies und jenes sagen und meinen. Das ist mir zu verallgemeinernd.

    Wenn du nicht bis zum Erbrechen diskutieren willst – sag doch einfach! Auch das hätte man als Kommentarentgegnung schreiben können. „Schön, dass du ne Meinung hast, interessiert mich aber nicht.“ Das hätte ich dann zwar scheiße gefunden, aber hey, passiert, und immerhin denke ich dann nicht, ich könnte mit irgendwem bis zum Erbrechen diskutieren.

    Zu deinem „innere Ironie“-Kram: Mit den gleichen Mitteln zurückzuschlagen halte ich immer noch für Schwachsinn. Alles, was daraus entsteht, ist noch mehr Unverständnis. Ich bin keine Nutzerin der feministischen „ihr seid alle scheiße zu uns“-Strategie, die du meinst, und denke deshalb bei diesem Text auch nicht „oh, das klingt ja so wie das, was ich die meiste Zeit rede oder denke, oh, wie ironisch, na, das ist ja mal augenöffnend“. Sondern ich lese diesen Text und denke „ignoranter Idiot!“, weil verallgemeinern ja tatsächlich blöd ist, ich doch aber nicht weiß, dass du das schon nur noch ironisch verwendest! Comprende?

    Und dann ist da einfach noch der Punkt, dass das keine Betrachtung ist, die der Realität gerecht wird. Nicht nur Frauen diskriminieren Männer und andersrum, sondern Männer diskriminieren Männer und ja, JA, auch Frauen diskriminieren Frauen, definitiv. Also, warum wälzt du dich noch groß in Ironie rum, statt einfach und ehrlich zu sagen „IHR diskriminiert mich, und wahrscheinlich diskriminiere ich euch auch, lasst uns zusammen daran arbeiten!“, das ist doch viel besser als „huhu, ich bin so innerlich ironisch, geil“ und Verallgemeinerungen.

    Ich verstehe deinen Standpunkt. Ich finde es bspw. rührend, im positivsten Sinne, und bemerkenswert, dass Männer sich auch gut um ihre Kinder kümmern wollen, das ist nämlich nichts, was ich so gelernt oder erlebt habe und das zu lernen bereichert meine Realität folglich. Also, ich sehe, dass deine Rolle nicht die bessere ist, bloß weil sie mehr Privilegien hat.
    Aber: Ich bin nicht an dieser Rollenverteilung schuld, und Frauen allgemein auch nicht, und der Feminismus btw auch nicht – auch wenn er sicherlich manche Aspekte begünstigt oder nicht berücksichtigt.

    ich bin der Meinung, dass, wenn man erstmal in die Köpfe kommt mit diesem Denken und Leuten ihren Sexismus klar macht, sie einsehen, dass sie anderen Unrecht tun. (Wer das nicht einsieht, ist einfach nicht so weit.) Ich kenne Frauen, die Männer, die Glitzerponies gut finden, komisch angucken würden – ich selbst hätte das vor ein paar Jahren auch noch getan! -, aber das würden sie nicht tun, weil sie schlechte Menschen sind, sondern weil sie sich an einem sexistischen Rollenverständnis orientieren, das die Gesellschaft ihnen vorgelebt hat. Würde man mit ihnen darüber reden und dieses Denken konstruktiv reflektieren, würden sie das einsehen. Und das gleiche gilt für Männer. Menschen werden nicht zu Sexisten, weil sie das so geil finden, sie werden dazu erzogen. Wir anderen unterdrücken dich nicht, weil wir dich scheiße finden – wir wissens nur nicht besser. Und das gleiche gilt doch für dich.

    Und jetzt muss ich fast kotzen von so viel „Friede, Freude, Eierkuchen“, aber ja, das ist so in etwa das, was ich sagen wollte, konstruktiv und lieb und nett.

    Und wenn du jetzt nicht weiterdiskutieren willst, dann sag das doch einfach.

    1. Benjamin Stöcker sagt:

      Oh ja, die Diskussion mit Teilen von Twittern weiter zu führen macht das hier bestimmt extrem leserlich. Um ehrlich zu sein: Ich würde ja gerne mit dir Diskutieren, aber wir diskutieren nicht, zumindest nicht konstruktiv – dazu ist der Ton um einiges zu aggressiv.

      Ich könnte es auch anders ausdrücken: Das ganze wird jetzt hier etwas drollig (vorsichtig, fränkische Schreibweise!). Keine Ahnung welche „knöpfe“ ich bei dir gedrückt habe, aber mir bei jedem Satz zu unterstellen ich halte nichts von dir, weil du dich als Feministin bezeichnest oder eine Frau bist, macht die Diskussionsumgebung alles andere als konstruktiv.

      Am Ende haben einige verstanden, was ich mit diesem Blogpost sagen wollte: Gleichberechtigung betrifft alle, Männer haben nicht nur Vorteile im Leben, das kommt auf die Sichtweise an. Weder sage ich das Feministin alleine schuld sind an der Welt, noch nur Frauen. Ich prange an, das sie einen alten Kampf führen der nicht zu den Problemen der Zeit passt – noch passt der Titel ihres Kampfes.

      Und jetzt mache ich etwas, was ich schon lange nicht mehr tat: ich mache den Sack hier zu, ich habe derzeit vielerlei Dinge zu tun (nein kein Weihnachtsstress) um hier diese Diskussion auf die Art zu führen, wie du (und ein paar andere) das scheinbar grade möchten.

  11. Dingsbums sagt:

    http://reischan.blogspot.com/2011/12/von-zu-viel-innerer-ironie-muss-ich.html

    Ich hoffe, du verzeihst mir

    1. Benjamin Stöcker sagt:

      I loled.

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